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Berliner Legal Tech Firma LawX sammelt 7,5 Millionen Euro
Der Rechtsmarkt steht vor einem tiefgreifenden strukturellen Wandel. Die steigende Nachfrage nach juristischer Beratung trifft auf einen zunehmenden Mangel an qualifizierten Fachkräften im administrativen Bereich. Was häufig übersehen wird: Etwa die Hälfte der Kanzleitätigkeiten sind administrativer Natur – bei gleichzeitig ineffizienten, oft noch aus den 1990er-Jahren stammenden Software-Systemen.
Kanzleien und Notariate verlieren täglich viele Stunden ihrer wertvollen Arbeitszeit durch manuelle Abläufe bei Aktenanlage, Kontakt- und Kalendermanagement, Dokumentenverwaltung und Abrechnung. Gleichzeitig wächst der Beratungsbedarf weiter, wodurch der Druck auf bestehende Strukturen kontinuierlich steigt.
Diese Entwicklung verschärft sich aktuell, da es bislang an ganzheitlichen, KI-gestützten Systemen fehlt. Während bereits existierende KI-Lösungen vor allem Anwältinnen und Anwälte bei der Recherche und der juristischen Textarbeit unterstützen, bleibt die operative Organisation im Backoffice weitgehend manuell.
Genau hier entsteht mit KI ein neuer Markt: Moderne Betriebssysteme, welche insbesondere die operativen Prozesse von Kanzleien intelligent strukturieren und Teams entlasten.
Das Berliner Unternehmen LawX positioniert sich in diesem Umfeld als innovativer Anbieter eines KI-gestützten Betriebssystems für operative Kanzleiprozesse. Als ganzheitliche Plattform integriert LawX zentrale Abläufe wie Aktenführung, Workflows, Kontakt- und Kalendermanagement, Dokumentenverarbeitung und Abrechnung in einem System. Dabei werden wiederkehrende administrative Tätigkeiten automatisiert.
„Der Rechtsmarkt rutscht in eine strukturelle Krise, weil zentrale Prozesse weiterhin manuell organisiert sind und gleichzeitig die personellen Ressourcen fehlen“, sagt Dr. Norman Koschmieder, Gründer und CEO von LawX. „Wir bauen die technologische Infrastruktur, um diese Prozesse erstmals durchgängig zu automatisieren und damit die Arbeitsfähigkeit von Kanzleien langfristig zu sichern.“
LawX wurde von einem Team gegründet, das juristische Erfahrung aus führenden Wirtschaftskanzleien wie Hengeler Mueller und McDermott Will & Schulte mit Skalierungskompetenz aus der Berliner Tech-Szene verbindet. Das Unternehmen hat bislang über sieben Millionen Euro Kapital aufgenommen. Die aktuelle Seed-Runde wird von Motive Partners angeführt, weitere Investoren sind unter anderem WENVEST Capital, xdeck und SIVentures. Neben institutionellen Investoren beteiligen sich auch bekannte Angel-Investoren aus der Tech- und Legal-Szene, darunter der Flink-Gründer Christoph Cordes sowie der ehemalige Deutsche-Bank-Vorstand Ralph Müller.
Im nächsten Schritt plant LawX, seine Produktpalette ab diesem Sommer auf Anwaltskanzleien auszuweiten. Rund 75 Prozent der Notare sind Anwaltsnotare, d.h. sie haben zusätzlich eine Zulassung als Rechtsanwalt, wodurch sich ein direkter Zugang zum Kanzleimarkt ergibt. Zahlreiche Kanzleien haben sich bereits für die Warteliste registriert. Das neue Kapital soll insbesondere in die dahingehende Produktentwicklung, Pflege des Bestandsystems sowie den Ausbau von Vertrieb und Kundenbetreuung fließen.
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