Kunstrecht

Devisen gegen Gemälde: Wie die DDR Kunst raubte und damit ihre Staatsfinanzen stützte

Als die DDR wirtschaftlich immer stärker unter Druck geriet, griff der Staat zu ungewöhnlichen Mitteln, um an harte Währung zu gelangen. Neben Waffenexporten, politischem Handel und geheimen Finanzgeschäften spielte auch Kunst eine Rolle. Gemälde, Antiquitäten, Möbel, Porzellan oder ganze Sammlungen verschwanden aus Privatwohnungen, Schlössern und Depots – beschlagnahmt durch Behörden oder verkauft durch staatliche Tarnfirmen. Hinter dem scheinbar legalen Kunsthandel stand ein System aus Enteignung, politischem Druck und internationalem Verkauf geraubter Kulturgüter. Erst Jahrzehnte nach dem Ende der DDR beginnen Historiker und Provenienzforscher zu verstehen, wie groß das Ausmaß dieses staatlich organisierten Kunstraubs tatsächlich war.