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Iran: Militär rekrutiert zunehmend Kinder
(Beirut) – Die Islamische Revolutionsgarde (IRGC) des Iran führt derzeit eine Kampagne durch, um Kinder im Alter von teilweise nur 12 Jahren als freiwillige Kämpfer für die „Verteidigung des Vaterlandes“ zu rekrutieren, so Human Rights Watch heute. Die Rekrutierung und der Einsatz von Kindern für militärische Zwecke stellen eine schwerwiegende Verletzung der Kinderrechte dar und sind Kriegsverbrechen, wenn die Kinder jünger als 15 Jahre sind.
Am 26. März 2026 erklärte ein Vertreter der 27. Mohammad-Rasulullah-Division des IRGC in Teheran, dass im Rahmen einer Kampagne zur Rekrutierung von Zivilist*innen mit dem Titel „Heimatverteidiger für Iran“ die Altersgrenze auf 12 Jahre festgelegt worden sei. Angesichts der Tausenden von Angriffen der Vereinigten Staaten und Israels im ganzen Land wären Kinder in militärischen Einrichtungen einem erheblichen Todes- und Verletzungsrisiko ausgesetzt. Die iranischen Behörden sollten die Kampagne einstellen und allen militärischen und paramilitärischen Kräften in Iran verbieten, Kinder unter 18 Jahren zu rekrutieren.
„Für eine militärische Rekrutierungskampagne, die gezielt Kinder anwirbt, gibt es keine Rechtfertigung – erst recht nicht, wenn es sich um Zwölfjährige handelt,” sagte Bill Van Esveld, stellvertretender Direktor für Kinderrechte bei Human Rights Watch. „Unterm Strich sind die iranischen Behörden offenbar bereit, das Leben von Kindern für mehr Manpower aufs Spiel zu setzen.”
Das Ziel der Kampagne ist es, Zivilist*innen für die Bereitstellung von Verpflegungs- und medizinischen Diensten, die Verteilung von Hilfsgütern und die Instandsetzung beschädigter Häuser sowie für Sicherheitsaufgaben wie die Besetzung von Checkpoints, operative Patrouillen, Aufklärungsstreifen und Fahrzeugkonvois zu gewinnen, sagte Rahim Nadali, ein Vertreter der IRGC, in einem Interview mit der iranischen Nachrichtenagentur Defa Press. Das von der Nachrichtenagentur veröffentlichte Werbeplakat für die Rekrutierungskampagne listet ebenfalls diese Aktivitäten auf und zeigt zwei Kinder, einen Jungen und ein Mädchen, neben zwei Erwachsenen, darunter einen Mann in Militäruniform.
In einem Fernsehinterview sagte Nadali: „[Was] die nachrichtendienstlichen und operativen Patrouillen betrifft, sind immer wieder Jugendliche und junge Leute zu uns gekommen und haben gesagt, dass sie daran teilnehmen wollen. Was die Basij-Kontrollpunkte betrifft, die man derzeit in den Städten sieht, haben viele junge Menschen und Jugendliche darum gebeten, dort mitwirken zu dürfen. Angesichts des Alters derjenigen, die diese Bitte geäußert haben, haben wir das [Mindest]alter auf 12 Jahre festgelegt. Das bedeutet, dass es nun Kinder im Alter von 12 und 13 Jahren gibt, die an diesen Kontrollpunkten mitwirken wollen.“
Anwärter können sich laut Nadali und dem Rekrutierungsplakat in den Teheraner Moscheen anmelden, in denen sich Basij-Stützpunkte befinden. Die Basij-Truppe untersteht dem Kommando des IRGC.
Berichten zufolge haben die Vereinigten Staaten und Israel im vergangenen Monat nach eigenen Angaben Zehntausende Luftangriffe gegen zahlreiche Einrichtungen der Basij und des IRGC sowie mehrere Checkpoints der Basij in Teheran geflogen, bei denen Menschen getötet und verletzt wurden.
Kinder im Iran sind bereits Opfer rechtswidriger Angriffe geworden. Human Rights Watch kam zu dem Schluss, dass ein rechtswidriger Angriff auf eine Grundschule in Minab im Iran am 28. Februar, bei dem Dutzende Schulkinder und andere Zivilist*innen getötet wurden, als Kriegsverbrechen untersucht werden sollte. Einem vorläufigen Bericht des US-Militärs zufolge waren die Vereinigten Staaten für den Angriff verantwortlich. Human Rights Watch hat erklärt, der Kongress solle spezielle Anhörungen zu den Zielauswahlpraktiken des US-Militärs durchführen.
Der Iran rekrutiert seit Jahren Kinder unter 18 Jahren für die Basij-Milizen, und die IRGC schickte in Iran lebende afghanische Minderjährige alsKindersoldaten zur Unterstützung der Assad-Regierung in den Bürgerkrieg in Syrien. Human Rights Watch dokumentierte, dass Jungen im Alter von nur 14 Jahren bei Kämpfen getötet wurden. Laut iranischen Regierungsangaben rekrutierten die Behörden in den 1980er Jahren Hunderttausende Kinder für den Iran-Irak-Krieg, wobei Zehntausende getötet wurden.
Das Büro des Sonderbeauftragten der Vereinten Nationen für Kinder und bewaffnete Konflikte erklärt, dass „[Kinder], die mit Konfliktparteien in Verbindung stehen, unabhängig von ihrer Rolle einem extrem hohen Maß an Gewalt ausgesetzt sind“.
Das iranische Recht sieht ausdrücklich die militärische Rekrutierung von Kindern ab einem Alter von 15 Jahren vor.
Gemäß den „Satzungen und Vorschriften des Korps der Islamischen Revolutionsgarden“ müssen Personen mindestens 16 Jahre alt sein, um für eine Anstellung beim IRGC in Frage zu kommen, sei es als festangestellte Mitarbeiter, als Vertragsbedienstete oder als Sonderpersonal der Basiji. Sonderkräfte der Basiji sind ehrenamtliche IRGC-Wachen, die „die Qualifikationen einer [offiziellen] Wache besitzen und … sich verpflichten, dem IRGC bei Bedarf in Vollzeit zur Verfügung zu stehen“. Gemäß Artikel 94 können jedoch Kinder ab 15 Jahren als „aktive“ Mitglieder gelten, die nach Abschluss von Ausbildungskursen „mit dem IRGC bei der Durchführung zugewiesener Missionen zusammenarbeiten“ können.
In seinem ersten Bericht an den UN-Ausschuss für die Rechte des Kindes erklärte der Iran, dass die Gesetze des Landes vorsehen, dass das Mindestalter „für den Eintritt in die Streitkräfte zum Zwecke der militärischen Ausbildung 16 Jahre und das Mindestalter für die Einstellung bei den Polizeikräften 17 Jahre beträgt“.
Der UN-Sicherheitsrat hat die Rekrutierung von Kindern „scharf verurteilt“ und ein vom Generalsekretär geleitetes Berichterstattungssystem eingerichtet, das dies als „schwerwiegenden Verstoß“ gegen die Rechte von Kindern betrachtet. Die Konvention über die Rechte des Kindes verbietet die Rekrutierung von Kindern unter 15 Jahren. Ein Fakultativprotokoll zur Konvention, das von Iran unterzeichnet, aber nicht ratifiziert wurde, legt fest, dass das Mindestalter für die direkte Teilnahme an Kampfhandlungen 18 Jahre beträgt. Iran ist an das Völkergewohnheitsrecht gebunden, wonach die Rekrutierung von Kindern unter 15 Jahren ein Kriegsverbrechen darstellt.
„Die an dieser verwerflichen Praxis beteiligten Beamten setzen Kinder der Gefahr schwerwiegender und irreversibler Schäden aus und riskieren selbst strafrechtliche Konsequenzen“, sagte Van Esveld. „Führungskräfte, die dem kein Ein Ende setzen, können nicht behaupten, sich um die iranischen Kinder zu sorgen.
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