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Erste KI Kanzlei „Garfield AI“ gewinnt Gerichtsverfahren in Großbritannien
Die KI gestützte Kanzlei Garfield AI hat erstmals ein Gerichtsverfahren in Großbritannien erfolgreich abgeschlossen. Das Unternehmen gilt als die weltweit erste von der britischen Aufsichtsbehörde zugelassene KI Kanzlei und erreichte den Erfolg in einem Verfahren vor dem County Court in Wandsworth. Der Fall betraf offene Honorarforderungen einer freiberuflichen Personalberaterin in Höhe von 7.000 Pfund. Das Gericht entschied zugunsten der Klägerin und wies zugleich eine Gegenforderung der Gegenseite zurück. Nach Angaben des Unternehmens handelt es sich um den ersten bekannten Gerichtsprozess weltweit, der mit Unterstützung einer regulierten KI Kanzlei gewonnen wurde.
KI übernimmt die juristische Vorbereitung
Garfield AI erstellte sämtliche rechtlichen Unterlagen für das Verfahren. Dazu gehörten das anwaltliche Aufforderungsschreiben, die Klageeinreichung, mehrere Zeugenaussagen sowie die vollständigen Prozessunterlagen. Vor Gericht trat jedoch kein KI System auf. Die Vertretung übernahm ein menschlicher Barrister, wie es das britische Recht vorsieht. Dieser betonte anschließend, dass die Prozessführung im Gerichtssaal weiterhin eine Aufgabe bleibe, die menschliche Erfahrung und juristische Argumentation erfordere.
Geringere Kosten für kleinere Forderungen
Die Klägerin zahlte für die Leistungen von Garfield AI rund 400 Pfund. Nach Angaben des Unternehmens wären vergleichbare Verfahren mit klassischen Anwaltskanzleien häufig deutlich teurer. Garfield AI konzentriert sich auf Forderungen zwischen 30 und 10.000 Pfund und möchte insbesondere kleinen Unternehmen sowie Selbstständigen den Zugang zum Recht erleichtern. Viele verzichten bislang auf die Durchsetzung berechtigter Ansprüche, weil die Prozesskosten den möglichen Ertrag übersteigen.
Mitgründer Philip Young bezeichnete den Ausgang des Verfahrens als einen „Meilenstein für den Zugang zum Recht“. Die erfolgreiche Klage könnte nach Einschätzung von Beobachtern ein wichtiges Signal für den künftigen Einsatz von KI im Rechtswesen sein. Gleichzeitig zeigt der Fall, dass KI derzeit vor allem die Vorbereitung juristischer Arbeit unterstützt, während die eigentliche Vertretung vor Gericht weiterhin in den Händen von Rechtsanwälten bleibt.
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