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 <title>opinioiuris.de - § 21 StVG</title>
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 <title>BGH, 22.08.1996 - 4 StR 217/96</title>
 <link>https://opinioiuris.de/entscheidung/1420</link>
 <description>&lt;fieldset class=&quot;fieldgroup group-daten&quot;&gt;&lt;legend&gt;Daten&lt;/legend&gt;&lt;div class=&quot;field field-type-text field-field-fallname&quot;&gt;
      &lt;div class=&quot;field-label&quot;&gt;Fall:&amp;nbsp;&lt;/div&gt;
    &lt;div class=&quot;field-items&quot;&gt;
            &lt;div class=&quot;field-item odd&quot;&gt;
                    Actio libera in causa bei Verkehrsdelikten        &lt;/div&gt;
        &lt;/div&gt;
&lt;/div&gt;
&lt;div class=&quot;field field-type-text field-field-fundstellen&quot;&gt;
      &lt;div class=&quot;field-label&quot;&gt;Fundstellen:&amp;nbsp;&lt;/div&gt;
    &lt;div class=&quot;field-items&quot;&gt;
            &lt;div class=&quot;field-item odd&quot;&gt;
                    BGHSt 42, 235; DAR 1996, 465; JuS 1997, 377; JZ 1997, 50; MDR 1996, 1276; NJW 1997, 138; NStZ 1997, 228; NZV 1996, 500; StV 1997, 21; VRS 92, 211; VersR 1997, 461; ZfS 1996, 472         &lt;/div&gt;
        &lt;/div&gt;
&lt;/div&gt;
&lt;div class=&quot;field field-type-text field-field-gericht&quot;&gt;
      &lt;div class=&quot;field-label&quot;&gt;Gericht:&amp;nbsp;&lt;/div&gt;
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            &lt;div class=&quot;field-item odd&quot;&gt;
                    Bundesgerichtshof        &lt;/div&gt;
        &lt;/div&gt;
&lt;/div&gt;
&lt;div class=&quot;field field-type-text field-field-datum&quot;&gt;
      &lt;div class=&quot;field-label&quot;&gt;Datum:&amp;nbsp;&lt;/div&gt;
    &lt;div class=&quot;field-items&quot;&gt;
            &lt;div class=&quot;field-item odd&quot;&gt;
                    22.08.1996        &lt;/div&gt;
        &lt;/div&gt;
&lt;/div&gt;
&lt;div class=&quot;field field-type-text field-field-akte&quot;&gt;
      &lt;div class=&quot;field-label&quot;&gt;Aktenzeichen:&amp;nbsp;&lt;/div&gt;
    &lt;div class=&quot;field-items&quot;&gt;
            &lt;div class=&quot;field-item odd&quot;&gt;
                    4 StR 217/96        &lt;/div&gt;
        &lt;/div&gt;
&lt;/div&gt;
&lt;div class=&quot;field field-type-text field-field-typ&quot;&gt;
      &lt;div class=&quot;field-label&quot;&gt;Entscheidungstyp:&amp;nbsp;&lt;/div&gt;
    &lt;div class=&quot;field-items&quot;&gt;
            &lt;div class=&quot;field-item odd&quot;&gt;
                    Urteil        &lt;/div&gt;
        &lt;/div&gt;
&lt;/div&gt;
&lt;div class=&quot;field field-type-text field-field-verfahren&quot;&gt;
      &lt;div class=&quot;field-label&quot;&gt;Instanzen:&amp;nbsp;&lt;/div&gt;
    &lt;div class=&quot;field-items&quot;&gt;
            &lt;div class=&quot;field-item odd&quot;&gt;
                    &lt;ul&gt;
&lt;li&gt;LG Osnabrück&lt;/li&gt;
&lt;/ul&gt;


        &lt;/div&gt;
        &lt;/div&gt;
&lt;/div&gt;
&lt;/fieldset&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;1. Auf eine Straßenverkehrsgefährdung und auf das Fahren ohne Fahrerlaubnis sind die Grundsätze der Actio libera in causa nicht anwendbar.&lt;br /&gt;
2. Der zum Tatbestand des § 323a StGB gehörende Erfolg i. S. d. § 9 Abs. 1 StGB tritt auch an dem Ort ein, an dem der Täter die Rauschtat begeht.&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;


&lt;fieldset class=&quot;fieldgroup group-pagina&quot;&gt;&lt;legend&gt;Paginierung&lt;/legend&gt;&lt;div class=&quot;field field-type-text field-field-paginierungstitel&quot;&gt;
      &lt;div class=&quot;field-label&quot;&gt;Paginierungstitel:&amp;nbsp;&lt;/div&gt;
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            &lt;div class=&quot;field-item odd&quot;&gt;
                    BGHSt 42, 235        &lt;/div&gt;
        &lt;/div&gt;
&lt;/div&gt;
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            &lt;div class=&quot;field-item odd&quot;&gt;
                    &lt;hr /&gt;
&lt;a name=&quot;BGHSt_42_235_235&quot; id=&quot;BGHSt_42_235_235&quot; class=&quot;page-anchor&quot;&gt;&lt;/a&gt;&lt;a href=&quot;#BGHSt_42_235_235&quot; class=&quot;page-anchor-link&quot;&gt;BGHSt 42, 235 (235):&lt;/a&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;strong&gt;1. Auf die Gefährdung des Straßenverkehrs und auf das Fahren ohne Fahrerlaubnis sind die Grundsätze der actio libera in causa nicht anwendbar.&lt;/strong&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;2. Der zum Tatbestand des §&amp;nbsp;323a StGB gehörende Erfolg im Sinne des §&amp;nbsp;9 Abs.&amp;nbsp;1 StGB tritt auch an dem Ort ein, an dem der Täter die Rauschtat begeht.&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;StGB §&amp;nbsp;9 Abs.&amp;nbsp;1, §§&amp;nbsp;20, 222, 315 c, 323 a; StVG §&amp;nbsp;21&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;4. Strafsenat&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;&amp;nbsp; Urteil&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;vom 22. August 1996 g.V.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;- 4 StR 217/96 -&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Landgericht Osnabrück&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;&amp;nbsp; Aus den Gründen:&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;1. Nach den Feststellungen fuhr der Angeklagte, ein dänischer Staatsangehöriger, der bereits mehrfach - in Deutschland und Dänemark - wegen Trunkenheitsfahrten verurteilt worden war und keine gültige Fahrerlaubnis hatte, am Tattag mit einem Lieferwagen von seinem Wohnort in Dänemark durch das Bundesgebiet in die Niederlande, um dort Kunden aufzusuchen. Unmittelbar nach der Einreise in die Niederlande, wo er für die Nacht ein Hotel suchen wollte, kaufte der bis dahin nüchterne Angeklagte kurz nach 18 Uhr alkoholische Getränke. In der Folgezeit trank er etwa fünf Liter Bier sowie Schnaps in nicht feststellbarer Menge. Zwischen 21.15 und 21.30 Uhr fuhr der zu dieser Zeit erheblich alkoholisierte Angeklagte in deutlichen Schlangenlinien auf der niederländischen Autobahn A 1 in Richtung der deutschen Grenze. Gegen 21.30 Uhr erreichte er den Grenzübergang Bad Bentheim. Er fuhr mit einer Geschwindigkeit von mindestens 70 km/h auf die Kontrollstelle zu. Dabei überfuhr er zunächst einige Leitkegel, mit denen die rechte Fahrspur abgesperrt war. Sodann stieß er - mit unverminderter Geschwindigkeit - mit der rechten vorderen Seite seines Fahrzeugs gegen die hintere linke Seite eines auf der rechten Spur stehenden Personenkraftwagens. Dabei erfaßte er zwei Grenzschutzbeamte, die dieses&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;a name=&quot;BGHSt_42_235_236&quot; id=&quot;BGHSt_42_235_236&quot; class=&quot;page-anchor&quot;&gt;&lt;/a&gt;&lt;a href=&quot;#BGHSt_42_235_236&quot; class=&quot;page-anchor-link&quot;&gt;BGHSt 42, 235 (236):&lt;/a&gt;
&lt;hr /&gt;
Fahrzeug kontrollierten. Die Beamten erlitten tödliche Verletzungen und starben an der Unfallstelle. Eine dem Angeklagten um 23.30 Uhr entnommene Blutprobe ergab eine Blutalkoholkonzentration von 1,95 Promille.
&lt;p&gt;2. Bei diesem Sachverhalt weist die Verurteilung des Angeklagten wegen fahrlässiger Tötung gemäß §&amp;nbsp;222 StGB keinen Rechtsfehler zu seinem Nachteil auf.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;a) Nach §&amp;nbsp;222 StGB macht sich strafbar, wer &quot;durch Fahrlässigkeit den Tod eines Menschen verursacht&quot;. Den Tod der beiden Grenzschutzbeamten hat der Angeklagte dadurch in vorhersehbarer und vermeidbarer Weise herbeigeführt, daß er Alkohol zu sich nahm und sich in einen Rausch versetzte, obwohl er noch keine Unterkunft gefunden hatte und deswegen damit rechnen mußte, anschließend noch ein Kraftfahrzeug im Straßenverkehr zu führen. Die Gefahr eines Unfalls - auch mit der Folge erheblicher Verletzungen oder der Tötung anderer Personen - war dabei gerade für den Angeklagten um so deutlicher voraussehbar, als er bereits bei zwei früheren Trunkenheitsfahrten von der Fahrbahn abgekommen war. Dafür, daß der Angeklagte bereits bei Vornahme dieser Handlung (dem Trinken) schuldunfähig gewesen sein könnte, sind keine Anhaltspunkte ersichtlich. Davon ist - zu Recht - auch die Strafkammer ausgegangen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Dem Schuldspruch wegen fahrlässiger Tötung steht nicht entgegen, daß der Angeklagte bei der Tötungshandlung selbst - also bei dem Unfallgeschehen, als er sich der Grenze näherte - nach der nicht zu beanstandenden Annahme der sachverständig beratenen Strafkammer aufgrund seiner Alkoholisierung (nicht ausschließbar) schuldunfähig im Sinne des § 20 StGB war. Insofern bedarf es - entgegen der Ansicht der Strafkammer - allerdings nicht des Rückgriffs auf die Rechtsfigur der actio libera in causa (vgl. BGHSt 40, 341, 343; Horn GA 1969, 289; Otto Jura 1986, 426, 433; Paeffgen ZStW 97, 513, 524). Gegenstand des strafrechtlichen Vorwurfs ist bei §&amp;nbsp;222 StGB - wie auch bei anderen fahrlässigen Erfolgsdelikten - jedes in bezug auf den tatbestandsmäßigen &quot;Erfolg&quot; sorgfaltswidrige Verhalten des Täters, das diesen ursächlich herbeiführt. Aus diesem Grunde bestehen, wenn mehrere Handlungen als&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;a name=&quot;BGHSt_42_235_237&quot; id=&quot;BGHSt_42_235_237&quot; class=&quot;page-anchor&quot;&gt;&lt;/a&gt;&lt;a href=&quot;#BGHSt_42_235_237&quot; class=&quot;page-anchor-link&quot;&gt;BGHSt 42, 235 (237):&lt;/a&gt;
&lt;hr /&gt;
sorgfaltswidrige in Betracht kommen (wie hier das Sich-Betrinken trotz erkennbarer Gefahr einer anschließenden Trunkenheitsfahrt einerseits und diese Fahrt selbst andererseits), keine Bedenken, den Fahrlässigkeitsvorwurf an das zeitlich frühere Verhalten anzuknüpfen, das dem Täter - anders als das spätere - auch als schuldhaft vorgeworfen werden kann (vgl. Horn a.a.O. S.&amp;nbsp;289).
&lt;p&gt;Die Anwendbarkeit des deutschen Strafrechts ergibt sich aus §&amp;nbsp;3 StGB. Der Angeklagte hat die Tat - trotz Vornahme der Tathandlung in den Niederlanden - im Sinne des §&amp;nbsp;3 StGB im Inland begangen, weil der zum Tatbestand des §&amp;nbsp;222 StGB gehörende Erfolg in der Bundesrepublik eingetreten ist (§&amp;nbsp;9 Abs.&amp;nbsp;1 StGB).&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;b) Da der Angeklagte durch eine Handlung - das Trinken - fahrlässig den Tod von zwei Menschen verursacht hat, ist er allerdings nicht nur, wie das Landgericht angenommen hat, &quot;der fahrlässigen Tötung&quot;, sondern &quot;der fahrlässigen Tötung in zwei tateinheitlich zusammentreffenden Fällen&quot; schuldig.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;3. Die Verurteilung des Angeklagten wegen vorsätzlicher Gefährdung des Straßenverkehrs (§&amp;nbsp;315 c Abs.&amp;nbsp;1 StGB) und vorsätzlichen Fahrens ohne Fahrerlaubnis (§&amp;nbsp;21 Abs.&amp;nbsp;1 StVG) kann keinen Bestand haben.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;a) Durch die Trunkenheitsfahrt hat der Angeklagte zwar, wie die Strafkammer zutreffend ausführt, die Tatbestände des §&amp;nbsp;315 c Abs.&amp;nbsp;1 Nr.&amp;nbsp;1 a StGB in Verbindung mit Abs.&amp;nbsp;3 Nr.&amp;nbsp;1 StGB und des §&amp;nbsp;21 Abs.&amp;nbsp;1 Nr.&amp;nbsp;1 StVG verwirklicht. Das gilt jedenfalls für den letzten Teil der Fahrt, in dem es unmittelbar nach dem Passieren der niederländischdeutschen Grenze im Inland zu dem Unfall und den tödlichen Verletzungen der Grenzschutzbeamten kam. Es kann daher auf sich beruhen, ob diese Bestimmungen in Verbindung mit §&amp;nbsp;7 Abs.&amp;nbsp;2 Nr.&amp;nbsp;2 StGB auf die Trunkenheitsfahrt in den Niederlanden überhaupt Anwendung finden könnten (vgl. Tröndle in LK 10.&amp;nbsp;Aufl. vor §&amp;nbsp;3 Rdn.&amp;nbsp;38).&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;b) Zum Zeitpunkt dieser Fahrt - nur sie, nicht auch die vorausgegangene Fahrt durch das Bundesgebiet in Richtung der Niederlande ist Gegenstand der Anklage, beide Fahrten können entgegen den Urteilsausführungen auch nicht als eine&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;a name=&quot;BGHSt_42_235_238&quot; id=&quot;BGHSt_42_235_238&quot; class=&quot;page-anchor&quot;&gt;&lt;/a&gt;&lt;a href=&quot;#BGHSt_42_235_238&quot; class=&quot;page-anchor-link&quot;&gt;BGHSt 42, 235 (238):&lt;/a&gt;
&lt;hr /&gt;
Handlung angesehen werden - war indes die Steuerungsfähigkeit des Angeklagten aufgehoben, so daß er gemäß §&amp;nbsp;20 StGB, der die Unrechtseinsicht und Steuerungsfähigkeit des Täters &quot;bei Begehung der Tat&quot; verlangt, ohne Schuld handelte. Das schließt seine Verurteilung wegen Straßenverkehrsgefährdung und wegen Fahrens ohne Fahrerlaubnis aus.
&lt;p&gt;c) Entgegen der Auffassung der Strafkammer können dem Angeklagten die Straßenverkehrsgefährdung und das Fahren ohne Fahrerlaubnis auch nach den Grundsätzen der actio libera in causa nicht als schuldhaft begangen vorgeworfen werden.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;aa) Durch diese Rechtsfigur wird der strafrechtliche Vorwurf auf die im Rausch begangene Tat - trotz fehlender Schuld im Zeitpunkt ihrer Begehung - erstreckt, weil der Täter in noch verantwortlichem Zustand bereits eine vorwerfbare innere Beziehung zur späteren Tat hergestellt hat, indem er sich von dem übermäßigen Alkoholgenuß schuldhaft nicht durch die Vorstellung abhalten ließ, er werde im Rausch möglicherweise eine bestimmte Straftat begehen (BGHSt 17, 333, 334 f.). Es bedarf hier keiner umfassenden Auseinandersetzung mit der in Rechtsprechung und Literatur weithin anerkannten (RGSt 22, 413; 60, 29; BGHSt 2, 14, 17; 17, 259; 17, 333; 21, 381; 34, 29, 33; Dreher/Tröndle, StGB 47.&amp;nbsp;Aufl. §&amp;nbsp;20 Rdn.&amp;nbsp;18; Jähnke in LK 11.&amp;nbsp;Aufl. §&amp;nbsp;20 Rdn.&amp;nbsp;76; Lackner, StGB 21.&amp;nbsp;Aufl. §&amp;nbsp;20 Rdn.&amp;nbsp;25; Lenckner in Schönke/Schröder, StGB 24.&amp;nbsp;Aufl. §&amp;nbsp;20 Rdn.&amp;nbsp;33 - jeweils mit weiteren Nachweisen), wenn auch hinsichtlich der richtigen Begründung umstrittenen (vgl. Jähnke a.a.O. Rdn.&amp;nbsp;77, 78 m.w.N.) Rechtsfigur der actio libera in causa.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;bb) Jedenfalls bei den Delikten der Straßenverkehrsgefährdung und des Fahrens ohne Fahrerlaubnis ist die Vorverlagerung der Schuld unzulässig. An seiner in BGHSt 17, 333 - allerdings ohne Begründung - vertretenen abweichenden Auffassung hält der Senat nicht fest. Die verschiedenen Ansätze, mit denen in Rechtsprechung und Literatur die actio libera in causa erklärt wird, bieten zum einen Teil keine tragfähige Grundlage für die Anwendung der Rechtsfigur auf die hier in&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;a name=&quot;BGHSt_42_235_239&quot; id=&quot;BGHSt_42_235_239&quot; class=&quot;page-anchor&quot;&gt;&lt;/a&gt;&lt;a href=&quot;#BGHSt_42_235_239&quot; class=&quot;page-anchor-link&quot;&gt;BGHSt 42, 235 (239):&lt;/a&gt;
&lt;hr /&gt;
Rede stehenden Verkehrsstraftaten; zum anderen Teil sind sie mit dem geltenden Recht nicht in Einklang zu bringen.
&lt;p&gt;(1) Mit der Erwägung, daß, wenn der Alkoholkonsum zur Schuldunfähigkeit führt, bereits das Sichbetrinken die eigentliche Tatbestandshandlung darstellt (vgl. BGHSt 17, 333, 335; BayObLG bei Janiszewski NStZ 1988, 264), kann die Anwendung der actio libera in causa auf die Straßenverkehrsgefährdung und das Fahren ohne Fahrerlaubnis nicht begründet werden. Diese sogenannte &quot;Tatbestandslösung&quot; (Lackner a.a.O. §&amp;nbsp;20 Rdn.&amp;nbsp;25; Rudolphi a.a.O. §&amp;nbsp;20 Rdn.&amp;nbsp;28 d; Maurach/Zipf, Strafrecht AT Teilband 1, 8.&amp;nbsp;Aufl. §&amp;nbsp;36 II Rdn.&amp;nbsp;54; Roxin a.a.O. §&amp;nbsp;20 Rdn.&amp;nbsp;58; ders. in FS für Lackner S.&amp;nbsp;307, 311; Puppe JuS 1980, 346, 348), der die Vorstellung zugrunde liegt, daß bereits das Trinken ein Anfang der Ausführung der geplanten Tat ist (Jähnke a.a.O. Rdn.&amp;nbsp;77; Wessels, Strafrecht AT 23.&amp;nbsp;Aufl. §&amp;nbsp;10 III 4; Otto Jura 1986, 426, 428; Salger/Mutzbauer a.a.O. S.&amp;nbsp;564), mag, was hier keiner Entscheidung bedarf, trotz aller grundsätzlichen Bedenken gegen ihren Ansatz (vgl. Jähnke a.a.O. Rdn.&amp;nbsp;77), bei anderen Delikten eine tragfähige Grundlage für die Rechtsfigur der actio libera in causa darstellen. Bei Tatbeständen aber, die wie die §§&amp;nbsp;315 c, 316 StGB und §&amp;nbsp;21 StVG ein Verhalten verbieten, das nicht auch als die Herbeiführung eines dadurch verursachten, von ihm trennbaren Erfolges begriffen werden kann, kann sie die Annahme schuldhafter Taten trotz schuldausschließenden Vollrausches bei der eigentlichen Tathandlung nicht rechtfertigen (so auch OLG Schleswig MDR 1989, 761; LG Münster ZfS 1996, 236; Horn in SK-StGB §&amp;nbsp;323 a Rdn.&amp;nbsp;31; Jähnke a.a.O. Rdn.&amp;nbsp;77; Rudolphi a.a.O. §&amp;nbsp;20 Rdn.&amp;nbsp;28 d; Hettinger GA 1989, 1, 13; Roxin in FS für Lackner S.&amp;nbsp;307, 317; Salger/Mutzbauer NStZ 1993, 561, 563). Das gilt nicht nur für den von der Strafkammer angenommenen Fall eines vorsätzlichen Verstoßes gegen diese Vorschriften, sondern auch für fahrlässige Zuwiderhandlungen (Salger/Mutzbauer a.a.O. S.&amp;nbsp;563).&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Verkehrsstraftaten nach den §§&amp;nbsp;315 c StGB, 21 StVG setzen voraus, daß der Täter das Fahrzeug &quot;führt&quot;. Führen eines Fahrzeugs ist aber nicht gleichbedeutend mit Verursachen der Bewegung. Es beginnt erst mit dem Bewegungsvor&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;a name=&quot;BGHSt_42_235_240&quot; id=&quot;BGHSt_42_235_240&quot; class=&quot;page-anchor&quot;&gt;&lt;/a&gt;&lt;a href=&quot;#BGHSt_42_235_240&quot; class=&quot;page-anchor-link&quot;&gt;BGHSt 42, 235 (240):&lt;/a&gt;
&lt;hr /&gt;
gang des Anfahrens selbst (BGHSt 35, 390, 394). Dazu genügt nicht einmal, daß der Täter in der Absicht, alsbald wegzufahren, den Motor seines Fahrzeugs anläßt und das Abblendlicht einschaltet (BGH a.a.O.). Um so mehr muß eine Ausdehnung auf zeitlich vorgelagerte Handlungen nach der gesetzlichen Umschreibung der Tathandlung ausscheiden. Auch im Sichberauschen in Fahrbereitschaft liegt dementsprechend noch nicht der Beginn der Trunkenheitsfahrt.
&lt;p&gt;(2) Im wesentlichen aus denselben Erwägungen kommt die Heranziehung der Grundsätze der actio libera in causa auf die Trunkenheitsfahrt und die Straßenverkehrsgefährdung auch dann nicht in Betracht, wenn man die Rechtsfigur als einen Sonderfall der mittelbaren Täterschaft begreift, bei dem der Täter sich zur Ausführung der Tat seiner eigenen Person als Werkzeug bedient (RGSt 22, 413, 415; ebenso: Jakobs, Strafrecht AT 2.&amp;nbsp;Aufl. 17. Abschn. Rdn.&amp;nbsp;64). Sieht man von den grundsätzlichen Bedenken gegen dieses Begründungsmodell ab (vgl. Jähnke a.a.O. Rdn.&amp;nbsp;77), so ist auch nach ihm die tatbestandsmäßige Handlung letztlich das Sich-Berauschen. Indem der Täter sich berauscht, führt er aber - wie ausgeführt - kein Fahrzeug (im Ergebnis ebenso - allerdings mit dem Hinweis darauf, daß es sich bei der Trunkenheitsfahrt und dem Fahren ohne Fahrerlaubnis um eigenhändige Delikte handelt - Jakobs a.a.O. 17. Abschn. Rdn.&amp;nbsp;67; Roxin a.a.O. §&amp;nbsp;20 Rdn.&amp;nbsp;61; Salger/Mutzbauer a.a.O. S.&amp;nbsp;565).&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;(3) Eine Ausdehnung des Begriffs der &quot;Begehung der Tat&quot; im Sinne des §&amp;nbsp;20 StGB in der Weise, daß das &quot;vortatbestandliche, auf die Tatbestandsverwirklichung bezogene Vorverhalten&quot;, auch soweit es sich nicht als Versuchshandlung, sondern als bloße Vorbereitung darstellt, im Schuldtatbestand erfaßt wird (so Streng JZ 1994, 709, 711), ist nicht möglich (Rudolphi in SK-StGB §&amp;nbsp;20 Rdn.&amp;nbsp;28c; Roxin, Strafrecht AT Bd. I, 2.&amp;nbsp;Aufl. §&amp;nbsp;20 Rdn.&amp;nbsp;66 a; Neumann in FS für Arthur Kaufmann S.&amp;nbsp;581, 587&amp;nbsp;f.). Es spricht nichts dafür, daß das Strafgesetzbuch den in §&amp;nbsp;16 Abs.&amp;nbsp;1, §&amp;nbsp;16 Abs.&amp;nbsp;2, §&amp;nbsp;17 Satz&amp;nbsp;1 und in §&amp;nbsp;20 unterschiedslos verwendeten Begriff in §&amp;nbsp;20 in einem weiteren Sinn verstanden wissen will als in jenen anderen Vorschriften. Im übrigen hätte dieses &quot;Ausdehnungsmodell&quot; über&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;a name=&quot;BGHSt_42_235_241&quot; id=&quot;BGHSt_42_235_241&quot; class=&quot;page-anchor&quot;&gt;&lt;/a&gt;&lt;a href=&quot;#BGHSt_42_235_241&quot; class=&quot;page-anchor-link&quot;&gt;BGHSt 42, 235 (241):&lt;/a&gt;
&lt;hr /&gt;
die Fallgestaltungen der actio libera in causa hinaus, um die es ihr geht, eine auch unter Präventions- und Gerechtigkeitsgedanken nicht zu rechtfertigende Einschränkung des §&amp;nbsp;20 StGB zur Folge (vgl. die Fallgestaltung in BGH NStZ 1995, 329).
&lt;p&gt;(4) Die Annahme schuldhaft begangener Vergehen nach §&amp;nbsp;315 c StGB und §&amp;nbsp;21 StVG kann schließlich auch nicht mit dem sogenannten Ausnahmemodell begründet werden, nach dem - im Präventionsinteresse und aus Gerechtigkeitserwägungen - in Ausnahme von dem §&amp;nbsp;20 StGB zugrundeliegenden Koinzidenzprinzip der Schuldvorwurf vorverlagert und dem Täter das schuldhafte Vorverhalten des Sichberauschens als schuldhafte Tatbegehung angelastet wird (so Jähnke a.a.O. Rdn.&amp;nbsp;78; Lenckner a.a.O. Rdn.&amp;nbsp;35; Jescheck/Weigend, Lehrbuch des Strafrechts 5.&amp;nbsp;Aufl. §&amp;nbsp;40 VI 1; Wessels a.a.O. §&amp;nbsp;10 III 4; Otto Jura 1986, 426, 430; ähnlich: Stratenwerth, Strafrecht AT I 3.&amp;nbsp;Aufl. Rdn.&amp;nbsp;551). Das Ausnahmemodell ist mit dem eindeutigen Wortlaut des §&amp;nbsp;20 StGB, nach dem die Schuldfähigkeit &quot;bei Begehung der Tat&quot; vorliegen muß, nicht in Einklang zu bringen. Aus diesem Grunde kann die actio libera in causa auch nicht als richterrechtliche Ausnahme von dem Koinzidenzprinzip (so Jähnke a.a.O. Rdn.&amp;nbsp;78) oder als Gewohnheitsrecht (so Lenckner a.a.O. §&amp;nbsp;20 Rdn.&amp;nbsp;35; Jescheck/Weigend a.a.O. §&amp;nbsp;40 VI 1; Otto a.a.O. S.&amp;nbsp;430; Lemke in Ulsamer, Lexikon des Rechts Strafrecht Strafverfahrensrecht 2.&amp;nbsp;Aufl. S.&amp;nbsp;826) anerkannt werden. Beide Erklärungsversuche sind mit Art.&amp;nbsp;103 Abs.&amp;nbsp;2 GG, der strafbarkeitsbegründendes Gewohnheitsrecht verbietet (BVerfGE 25, 269, 285; 26, 41, 42; 64, 389, 393; 71, 108, 115; 75, 329, 340; Schmidt-Aßmann in Maunz-Dürig, Grundgesetz Art.&amp;nbsp;103 Abs.&amp;nbsp;2 Rdn.&amp;nbsp;222), nicht vereinbar (so auch Roxin in FS für Lackner S.&amp;nbsp;307, 311; Salger/Mutzbauer a.a.O. S.&amp;nbsp;565 m.w.N.; Paeffgen a.a.O. S.&amp;nbsp;513, 522; Hettinger in FS für Geerds S.&amp;nbsp;624, 636; Neumann a.a.O. S.&amp;nbsp;581, 590). Art.&amp;nbsp;103 Abs.&amp;nbsp;2 GG gilt nicht nur dann, wenn es um die Auslegung einzelner Straftatbestände geht, sondern in gleicher Weise bei der Auslegung von Bestimmungen des Allgemeinen Teils des Strafgesetzbuches (BGHSt 42, 158; Schmidt-Aßmann a.a.O. Rdn.&amp;nbsp;223; Eser in Schönke/Schröder, StGB 24.&amp;nbsp;Aufl. Rdn.&amp;nbsp;26;&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;a name=&quot;BGHSt_42_235_242&quot; id=&quot;BGHSt_42_235_242&quot; class=&quot;page-anchor&quot;&gt;&lt;/a&gt;&lt;a href=&quot;#BGHSt_42_235_242&quot; class=&quot;page-anchor-link&quot;&gt;BGHSt 42, 235 (242):&lt;/a&gt;
&lt;hr /&gt;
Gribbohm in LK 11.&amp;nbsp;Aufl. §&amp;nbsp;1 Rdn.&amp;nbsp;73; Rudolphi a.a.O. §&amp;nbsp;1 Rdn.&amp;nbsp;24; a.A. Lenckner a.a.O. Rdn.&amp;nbsp;35; Otto Jura 1986, 426, 430). Ob der Gesetzgeber die Rechtsfigur der actio libera in causa als richterrechtliche Ausnahme von §&amp;nbsp;20 StGB akzeptiert hat, ist angesichts des eindeutigen Wortlautes des §&amp;nbsp;20 StGB ohne Bedeutung, solange er dies nicht im Gesetzestext zum Ausdruck bringt (a.A. Rüping in Bonner Kommentar zum GG Art.&amp;nbsp;103 Abs.&amp;nbsp;2 Rdn.&amp;nbsp;53).
&lt;p&gt;4. Der Angeklagte hat sich aber wegen vorsätzlichen Vollrausches gemäß §&amp;nbsp;323 a StGB strafbar gemacht. Er hat sich vorsätzlich in einen Rausch versetzt und in diesem Zustand eine Rauschtat - die Straßenverkehrsgefährdung, diese in Tateinheit mit Fahren ohne Fahrerlaubnis - begangen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Auch diese Tat hat der Angeklagte, wenngleich er die Tathandlung - das Sichversetzen in einen Rausch durch alkoholische Getränke - in den Niederlanden vornahm, im Sinne der §§&amp;nbsp;3, 9 Abs.&amp;nbsp;1 StGB im Inland begangen, so daß §&amp;nbsp;323 a StGB anwendbar ist. Der zum Tatbestand des §&amp;nbsp;323 a StGB gehörende Erfolg im Sinne des §&amp;nbsp;9 Abs.&amp;nbsp;1 StGB tritt auch an dem Ort ein, an dem der Täter die Rauschtat begeht (Eser a.a.O. §&amp;nbsp;9 Rdn.&amp;nbsp;7; Lackner a.a.O. §&amp;nbsp;9 Rdn.&amp;nbsp;2; Spendel in LK 11.&amp;nbsp;Aufl. §&amp;nbsp;323a Rdn.&amp;nbsp;254; Oehler, Internationales Strafrecht 2.&amp;nbsp;Aufl. Rdn.&amp;nbsp;261; a.A. Schnorr von Carolsfeld in FS für Heinitz S.&amp;nbsp;765, 769; Stree JuS 1965, 465, 473&amp;nbsp;f.).&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Allerdings tritt der (Gefährdungs-) Erfolg des §&amp;nbsp;323 a StGB bereits mit dem Beginn des Rausches ein. Die Vornahme der Rauschtat ist nicht Tatbestandsmerkmal; sie steht vielmehr außerhalb des Tatbestandes und löst als sogenannte Bedingung der Strafbarkeit die Strafe für die Volltrunkenheit aus (BGHSt 16, 124, 127; 17, 334). Was im Sinne des §&amp;nbsp;9 StGB unter dem Merkmal &quot;zum Tatbestand gehörender Erfolg&quot; zu verstehen ist, kann aber nicht ausgehend von der Begriffsbildung der allgemeinen Tatbestandslehre ermittelt werden. Diese Vorschrift will nicht die dogmatische Unterscheidung zwischen Tatbestand und objektiver Bedingung der Strafbarkeit aufgreifen. Nach ihrem Grundgedanken soll deutsches Strafrecht - auch bei Vornahme der Tathandlung im Ausland - Anwendung finden, sofern es im Inland zu der Schädigung von&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;a name=&quot;BGHSt_42_235_243&quot; id=&quot;BGHSt_42_235_243&quot; class=&quot;page-anchor&quot;&gt;&lt;/a&gt;&lt;a href=&quot;#BGHSt_42_235_243&quot; class=&quot;page-anchor-link&quot;&gt;BGHSt 42, 235 (243):&lt;/a&gt;
&lt;hr /&gt;
Rechtsgütern oder zu Gefährdungen kommt, deren Vermeidung Zweck der jeweiligen Strafvorschrift ist (vgl. Oehler a.a.O. Rdn.&amp;nbsp;244). Die Gefahr, der §&amp;nbsp;323 a StGB mit dem Verbot des Sich-Berauschens entgegenwirken will, ergibt sich aber gerade daraus, daß der Berauschte die Kontrolle über seine körperlichen und geistigen Kräfte verliert und sich oft in ihm wesensfremder Weise sozialschädlich verhält. Dazu gehört auch die Vornahme von Straftaten, also der Rauschtaten, zu denen es hier im Inland gekommen ist.


        &lt;/div&gt;
        &lt;/div&gt;
&lt;/div&gt;
&lt;/fieldset&gt;
&lt;p&gt;&lt;a href=&quot;https://opinioiuris.de/entscheidung/1420&quot; target=&quot;_blank&quot;&gt;Weiterlesen&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;</description>
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 <pubDate>Thu, 28 Jun 2012 21:01:12 +0000</pubDate>
 <dc:creator>Redaktion</dc:creator>
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 <title>BVerfG, 25.07.1962 - 2 BvL 4/62</title>
 <link>https://opinioiuris.de/entscheidung/1293</link>
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                    Blankettstrafgesetz        &lt;/div&gt;
        &lt;/div&gt;
&lt;/div&gt;
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      &lt;div class=&quot;field-label&quot;&gt;Fundstellen:&amp;nbsp;&lt;/div&gt;
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                    BVerfGE 14, 245; BayVBl 1962, 317; BB 1962, 861; DAR 1962, 265; MDR 1962, 794; NJW 1962, 1563; VRS 23, 161; VerwRspr 15, 5         &lt;/div&gt;
        &lt;/div&gt;
&lt;/div&gt;
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                    Beschluss        &lt;/div&gt;
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                    &lt;ul&gt;
&lt;li&gt;AG Krefeld, 19.02.1962 - 2a Es 20/62&lt;/li&gt;
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                    &lt;hr /&gt;
&lt;a name=&quot;BVerfGE_14_245_245&quot; id=&quot;BVerfGE_14_245_245&quot; class=&quot;page-anchor&quot;&gt;&lt;/a&gt;&lt;a href=&quot;#BVerfGE_14_245_245&quot; class=&quot;page-anchor-link&quot;&gt;BVerfGE 14, 245 (245):&lt;/a&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;strong&gt;Beschluß&lt;/strong&gt;
&lt;p&gt;des Zweiten Senats vom 25. Juli 1962&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;- 2 BvL 4/62 -&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;in dem Verfahren wegen verfassungsrechtlicher Prüfung der §§ 6, 21 und 27 des Straßenverkehrsgesetzes vom 19. Dezember 1952 (BGBl. I S. 837) in der Fassung des Gesetzes zur Änderung des Straßenverkehrsgesetzes und des Gesetzes zur Sicherung des Straßenverkehrs vom 16. Juli 1957 (BGBl. I S. 709) und des Gesetzes über Maßnahmen auf dem Gebiete des Verkehrsrechts und Verkehrshaftpflichtrechts vom 16. Juli 1957 (BGBl. I S. 710) - Vorlagebeschluß des Amtsgerichts Krefeld vom 19. Februar 1962 - 2 a Es 20/62.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Entscheidungsformel:&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;§ 21 des Straßenverkehrsgesetzes vom 19. Dezember 1952 (BGBl. I S. 837) in der Fassung des Gesetzes über Maßnahmen auf dem Gebiete des Verkehrsrechts und Verkehrshaftpflichtrechts vom 16. Juli 1957 (BGBl. I S. 710) ist mit dem Grundgesetz vereinbar, soweit er Zuwiderhandlungen gegen die über den Straßenverkehr zur Erhaltung der Ordnung und Sicherheit auf den öffentlichen Wegen oder Plätzen erlassenen Rechtsverordnungen mit Strafe bedroht.&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;&amp;nbsp; Gründe:&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;I.&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;1. Die Vereinheitlichung und Neuordnung des Straßenverkehrsrechts, das bis dahin durch das Gesetz über den Verkehr mit Kraftfahrzeugen vom 3. Mai 1909 (RGBl. I S. 437) in der Fassung des Gesetzes vom 10. August 1937 (RGBl. I S. 901) und die dazu ergangenen Rechtsverordnungen geregelt war, ist durch das Gesetz zur Sicherung des Straßenverkehrs vom 19. Dezember 1952 (BGBl. I S. 832) eingeleitet worden. Dieses Gesetz änderte mehrere Vorschriften des Gesetzes über den Verkehr mit Kraftfahrzeugen. Es ermächtigte ferner in Artikel 8 den Bundesminister für Verkehr, den Wortlaut des geänderten Gesetzes über den Verkehr mit Kraftfahrzeugen mit neuem Datum und unter der Überschrift &quot;Straßenverkehrsgesetz&quot; (StVG) bekanntzumachen und dabei Unstimmigkeiten des Wortlauts zu beseitigen. Nach&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;a name=&quot;BVerfGE_14_245_246&quot; id=&quot;BVerfGE_14_245_246&quot; class=&quot;page-anchor&quot;&gt;&lt;/a&gt;&lt;a href=&quot;#BVerfGE_14_245_246&quot; class=&quot;page-anchor-link&quot;&gt;BVerfGE 14, 245 (246):&lt;/a&gt;
&lt;hr /&gt;
seinem Artikel 9 sollte das Gesetz zur Sicherung des Straßenverkehrs einen Monat nach seiner Verkündung in Kraft treten.
&lt;p&gt;Das Gesetz zur Sicherung des Straßenverkehrs ist am 23. Dezember 1952 im Bundesgesetzblatt verkündet worden. In derselben Ausgabe des Bundesgesetzblatts hat der Bundesminister für Verkehr das geänderte Gesetz über den Verkehr mit Kraftfahrzeugen unter der Überschrift &quot;Straßenverkehrsgesetz&quot; mit dem Datum des 19. Dezember 1952 bekanntgemacht; in der Bekanntmachung wird darauf hingewiesen, daß diese Fassung vom Tage des Inkrafttretens des Gesetzes zur Sicherung des Straßenverkehrs an gilt (BGBl. I S. 837).&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;§ 21 StVG lautet in der Fassung des Gesetzes über Maßnahmen auf dem Gebiete des Verkehrsrechts und Verkehrshaftpflichtrechts vom 16. Juli 1957 (BGBl. I S. 710):&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;§ 21&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Wer den Anordnungen zuwiderhandelt, die über den Straßenverkehr zur Erhaltung der Ordnung und Sicherheit auf den öffentlichen Wegen oder Plätzen, zur Verhütung einer über das verkehrsübliche Maß hinausgehenden Abnutzung der Straßen oder zur Verhütung von Belästigungen erlassen worden sind, wird mit Geldstrafe bis zu einhundertfünfzig Deutsche Mark oder mit Haft bestraft.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;2. Dem Angeklagten des beim Amtsgericht Krefeld anhängigen Ausgangsverfahrens wird vorgeworfen, am öffentlichen Verkehr teilgenommen zu haben, obwohl er sich &quot;infolge der durch alkoholische Beeinflussung hervorgerufenen körperlichen und geistigen Mängel&quot; nicht sicher im Verkehr habe bewegen können, und dadurch gegen § 2 StVZO verstoßen zu haben. Durch Beschluß vom 19. Februar 1962 hat das Amtsgericht Krefeld das Verfahren ausgesetzt und dem Bundesverfassungsgericht die Frage vorgelegt, &quot;ob das Straßenverkehrsgesetz in der Fassung der Bekanntmachung vom 19. Dezember 1952 (Bundesgesetzblatt I S. 837), und insbesondere die §§ 6, 21 und 27 des Straßenverkehrsgesetzes verfassungswidrig sind&quot;.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Zur Zulässigkeit der Vorlage führt das Amtsgericht aus: Nach dem Ergebnis der Hauptverhandlung sei der Angeklagte jeden&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;a name=&quot;BVerfGE_14_245_247&quot; id=&quot;BVerfGE_14_245_247&quot; class=&quot;page-anchor&quot;&gt;&lt;/a&gt;&lt;a href=&quot;#BVerfGE_14_245_247&quot; class=&quot;page-anchor-link&quot;&gt;BVerfGE 14, 245 (247):&lt;/a&gt;
&lt;hr /&gt;
falls mangels Beweises von der Anklage der Übertretung der §§ 2 StVZO, 21 StVG freizusprechen. Seien die genannten Vorschriften des Straßenverkehrsgesetzes jedoch verfassungswidrig und nichtig, dann müsse er wegen erwiesener Unschuld freigesprochen werden. § 71 StVZO könne auf keinen Fall angewandt werden, da er wegen Verstoßes gegen Art. 80 GG verfassungswidrig und nichtig sei. Es komme daher für die Entscheidung im Strafverfahren auf die Verfassungsmäßigkeit der genannten Vorschriften des Straßenverkehrsgesetzes an.
&lt;p&gt;Das Amtsgericht hält sämtliche Vorschriften des Straßenverkehrsgesetzes für verfassungswidrig, und zwar anscheinend deshalb, weil das Gesetz nicht ordnungsgemäß in Kraft gesetzt worden sei. Der Bundesminister für Verkehr habe von der ihm in Art. 8 des Gesetzes zur Sicherung des Straßenverkehrs erteilten Ermächtigung, den Wortlaut des geänderten Gesetzes über den Verkehr mit Kraftfahrzeugen mit neuem Datum und unter der Überschrift &quot;Straßenverkehrsgesetz&quot; bekanntzumachen und Unstimmigkeiten des Wortlauts zu beseitigen, vor dem Inkrafttreten der Ermächtigung Gebrauch gemacht. Der Bekanntmachung des Straßenverkehrsgesetzes fehle daher die gesetzliche Grundlage. - Auch durch spätere Änderungen habe das Straßenverkehrsgesetz keine nachträgliche Rechtswirksamkeit erlangt. Der Gesetzgeber sei bei der Änderung von der Rechtsgültigkeit des Gesetzes ausgegangen. Sein Rechtsetzungswille habe eine nachträgliche Inkraftsetzung des Straßenverkehrsgesetzes nicht mitumfaßt.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Bundesregierung hält § 21 StVG für gültig. Nach dem Urteil des Bundesverfassungsgerichts vom 3. Juli 1962 - 2 BvR 15/62 - seien Blankettstrafgesetze mit Art. 103 Abs. 2 und Art. 104 Abs. 1 Satz 1 GG vereinbar, wenn der Gesetzgeber in ihnen hinreichend deutlich bestimme, was strafbar sei. Dem entspreche § 21 StVG; er pönalisiere die (zulässigen) Ordnungsvorschriften eines genau abgegrenzten Ordnungsbereichs in einer Höhe, die dem Unrechtsgehalt der Übertretungen der - abschließend geregelten - straßenverkehrsrechtlichen Ordnungsvorschriften in&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;a name=&quot;BVerfGE_14_245_248&quot; id=&quot;BVerfGE_14_245_248&quot; class=&quot;page-anchor&quot;&gt;&lt;/a&gt;&lt;a href=&quot;#BVerfGE_14_245_248&quot; class=&quot;page-anchor-link&quot;&gt;BVerfGE 14, 245 (248):&lt;/a&gt;
&lt;hr /&gt;
jedem Fall entspreche. Der Inhalt dieser Ordnungsvorschriften ergebe sich schon aus den vorgegebenen Erfordernissen des Straßenverkehrs und der ihm innewohnenden Eigengesetzlichkeit. - Auch gegen das Zustandekommen des § 21 StVG könnten keine begründeten Bedenken erhoben werden.
&lt;p&gt;Dem Verfahren ist niemand beigetreten.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;II.&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Vorlage ist zulässig.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;1. Die Gültigkeit des § 21 StVG ist nur insoweit entscheidungserheblich, als er Zuwiderhandlungen gegen die über den Straßenverkehr zur Erhaltung der Ordnung und Sicherheit auf den öffentlichen Wegen oder Plätzen erlassenen Rechtsverordnungen mit Strafe bedroht.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;a) Dem Angeklagten des Ausgangsverfahrens wird eine Zuwiderhandlung gegen § 2 der ursprünglich vom Reichsverkehrsminister erlassenen Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung vorgeworfen. § 21 StVG ist also insoweit nicht entscheidungserheblich, als er auch Zuwiderhandlungen gegen Einzelanordnungen (Verfügungen) unter Strafe stellt.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;b) Das Amtsgericht Krefeld will den Angeklagten im Falle der Gültigkeit des § 21 StVG mangels Beweises, im Falle seiner Verfassungswidrigkeit dagegen wegen erwiesener Unschuld freisprechen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;c) Nachdem das Bundesverfassungsgericht durch Urteil vom 3. Juli 1962 - 2 BvR 15/62 - § 71 StVZO in der Fassung der Änderungsverordnung vom 24. August 1953 (BGBl. I S. 1131) und der später erfolgten Bekanntmachungen für nichtig erklärt hat, ist die Auffassung des Amtsgerichts, daß der Angeklagte nur nach § 21 StVG bestraft werden könnte, jedenfalls nicht offensichtlich unhaltbar.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;d) Hiernach kommt es für die Entscheidung des Ausgangsverfahrens auf die Verfassungsmäßigkeit des § 21 StVG an. Allerdings ist nicht sein ganzer Inhalt entscheidungserheblich. § 2 Abs. 1 StVZO, der den § 21 StVG im Tatbestand ergänzt,&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;a name=&quot;BVerfGE_14_245_249&quot; id=&quot;BVerfGE_14_245_249&quot; class=&quot;page-anchor&quot;&gt;&lt;/a&gt;&lt;a href=&quot;#BVerfGE_14_245_249&quot; class=&quot;page-anchor-link&quot;&gt;BVerfGE 14, 245 (249):&lt;/a&gt;
&lt;hr /&gt;
untersagt Personen, die sich im Verkehr infolge körperlicher oder geistiger Mängel nicht sicher bewegen können und infolge dieser Unsicherheit eine Gefahrenquelle für sich und andere darstellen, die Teilnahme am Verkehr schlechthin oder gestattet sie nur unter geeigneten Sicherungsvorkehrungen. Er ist Bestandteil einer Rechtsverordnung, die über den Straßenverkehr zur Erhaltung der Ordnung und Sicherheit auf den öffentlichen Wegen oder Plätzen erlassen worden ist. Daher kommt es nur auf die Verfassungsmäßigkeit des ersten Teiltatbestandes in § 21 StVG an; dagegen sind die weiteren Teiltatbestände der Übertretung von Verordnungen, die zur Verhütung einer über das verkehrsübliche Maß hinausgehenden Abnutzung der Straßen oder zur Verhütung von Belästigungen erlassen worden sind, nicht entscheidungserheblich.
&lt;p&gt;e) Ebenfalls nicht entscheidungserheblich ist die Gültigkeit der §§ 6 und 27 StVG in ihrer heutigen Fassung. § 2 Abs. 1 StVZO ist vom Reichsverkehrsminister am 13. November 1937 (RGBl. I S. 1215) auf Grund der ihm in den §§ 6 Nr. 1 und 27 des Gesetzes über den Verkehr mit Kraftfahrzeugen erteilten Ermächtigung erlassen worden und hat seither unverändert gegolten. Die §§ 6 und 27 des Gesetzes über den Verkehr mit Kraftfahrzeugen vom 3. Mai 1909 (RGBl. S. 437) in der Fassung des Gesetzes vom 10. August 1937 (RGBl. I S. 901) unterliegen als vorkonstitutionelles Recht nicht der Prüfung des Bundesverfassungsgerichts nach Art. 100 Abs. 1 GG. Für die Rechtswirksamkeit des § 2 Abs. 1 StVZO und für sein Verhältnis zu § 21 StVG ist aber unerheblich, ob er in den heute geltenden Fassungen der §§ 6 und 27 StVG eine hinreichende Rechtsgrundlage fände. Denn wie das nachträgliche Erlöschen (BVerfGE 9, 3 [12]; 12, 341 [347]) ist auch die nachträgliche Änderung einer Ermächtigung ohne Einfluß auf den Rechtsbestand der vor ihrer Änderung ordnungsgemäß erlassenen Rechtsverordnungen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Wie sich aus den Gründen des Vorlagebeschlusses ergibt, hält das Amtsgericht Krefeld das Straßenverkehrsgesetz insgesamt für&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;a name=&quot;BVerfGE_14_245_250&quot; id=&quot;BVerfGE_14_245_250&quot; class=&quot;page-anchor&quot;&gt;&lt;/a&gt;&lt;a href=&quot;#BVerfGE_14_245_250&quot; class=&quot;page-anchor-link&quot;&gt;BVerfGE 14, 245 (250):&lt;/a&gt;
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verfassungswidrig und daher nichtig. Es kommt jedoch nur auf die Feststellung der Verfassungsmäßigkeit des entscheidungserheblichen Teils von § 21 StVG an. Die dem Bundesverfassungsgericht vorgelegte Frage war deshalb entsprechend einzuschränken.
&lt;p&gt;2. Der entscheidungserhebliche Teil des § 21 StVG ist nachkonstitutionelles Recht. § 21 StVG in seiner heute geltenden Fassung ist im Rahmen des Gesetzes über Maßnahmen auf dem Gebiete des Verkehrsrechts und des Verkehrshaftpflichtrechts vom 16. Juli 1957 vom Gesetzgeber im förmlichen Gesetzgebungsverfahren mit seinem ganzen Inhalt neu beschlossen und in der nach Art. 82 GG vorgeschriebenen Form verkündet worden.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;III.&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die entscheidungserhebliche Bestimmung des § 21 StVG ist mit dem Grundgesetz vereinbar.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;1. § 21 StVG war ursprünglich Teil des Gesetzes über den Verkehr mit Kraftfahrzeugen vom 3. Mai 1909. Sein Wortlaut ist durch Art. 1 Nr. 3 des Gesetzes zur Sicherung des Straßenverkehrs vom 19. Dezember 1952 geändert worden. Die geänderte Fassung ist nach Art. 9 dieses Gesetzes einen Monat nach seiner Verkündung in Kraft getreten. Demgegenüber ist es gleichgültig, wann der Bundesminister für Verkehr den Wortlaut des &quot;Straßenverkehrsgesetzes&quot; bekanntgemacht hat. Im Gegensatz zur neuen Verabschiedung des ganzen Inhalts eines schon bisher geltenden und nur zum Teil geänderten Gesetzes durch die gesetzgebenden Körperschaften selbst und zur Verkündung des derart neu gesetzten Rechts (BVerfGE 8, 210 [213 f.]; 10, 185 [191 f.]) ist die Bekanntmachung und die Beseitigung von Unstimmigkeiten des Wortlauts eines Gesetzes durch einen Bundesminister kein konstitutiver gesetzgeberischer Akt. Sie dient nur der deklaratorischen Klarstellung des Gesetzestextes. Die vom vorlegenden Gericht gegen die Verfassungsmäßigkeit der Neufassung des in &quot;Straßenverkehrsgesetz&quot; umbenannten Gesetzes über den Ver&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;a name=&quot;BVerfGE_14_245_251&quot; id=&quot;BVerfGE_14_245_251&quot; class=&quot;page-anchor&quot;&gt;&lt;/a&gt;&lt;a href=&quot;#BVerfGE_14_245_251&quot; class=&quot;page-anchor-link&quot;&gt;BVerfGE 14, 245 (251):&lt;/a&gt;
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kehr mit Kraftfahrzeugen erhobenen Bedenken sind daher nicht begründet.
&lt;p&gt;2. Die für das Ausgangsverfahren entscheidungserhebliche Vorschrift des § 21 StVG ist mit den Art. 103 Abs. 2 und 104 Abs. 1 Satz 1 GG vereinbar.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Wie das Bundesverfassungsgericht im Urteil vom 3. Juli 1962 - 2 BvR 15/62 - entschieden hat, kann eine Strafe nach Art. 103 Abs. 2 GG nur auf Grund eines förmlichen Gesetzes oder einer Rechtsverordnung verhängt werden, die im Rahmen einer nach Inhalt, Zweck und Ausmaß derart bestimmten gesetzlichen Ermächtigung ergangen ist, daß die Voraussetzungen der Strafbarkeit und die Art der Strafe für den Bürger schon aus der Ermächtigung und nicht erst aus der auf sie gestützten Verordnung voraussehbar sind (Art. 80 Abs. 1 Satz 2 GG). Nach Art. 104 Abs. 1 Satz 1 GG hat der Gesetzgeber beim Erlaß einer Strafvorschrift, die Freiheitsstrafe androht, mit hinreichender Deutlichkeit selbst zu bestimmen, was strafbar sein soll, und Art und Maß der Freiheitsstrafe im förmlichen Gesetz festzulegen. Dem Verordnunggeber kann er aber die Spezifizierung des Straftatbestandes überlassen. Dies ist besonders dann gerechtfertigt, wenn wechselnde und mannigfaltige Einzelregelungen erforderlich werden können, wie dies im Straßenverkehrsrecht der Fall ist.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Der Gesetzgeber muß die Strafbarkeitsvoraussetzungen um so präziser bestimmen, je schwerer die angedrohte Strafe ist. Das Gebot der Bestimmtheit des Gesetzes darf allerdings nicht übersteigert werden; die Gesetze würden sonst zu starr und kasuistisch und könnten dem Wandel der Verhältnisse oder der Besonderheit des Einzelfalls nicht mehr gerecht werden. Diese Gefahr läge nahe, wenn der Gesetzgeber stets jeden Straftatbestand bis ins letzte ausführen müßte, anstatt sich auf die wesentlichen für die Dauer gedachten Bestimmungen über Voraussetzungen, Art und Maß der Strafe zu beschränken.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;§ 21 StVG entspricht den dargelegten Anforderungen, soweit&lt;/p&gt;
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&lt;a name=&quot;BVerfGE_14_245_252&quot; id=&quot;BVerfGE_14_245_252&quot; class=&quot;page-anchor&quot;&gt;&lt;/a&gt;&lt;a href=&quot;#BVerfGE_14_245_252&quot; class=&quot;page-anchor-link&quot;&gt;BVerfGE 14, 245 (252):&lt;/a&gt;
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er Zuwiderhandlungen gegen Rechtsverordnungen, die über den Straßenverkehr zur Erhaltung der Ordnung und Sicherheit auf den öffentlichen Wegen oder Plätzen erlassen worden sind, mit Übertretungsstrafe bedroht.
&lt;p&gt;a) § 21 StVG ist ein Blankettstrafgesetz. Blankettstrafgesetze ersetzen die Beschreibung des Straftatbestandes durch die Verweisung auf eine Ergänzung im gleichen Gesetz oder in anderen - auch künftigen - Gesetzen oder Rechtsverordnungen, die nicht notwendig von derselben rechtsetzenden Instanz erlassen werden müssen (vgl. RGSt 46, 393 [395]).&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Was strafbar sein soll, muß allerdings nach Art. 103 Abs. 2 in Verbindung mit Art. 80 Abs. 1 Satz 2 und - soweit Freiheitsstrafe angedroht wird - nach Art. 104 Abs. 1 Satz 1 GG vom Gesetzgeber so deutlich bestimmt werden, daß die möglichen Fälle der Strafbarkeit schon auf Grund des Gesetzes und nicht erst auf Grund einer Rechtsverordnung vorausgesehen werden können. Wird daher der Straftatbestand eines Blankettstrafgesetzes durch ein anderes Gesetz ergänzt, dann kann es der Gesetzgeber des Blankettstrafgesetzes bei einer Verweisung auf die ausfüllende Norm bewenden lassen. Erfolgt die Ergänzung eines Blankettstrafgesetzes jedoch durch eine Rechtsverordnung, so genügt eine derartige Verweisung allein nicht; vielmehr müssen zugleich die Voraussetzungen der Strafbarkeit sowie Art und Maß der Strafe im Blankettstrafgesetz selbst oder in einer anderen gesetzlichen Vorschrift, auf die das Blankettstrafgesetz Bezug nimmt, hinreichend deutlich umschrieben werden.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;b) Nach der entscheidungserheblichen Bestimmung des § 21 StVG sind Zuwiderhandlungen gegen die Rechtsverordnungen strafbar, die über den Straßenverkehr zur Erhaltung der Ordnung und Sicherheit auf den öffentlichen Wegen oder Plätzen erlassen worden sind. Da durch das Straßenverkehrsgesetz das allgemeine Straßenverkehrsrecht bundesrechtlich erschöpfend geregelt ist, können solche Rechtsverordnungen nur auf Grund des § 6 oder des § 27 StVG erlassen werden (vgl. BVerfGE 7, 111 [116 f.]).&lt;/p&gt;
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&lt;a name=&quot;BVerfGE_14_245_253&quot; id=&quot;BVerfGE_14_245_253&quot; class=&quot;page-anchor&quot;&gt;&lt;/a&gt;&lt;a href=&quot;#BVerfGE_14_245_253&quot; class=&quot;page-anchor-link&quot;&gt;BVerfGE 14, 245 (253):&lt;/a&gt;
&lt;hr /&gt;
Der in § 21 StVG gesetzlich vorgeformte Tatbestand wird also durch die gemäß §§ 6, 27 StVG erlassenen Rechtsverordnungen ausgefüllt.
&lt;p&gt;c) § 21 StVG nimmt ausdrücklich auf Regelungen Bezug, die zur Abwehr von Gefahren für die Ordnung und Sicherheit des öffentlichen Straßenverkehrs erforderlich sind. Damit ist der hier erhebliche Teil des § 21 StVG hinreichend deutlich bestimmt. Die Verkehrsteilnehmer können voraussehen, welche Handlungen oder Unterlassungen unter diese Strafandrohung fallen. Inhalt und Bedeutung des Begriffs der &quot;öffentlichen Ordnung und Sicherheit&quot; sind durch die Rechtsprechung geklärt und im juristischen Sprachgebrauch verfestigt. Welche Regelungen zum Schutz dieser Rechtsgüter erforderlich sind, läßt sich nach der Entwicklung der allgemeinen Verkehrssituation im wesentlichen auch von den einzelnen Bürgern voraussehen und ist der gerichtlichen Prüfung zugänglich.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Außerhalb des unzweifelhaften Bereichs der zur Sicherung eines gefahrenfreien Straßenverkehrs unerläßlichen Rechtsverordnungen kann es freilich Grenzfälle geben, bei denen zweifelhaft ist, ob sie durch die Blankettvorschrift in § 21 StVG bewehrt sind. Diese Möglichkeit macht aber das Blankettgesetz ebensowenig ungültig wie andere Gesetze, deren Unklarheiten erst durch die Rechtsprechung oder weitere Gesetzgebung behoben werden müssen. Die verfassungsrechtliche Prüfung des § 21 StVG hat von dessen sinn- und sachgerechter Auslegung und Anwendung auszugehen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Der Überblick über den Umfang der dem Bundesminister für Verkehr übertragenen polizeilichen Regelungsbefugnis wird schließlich dadurch erleichtert, daß der Gesetzgeber in § 6 Abs. 1 Nr. 3 StVG, der mit dem entscheidungserheblichen Tatbestand des § 21 StVG zum Teil wörtlich übereinstimmt, an Hand eines Katalogs einzelner Zuständigkeiten gezeigt hat, welcher Art die zu erlassenden Vorschriften sein sollen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Das gesetzliche Verbot der Übertretung der zum Schutz von Ordnung und Sicherheit des öffentlichen Straßenverkehrs erlas&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;a name=&quot;BVerfGE_14_245_254&quot; id=&quot;BVerfGE_14_245_254&quot; class=&quot;page-anchor&quot;&gt;&lt;/a&gt;&lt;a href=&quot;#BVerfGE_14_245_254&quot; class=&quot;page-anchor-link&quot;&gt;BVerfGE 14, 245 (254):&lt;/a&gt;
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senen Rechtsverordnungen in § 21 StVG beschreibt den Kreis der danach möglichen strafbaren Handlungen daher hinreichend deutlich und überläßt dem Verordnunggeber, dessen ordnungsgemäße Ermächtigung durch andere Vorschriften er voraussetzt, lediglich die Spezifizierung dieses Tatbestandes. Eine solche zulässige Spezifizierung enthält § 2 StVZO, der auch auf betrunkene Verkehrsteilnehmer - als Personen, die &quot;infolge körperlicher oder geistiger Mängel sich nicht sicher im Verkehr bewegen&quot; können - Anwendung findet. Jedermann weiß, daß angetrunkene Kraftfahrer den Verkehr behindern, Leben und Gesundheit der anderen Verkehrsteilnehmer gefährden und dadurch die &quot;Ordnung und Sicherheit&quot; auf den öffentlichen Wegen oder Plätzen erheblich stören; jedermann kann und muß daher schon auf Grund des § 21 StVG ein Verbot der Trunkenheit am Steuer voraussehen und sich entsprechend verhalten.
&lt;p&gt;§ 21 StVG ist somit mit Art. 103 Abs. 2 und mit Art. 104 Abs. 1 Satz 1 GG vereinbar.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;3. Weitere verfassungsrechtliche Bedenken gegen die entscheidungserhebliche Bestimmung des § 21 StVG sind nicht ersichtlich. Ihre Vereinbarkeit mit dem Grundgesetz war daher festzustellen.&lt;/p&gt;


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&lt;p&gt;&lt;a href=&quot;https://opinioiuris.de/entscheidung/1293&quot; target=&quot;_blank&quot;&gt;Weiterlesen&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;</description>
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 <pubDate>Wed, 13 Jun 2012 12:09:09 +0000</pubDate>
 <dc:creator>Redaktion</dc:creator>
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