Aktuelle Nachrichten

Sachverständige fordern Verbesserungen für Pflegekinder und -eltern

Tausende Kinder und Jugendliche müssen in Deutschland jährlich wegen Kindeswohlgefährdung in Obhut genommen werden. Ihr neues Zuhause ist häufig ein Kinderheim – oder eine Pflegefamilie. Davon gibt jedoch viel zu wenige, stellten die Sachverständigen im Fachgespräch der Kinderkommission (Kiko) am Mittwoch, 17. Dezember 2025, zum Thema: „Pflegekinder zwischen Familie und Staat“ fest und forderten, die rechtlichen Rahmenbedingungen für das Konzept der sozialen Familie als sicheren Ort des Aufwachsens mit festen Bezugsperson zu verbessern Als Bundesgesetzgeber werde man zu einer Lösung beitragen, die das Kindeswohl und die Pflegeeltern in den Mittelpunkt stelle und die sowohl der Lebensrealität der Kinder als auch dem grundgesetzlich garantierten Schutz der Familie gerecht werde, sagte Michael Hose (CDU/CSU), Vorsitzender der Kiko. "Bessere Lobby" für Pflegefamilien „Es ist meine Herzensangelegenheit gewesen“, berichtete Ingo Büscher, Sozialpädagoge, über seine Erfahrungen als Pflegevater mehrerer Kinder. Es sei ein anstrengender Weg gewesen, den Kindern, gerade solchen mit Beeinträchtigungen, gerecht zu werden und dabei mit bürokratischen Hürden kämpfen zu müssen. Er wünsche sich für Pflegefamilien eine bessere Lobby, mehr Aufmerksamkeit für die Kinderrechte und bundesweit einheitliche, finanzielle Leistungen. Nachdem der eigene Kinderwunsch nicht in Erfüllung gegangen sei, sei für sie die Gründung einer sozialen Familie mit Pflegekindern der Schlüssel zum Glück geworden, so Ulrike Hinrichs-Clasen, Mitwirkende bei der „Allianz für Pflegekinder“, „Pflegemama“ von drei Kindern und selbst Adoptivkind. Die meist negative mediale Berichterstattung, wenn es um Pflegekinder gehe, verstelle leider, was für Chancen soziale Familien Kindern eröffneten und für das Kindeswohl bedeuteten. Man brauche eine positivere Berichterstattung. Rechte der sozialen Familie Außerdem müssten die Rechte der sozialen Familie gestärkt werden. Egal, ob es um einen BaföG-Antrag gehe oder einen Handyvertrag, um das Namensrecht, den Erbfall oder einfach darum, sich gegen die Versuche der leiblichen Eltern zu wehren, die die Kinder zurückbekommen wollen: Man habe als Pflegeeltern vor Gericht und bei vielen anderen Stellen momentan kaum Befugnisse. Gerade das Thema des dauerhaften Verbleibs von Kindern in ihrer neuen Familie – statt einer Rückkehr in die Ursprungsfamilie – sei entscheidend für das Kindeswohl. Hier müsse es bei der Bewertung zu einer Beweisumkehr zugunsten der Pflegefamilie kommen, forderte Hinrichs-Clasen. Wünschenswert sei zudem, dass das Sorgerecht automatisch auf die soziale Familie übergehe, wenn Kinder zwei Jahre oder länger Teil einer funktionierenden Pflegefamilie sind. Man müsse das rechtsfest machen, am besten in einem Pflegekindergesetz. "Es fehlten pro Jahr 4.000 Pflegeeltern" Für 15.000 Kinder würden pro Jahr neue Elternhäuser gesucht, es fehlten pro Jahr 4.000 Pflegeeltern, erläuterte Christian Clasen, ebenfalls „Allianz für Pflegekinder“. Kinder, die keine neue Familie fänden, müssten zurück zu ihren überforderten Eltern oder in ein Kinderheim. Diese Zahlen würden einem Wohlstandsland wie Deutschland – und dem Kindeswohl – nicht gerecht. Statt die finanziell klammen Kommunen mit 100.000 Euro pro Jahr pro Heimplatz zu belasten, müsse man die Möglichkeit, Pflegekinder zu haben, bei den eine Million kinderlosen und adoptionswilligen Paaren in Deutschland bekannter machen. „Investment case der Solidargemeinschaft“ Jesse Jeng, ehemaliges Pflegekind, heute erfolgreicher Unternehmer, sprach von sich als „investment case der Solidargemeinschaft“, nachdem er mit zweieinhalb von der Polizei aus seiner Ursprungsfamilie geholt werden und eine kurze Zeit im Kinderheim verbringen musste. „Dann hat mich meine Familie gefunden.“ Schule, Studium, Bundeswehr, beruflicher Erfolg: Er habe diese Möglichkeiten erhalten, weil Deutschland „ein Land“ sei, „wo man Kinder nicht einfach auf der Straße lässt“. Die Pflegefamilie als neues, sicheres Zuhause, mit einem Umfeld fester, vertrauensvoller Bezugspersonen in Nachbarschaft und Freundeskreis, gemeinsame Erfahrungen: Das sei ein „ganz entscheidender Faktor“ gewesen. Es gelte, dieses System ein bisschen besser zu machen, so Jeng. Dazu müssten die Jugendämter entlastet und die Zahl der Pflegefamilien erhöht werden. Ab einem bestimmten Zeitraum müssten die sozialen Familien als fester Bezugspunkt für die Kinder stabilisiert und die Pflege auf Zeit, nach einem Begutachtungszeitraum, in eine Dauerpflege überführt werden, um den Beteiligten, Eltern wie Kindern, Sicherheit zu geben. Übergang ins Erwachsenenalter Die Probleme, die jugendliche Pflegekinder beim Übergang ins Erwachsenenleben ereilen, will Susanne Litzel von der Stiftung EmMi LuebesKind, selbst Mutter mehrerer Pflegekinder, mit ihrer Stiftung angehen. In Pflegekinder sei viel investiert worden – und dann landeten viele von ihnen in prekären Situationen, bevor sie im Erwachsenenleben ankommen. Wie diese Phase des Übergangs, in der die Jugendlichen noch Hilfestellung bräuchten, gemeistert werden könne, sei bislang „staatlich nicht gelöst“. Ziel des Care Leaver-Hauses in Berlin-Mitte, in dem Kindern zwei, drei Monate Obdach gewährt werde, sei daher, diesen in Kursen Hilfe zur Lebensplanung geben. Pflegekinder auf dem Weg ins Erwachsenenleben müssten stärker in den Fokus politischen Handels gerückt werden. Ihnen gebühre eine einheitliche Hilfe für diese Übergangsperiode – jedoch: „Manche Jugendämter gewähren sie, manche nicht. Es ist für den Einzelnen reine Glücksache“. (ll/18.12.2025)

Debatte zur Vermögensverteilung in Deutschland

Auf Antrag der Fraktion Die Linke hat der Bundestag in einer Aktuellen Stunde am Mittwoch, 17. Dezember 2025, über die Vermögensverteilung in Deutschland debattiert. Die Aussprache stand unter dem Titel „Lehren aus dem Siebten Armuts- und Reichtumsbericht ziehen – Armut bekämpfen, Reichtum besteuern“. Das Bundeskabinett hatte den Siebten Armuts- und Reichtumsbericht (21/3250) am 3. Dezember beschlossen. Regierung: Probleme in herausfordernden Zeiten Für die Bundesregierung bezeichnete Kerstin Griese (SPD), Parlamentarische Staatssekretärin beim Bundesministerium für Arbeit und Soziales, den rund 650 Seiten starken Armuts- und Reichtumsbericht als „großes Werk“, auf dessen Grundlage eine fundierte Diskussion über „Probleme in herausfordernden Zeiten“ geführt werden könne. Die Entwicklung von Armut und Reichtum in Deutschland müsse vor dem Hintergrund der Pandemiefolgen, des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine, massiv gestiegener Energiekosten und weltwirtschaftlicher Turbulenzen betrachtet werden. Griese wies dabei auf Erfolge bei der Einkommensentwicklung durch die Tarifpolitik und die Erhöhung des Mindestlohns hin. „Gute und sichere Arbeitsplätze sind der beste Schutz gegen Armut“, erklärte sie. Kritisch merkte Griese an, dass es beim Blick auf die Vermögensverteilung in Deutschland an einer besseren Datenbasis fehle. Hier sei die Ungleichheit offenkundig größer als bei den Einkommen. Linke will Wiedereinführung der Vermögenssteuer Für die Fraktion Die Linke betonte Ines Schwerdtner, Armut sei mehr als eine Sammlung von Tabellen, sie sei vielmehr „immer konkret“. Die statistische Armutsgrenze von 1381 Euro verfügbarem Einkommen im Monat nannte die Abgeordnete ebenso irreführend wie die Reichtumsgrenze bei 5000 Euro Monatseinkommen oder einem Vermögen von 500 000 Euro: "Sind der Oberstudienrat oder Tante Erna mit ihrem Häuschen etwa reich?" Für ihre Fraktion forderte Schwerdtner die Wiedereinführung der Vermögensteuer und die Erhöhung der Erbschaftssteuer. CDU/CSU: Arbeit ist wirksamster Schutz gegen Armut Dr. Stefan Nacke (CDU/CSU) lobte den Armuts- und Reichtumsbericht als eine „Betrachtung ohne Alarmismus und ohne Verharmlosung“. Gewiss seien viele Menschen, darunter vor allem Frauen und Kinder, durch Pandemie, Inflation und Energiekrise stärker belastet worden als zuvor, doch habe sich der Sozialstaat als „leistungsstark und stabil erwiesen“. Arbeit sei „der wirksamste Schutz gegen Armut“, allerdings gelte auch die Erfahrung, dass eine „Beschäftigung, die dauerhaft geringfügig bleibt, ihre Schutzfunktion nicht erfüllt“. AfD: Importierte Armut durch unbegrenzte Migration Ulrike Schielke-Ziesing (AfD) hielt der Linksfraktion eine einseitige Sichtweise auf Armut vor: "Für Sie ist klar: Schuld an der Armut sind nur die Reichen." Doch das Problem sei „komplizierter: Armut hat viele Ursachen“. Wenn jeder zweite Euro beim Bürgergeld aktuell an „nichtdeutsche Bezieher“ gehe, handele es sich um „importierte Armut“ in Folge von unbegrenzter Migration. Den Kirchen und Sozialverbänden warf die Abgeordnete vor, „Armut als Geschäftsmodell“ zu betreiben. Von der Bundesregierung verlangte sie ein höheres Rentenniveau als 48 Prozent – dann wäre Altersarmut vermeidbar. Grüne: Jedes siebte Kind ist armutsgefährdet Timon Dzienus von Bündnis 90/Die Grünen sprach von einem „Trauerspiel, dass jedes siebente Kind in Deutschland armutsgefährdet“ sei. Doch die Bundesregierung antworte auf diesen „Skandal“ nicht etwa mit „fröhlichen Weihnachten, sondern mit neuen Sanktionen beim Bürgergeld“. Armut werde ebenso wie Vermögen in Deutschland vererbt, daher müsse es strukturelle Veränderungen geben, nicht zuletzt auf dem Mietwohnungsmarkt: "Laut einer neuen Studie sind acht Millionen Menschen in Deutschland von Wohnarmut betroffen." Dzienus verlangte von der Bundesregierung den Mut, bei hohen Erbschaften und Vermögen „beherzt ranzugehen“. SPD: Sozialstaat ist bestes Instrument, um Armut zu reduzieren Jens Peick (SPD) plädierte dafür, bei der Debatte über Armut und Reichtum in Deutschland „von den Fakten auszugehen“. Und da habe sich der Sozialstaat auch bei wachsenden Herausforderungen aktuell als „bestes Instrument erwiesen, Armut zu reduzieren“. Allerdings mache ihm Sorgen, dass zwischen 30 und 50 Prozent derjenigen Menschen, die leistungsberechtigt seien, Transferleistungen „nicht in Anspruch nehmen, entweder aus Unwissenheit oder Scham“. Auch werde die Gesellschaft zwar reicher, doch komme dieser Reichtum bei zu wenigen Menschen an: "Das ist ein soziales und wirtschaftliches Problem, das auch gefährlich für die Demokratie werden kann.“ (gha/17.12.2025))

Baulicher Zustand der THW-Standorte

Inneres/Antwort Um den baulichen Zustand der Standorte des Technischen Hilfswerks (THW) geht es in der Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage der AfD-Fraktion.

Ausschuss beschließt Anhörung zum Daten-Governance-Gesetz

Digitales und Staatsmodernisierung/Ausschuss Der Digitalausschuss hat eine öffentliche Anhörung zum Gesetzentwurf der Bundesregierung zur Durchführung der EU-Verordnung über europäische Daten-Governance für Mittwoch, 28. Januar 2026 beschlossen.

Gesetzentwurf für Altmittel aus RSF vorgelegt

Finanzen/Gesetzentwurf Die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen hat einen Entwurf für ein Gesetz zur Übertragung von Mitteln des Restrukturierungsfonds (RSF) auf den Finanzmarktstabilisierungsfonds (FMS) vorgelegt

AfD dringt auf die Bejagung von Wölfen

Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit/Antrag Die AfD fordert in einem Antrag, "das Wolfsproblem ernst zu nehmen und ein aktives Management jetzt umzusetzen".

Keine Bundesmittel für "Denk Bunt" 2025

Finanzen/Antwort Das Thüringer Landesprogramm für Demokratie, Toleranz und Weltoffenheit "Denk Bunt" hat im Haushaltsjahr 2025 keine Mittel aus dem Bundeshaushalt erhalten.

Sportwettenanbieter muss Spielsüchtigem Wetteinsätze erstatten

beck-aktuell - 17.12.2025

Ein Sportwettenanbieter kontrolliert die Sperre eines spielsüchtigen Kunden nicht. Die verlorenen Spieleinsätze des Mannes muss er jetzt erstatten, hat das OLG Frankfurt a.M. bestätigt.



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Flüchtlingsheim doch nicht verhindert: Bayerischer Bürgermeister scheitert an Kommunalrechts-Formalia

beck-aktuell - 17.12.2025

Um zu vermeiden, dass das Land ein Gebäude als Flüchtlingsunterkunft benutzt, beschloss eine Gemeinde in Rekordzeit, dem Kauf zuvorzukommen. Doch der Bürgermeister formulierte die Tagesordnung in der Gemeinderatssitzung zu vage, entschied das BayObLG in dem sehr examenstauglichen Fall.



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9. Sitzung des Parlamentarischen Beirats für nachhaltige Entwicklung

Der Parlamentarische Beirat für nachhaltige Entwicklung und Zukunftsfragen (PBnEZ) hat sich am Mittwoch, 17. Dezember 2025, in einer öffentlichen Sitzung unter anderem mit den Auswirkungen des Klimawandels auf die menschliche Gesundheit befasst. Zu den Aufgaben des Parlamentarischen Beirats für nachhaltige Entwicklung zählen unter anderem die parlamentarische Begleitung der Deutschen Nachhaltigkeitsstrategie der Regierung, vor allem bei der Fortentwicklung der Indikatoren und Ziele, bei der Festlegung und Konkretisierung von Maßnahmen und Instrumenten zur Umsetzung der Nachhaltigkeitsstrategie, sowie bei der Vernetzung wichtiger nachhaltigkeitsrelevanter Politikansätze. Darüber hinaus begleitet das Gremium die Nachhaltigkeitspolitik der Regierung auf europäischer Ebene sowie auf Ebene der Vereinten Nationen. (17.12.2025)

Experten: Nachbesserungen an geplanter Anpassung der Krankenhausreform

Gesundheitsverbände unterstützen im Grundsatz das Vorhaben der Bundesregierung, die Krankenhausreform „praxisgerecht“ fortzuentwickeln, fordern aber Nachbesserungen an wichtigen Stellen des Krankenhausreformanpassungsgesetzes (KHAG) (21/2512, 21/3056). So werden beispielsweise neue Vorgaben für die Kooperation von Krankenhäusern gefordert und eine veränderte Finanzierungssystematik. Die Sachverständigen äußerten sich am Mittwochabend, 17. Dezember 2025, in einer Anhörung des Gesundheitsausschusses über den Gesetzentwurf sowie in schriftlichen Stellungnahmen. "Verwässerung der Krankenhausreform" befürchtet Der Spitzenverband der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) warnte nachdrücklich vor einer Verwässerung der Krankenhausreform. Mit dem neuen Gesetz drohten die angestrebten Ziele nicht erreicht zu werden. Vor allem die weitreichenden Ausnahmeregelungen für die Länder eröffneten die Möglichkeit, Qualitätskriterien auszuhebeln. Kooperationen zwischen Krankenhäusern und mit niedergelassenen Ärzten könnten grundsätzlich sinnvoll sein. Der Entwurf öffne jedoch die Tür für nahezu unbegrenzte Kooperationen ohne hinreichende Qualitätsprüfungen. Was den Krankenhaustransformationsfonds (KHTF) angehe, fehle es an klaren Vorgaben für eine zielgerichtete und priorisierte Mittelvergabe. Damit drohe eine Verteilung nach dem Gießkannenprinzip. Die Ärztegewerkschaft Marburger Bund erklärte, enttäuschend sei, dass der Entwurf bei der Vorhaltevergütung nur eine Fristverlängerung vorsehe. Solange die Vorhaltevergütung fallzahlabhängig sei, bleibe sie in ihrer Konstruktion fehlerhaft. Durch die Komplexität der Abrechnung entstehe eine erhebliche zusätzliche Dokumentationslast. Erforderlich sei eine grundlegende Anpassung der Finanzierungssystematik. Auch die Mindestvorhaltezahlen für die Leistungsgruppen entsprächen keiner wissenschaftlichen Evidenz. DKG: Vorhaltefinanzierung ist problematisch Dringenden Nachbesserungsbedarf sieht auch die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG), die darauf hinwies, dass der Gesetzentwurf aus ihrer Sicht im Bundesrat zustimmungsbedürftig ist. Das KHAG greife wie das vorherige Krankenhausversorgungsverbesserungsgesetzes (KHVVG) massiv in die Krankenhausplanung ein, die Ländersache sei. Der Verband hält zudem die Vorhaltefinanzierung für problematisch. Die Verschiebung sei keine Lösung. Die Vorhaltefinanzierung sollte vollständig ausgesetzt und ein fallzahlunabhängiges Alternativkonzept entwickelt werden. In ihrer jetzigen Ausgestaltung sei die Vorhaltefinanzierung ungeeignet, um die wirtschaftliche Situation bedarfsnotwendiger Krankenhäuser nachhaltig zu sichern. Unverzichtbar sei, mit der neuen Krankenhausplanung die Besonderheiten von Fachkliniken zu berücksichtigen, damit sie in vollem Umfang an der Krankenhausversorgung teilnehmen könnten. Grundlegenden Nachbesserungsbedarf weise zudem der Leistungsgruppenkatalog mit den Qualitätskriterien auf. Zentralisierung und Spezialisierung der Krankenhausversorgung Nach Ansicht des AOK-Bundesverbandes können die geplanten Änderungen die Konstruktionsfehler nicht beseitigen. Angesichts des Fachkräftemangels müsse die Zentralisierung und Spezialisierung der Krankenhausversorgung weiter das Ziel sein, das nicht durch Ausnahmeregelungen ausgehebelt werden dürfe. Der Verband forderte eine fallzahlunabhängige Vorhaltefinanzierung und dazu die Einführung einer bedarfsorientierten Finanzierung auf Basis von Planfallzahlen. Die Verschiebung der Vorhaltefinanzierung sollte genutzt werden, um ein Bedarfsbemessungsinstrument zu entwickeln. Das jetzt vorgesehene System auf Basis von Ist-Fallzahlen berge zu viele Fehlanreize und könne zu ökonomisch motivierten Behandlungsentscheidungen führen. Ferner müssten Webfehler bei der Ausgestaltung der sektorenübergreifenden Versorgungseinrichtungen behoben werden. So sollte auf eine verpflichtende Vorhaltung von stationären Leistungen verzichtet werden. Situation von Kinderabteilungen und regionale Besonderheiten Die Deutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin (DGKJ) zeigte sich irritiert über die ersatzlose Streichung der Leistungsgruppe 47 „Spezielle Kinder- und Jugendmedizin“. In einem Fachgutachten sei für die Erhaltung der Leistungsgruppe plädiert worden, um die spezialärztliche Versorgung von schwer und chronisch kranken Kindern und Jugendlichen sicherzustellen. In den vergangenen Jahren seien bereits viele Kinderabteilungen geschlossen worden. Anders als in der Erwachsenenmedizin bestehe somit kein weiterer Konzentrationsbedarf. Der Deutsche Caritasverband und die Katholischen Krankenhäuser mahnten mehr Rücksicht auf die Belange kleiner Versorger an. Ohne eine stärkere Berücksichtigung regionaler Besonderheiten, der Versorgungsrealitäten sowie einer Verzahnung der Krankenhausreform mit der Notfallreform und einer erforderlichen Krisen-Resilienz-Strategie für Krankenhäuser drohe ein struktureller Abbau von Krankenhausangeboten, der die flächendeckende Versorgung gefährde. Die Verbände bemängelten unter anderem unzureichende Ausnahmereglungen, starre Strukturvorgaben sowie eine untaugliche Vorhaltevergütung. Warnung vor Abschaffung von Leistungsgruppen In der Anhörung machten mehrere Sachverständige deutlich, dass aus ihrer Sicht an den Qualitätsvorgaben im Wesentlichen festgehalten werden sollte. Kritisiert wurden zu viele Ausnahmen und der Verzicht auf bestimmte Spezialkompetenzen in Leistungsgruppen. So kritisierte der Einzelsachverständige Prof. Dr. Christian Karagiannidis von der Universität Witten/Herdecke, die nunmehr geplanten Ausnahmen konterkarierten das Ziel der Reform, zu mehr Qualität und Patientensicherheit zu kommen. Er warnte nachdrücklich vor der Abschaffung von Leistungsgruppen in den Bereichen Kinder- und Jugendmedizin sowie Infektiologie. Damit werde das fatale Signal ausgesendet, dass diese Fachrichtungen künftig keine Rolle mehr spielten. Auch die geplante Ambulantisierung stoße bei schwierigen Fällen in der Praxis an ihre Grenzen. (pk/17.12.2025)

Ex-Clifford-Partner siegt vorm EGMR: BGH muss Nichtvorlage an den EuGH begründen

LTO Nachrichten - 17.12.2025

Ein früherer Clifford-Partner streitet mit der Kanzlei über eine Ruhestandsregelung. Der BGH lehnte die Vorlage des Falles an den EuGH ab, ohne dies zu begründen. Das hätte er aber machen müssen, entschied der EGMR.

Global Asset Management Review: Issue 4

Norton Rose Fulbright - 17.12.2025
Welcome to the third issue of Global Asset Management Review.

Tokenisation from pilot to practice: A UK manager’s guide to the FCA’s proposals

Norton Rose Fulbright - 17.12.2025
The Financial Conduct Authority’s (FCA) October 2025 Consultation, CP25/28 Progressing Fund Tokenisation, takes a clear step towards embedding distributed ledger technology (DLT) in the UK’s authorised fund regime.

The Australian regulatory focus on superannuation trustees: 5 practical implications for global asset managers

Norton Rose Fulbright - 17.12.2025
As at 30 June 2025, the Australian superannuation industry had AUD 4.3 trillion in assets under management, of which AUD 3 trillion was in APRA-regulated funds.

DIFC publishes Future of Finance report on alternative investments

Norton Rose Fulbright - 17.12.2025
On 9 October 2025, the Dubai International Financial Centre (DIFC) released the fifth edition of its Future of Finance series, titled ‘The Future of Alternative Investments’, analyzing how alternative assets are reshaping global investment strategies and positioning emerging markets as engines of growth.

Norton Rose Fulbright advises Wepa Hygieneprodukte GmbH on €500 million high-yield bond offering

Norton Rose Fulbright - 17.12.2025
Global law firm Norton Rose Fulbright has advised Wepa Hygieneprodukte GmbH, a leading European, family-owned producer and supplier of tissue products, in connection with a successful €500 million offering of 4.500 percent senior notes due 2032.

China’s recent legislative developments bringing more opportunities to foreign fund investors

Norton Rose Fulbright - 17.12.2025
China’s evolving legislative opening-up continues to offer new opportunities to foreign fund investors across investments in China’s equity, securities, and capital markets.