Legal Tech

Diese Faktoren lassen Kanzleien erfolgreich wirtschaften

Legal Tech Verzeichnis - letztes Update vor 13 Stunden 25 Minuten

Der STAR-Bericht 2025 der Bundesrechtsanwaltskammer (BRAK) zeichnet ein aktuelles Bild der Wirtschaftlichkeit deutscher Rechtsanwaltskanzleien. Die Zusammenhänge zwischen Kanzleigröße, Umsatz, Kostenstruktur und Mandatsaufkommen zeigen, welche fünf Faktoren die Wirtschaftlichkeit einer Kanzlei am meisten beeinflussen.

1. Kanzleistruktur: Einzelkanzleien dominieren
Einzelkanzleien sind weiterhin das Rückgrat des Marktes. Gleichzeitig gilt, dass mit der Größe einer Kanzlei der Umsatz deutlich steigt. Kurz gesagt: Mehr Berufsträger bedeuten mehr Erlöse, sodass große Einheiten wirtschaftlich klar im Vorteil sind.

2. Kostenstruktur: Personal treibt die KostenIn den Kanzleien liegt der Personalkostenanteil bei rund 52 Prozent des Umsatzes. Einzelkanzleien tragen in Relation gesehen höhere Sachkosten. Insgesamt ist die Kostenstruktur stabil, auch wenn das Personal den größten Anteil ausmacht.

3. Mandate: Wachstum durch Größe und Erfahrung
Ältere Kanzleien bearbeiten im Schnitt deutlich mehr Mandate (544 vs. 217) als jüngere. Die Größe und Dauer der Marktpräsenz zahlen direkt auf das Mandatsvolumen ein.

4. Standort: Mehr Umsatz, nicht automatisch mehr Gewinn
Kanzleien in Großstädten erwirtschaften höhere Umsätze, haben aber auch höhere Kosten. Da jedoch nicht der Umsatz allein entscheidend ist, sondern der Überschuss, können auch ländliche Standorte hier mithalten.

5. Rechtsgebiete: Klare wirtschaftliche Unterschiede
Wirtschaftsnahe Rechtsgebiete generieren mehr Mandate und höhere Erträge; das
Handels- und Gesellschaftsrecht ist besonders profitabel – das Sozialrecht fällt dahinter zurück.
Folglich sind das Mandatsvolumen und die Rentabilität ungleich verteilt.

FazitDer STAR-Bericht 2025 zeigt, dass Einzelkanzleien zahlenmäßig dominieren, der Umsatz mit der Kanzleigröße und Mitarbeiterzahl steigt und Personalkosten der zentrale Kostenfaktor sind. Zudem wächst das Mandatsaufkommen mit dem Alter und der Größe einer Kanzlei und zwischen den verschiedenen Rechtsgebieten bestehen messbare Unterschiede beim Mandatsvolumen und der Rentabilität.

Mehr dazu unter > STAR 2025 im Überblick: Welche Faktoren Kanzleien wirtschaftlich erfolgreich machen

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NEU: Das Legal Tech Verzeichnis Magazin 01/26 „Die moderne Kanzlei“

Legal Tech Verzeichnis - 05.05.2026

Die Ausgabe 01/2026 des Legal Tech Verzeichnis Magazins hat den Schwerpunkt „Die moderne Kanzlei“ mit Fachartikeln von Stephanie Beyrich (Rechtsanwältin), Daina Böther-Schultze (McDermott Will & Schulte), Conrad Pollack (Actaport), Tobias Voßberg (Fachanwalt), Mark Schneider (Beck-Noxtua), Dr. Franka Becker (PyleHound), Sven Hallwirth (S-Management Services), Annika Niemann (JUN Legal), Florian Riedel (Septeo, ex. stp.one), Allan Böhner (Rechtsanwalt), Björn Frommer (JUNE), Astrid Kohlmeier (AK Legal Design), Dr. Florian Skupin (Bucerius Law School), Robin Schmeisser (Fabasoft Contracts), Schweitzer Zukunftsforum, Larissa Schmitz, Patrick Wenzek (Regulint), Anna-Janina Stöhr (Digital Justice Summit) und Martin Kurtz von MaraDocs im Legal Tech Steckbrief.

Mit einem Vorwort vom ehem. Bundesjustizminister Dr. Marco Buschmann und Christian M. Theissen (White & Case).

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8. Schweitzer Zukunftsforum – Legal Tech

Legal Tech Verzeichnis - 04.05.2026

Künstliche Intelligenz verändert die Arbeit in Kanzleien spürbar: Sie automatisiert Routineaufgaben, unterstützt bei Recherche und Dokumentenerstellung und schafft Freiräume für hochwertige Beratung. Gleichzeitig stellt sich die Frage: Welche Lösungen sind wirklich praxistauglich – und wie gelingt ihr sicherer Einsatz? Antworten liefert das 8. Schweitzer Zukunftsforum Legal Tech am 16. und 17. Juni 2026.

Ihre Vorteile auf einen Blick:

  • Klarer Überblick über den aktuellen Stand von KI in der Branche
  • Praxiserprobte Tools und Workflows für den direkten Einsatz
  • Best Practices für den effektiven und sicheren Umgang mit generativer KI
  • Mehr Effizienz durch Automatisierung – mehr Zeit für Beratung
  • Einblick in zukünftige Entwicklungen und strategische Chancen

Wer KI richtig einsetzt, steigert nicht nur Effizienz, sondern auch die Qualität der Beratung. Jetzt ist der richtige Zeitpunkt, um einzusteigen.

Melden Sie sich jetzt an: Schweitzer Zukunftsforum – Legal Tech

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ZDF WISO Beitrag: Werden Anwälte bald durch KI ersetzt?

Legal Tech Verzeichnis - 03.05.2026

Ein aktueller Beitrag des ZDF WISO Magazins mit dem Titel „Trübe Aussichten für Anwälte – werden sie bald von der KI ersetzt?“ zeigt, wie künstliche Intelligenz die Arbeit von Anwältinnen und Anwälten verändern könnte. Im Mittelpunkt stehen zwei Juristen: Flora aus der Mietrechtsberatung und Ali aus dem Baurecht. Beide lassen ihren Berufsalltag von einer KI analysieren und bekommen eine Einschätzung dazu, welche Teile ihrer Arbeit künftig von KI übernommen werden könnten.

Werden Anwälte bald durch KI ersetzt?
Laut WISO wird nicht der ganze Beruf des Anwalts ersetzt, aber viele Standardaufgaben könnten stark automatisiert werden. Dazu zählen vor allem Schreiben, Recherchieren, Sortieren von Informationen, Entwürfe von Schriftsätzen und einfache rechtliche Einordnungen. Gerade in Bereichen mit vielen wiederkehrenden Fällen kann KI viel Zeit sparen.

Gleichzeitig macht der Beitrag aber auch deutlich, dass KI klare Grenzen hat. Sie kann Fehler machen, Urteile halluzinieren, veraltete Informationen verwenden oder falsche Quellen nennen. Deshalb bleibt juristische Verantwortung beim Menschen. Vor allem bei komplexen Fällen, Gesprächen mit Mandanten, Verhandlungen, Gerichtsterminen oder schwierigen Einzelfallentscheidungen bleibt der Anwalt unverzichtbar.

Als praktische Lösung zeigt der Beitrag, dass Anwälte KI nicht als Ersatz, sondern als Werkzeug nutzen sollten. Genannt werden zum Beispiel Vorlagen, digitale Fragebögen, Unterstützung bei Standardtexten und interne Systeme, die mit eigenen Mustern arbeiten. Wichtig ist dabei, klein anzufangen, echte Anwendungsfälle zu testen und auf Datenschutz sowie Kontrolle zu achten.

Fazit
Aus dem WISO Beitrag lässt sich ableiten, dass Anwälte künftig stärker mit KI arbeiten müssen, wenn sie wettbewerbsfähig bleiben wollen. Wer KI sinnvoll einsetzt, kann Routinearbeit beschleunigen und mehr Zeit für Beratung, Strategie und schwierige Fälle gewinnen. Wer sie gar nicht nutzt, könnte auf Dauer langsamer und teurer wirken. Der Beitrag kommt aber nicht zu dem Ergebnis, dass Anwälte überflüssig werden. Vielmehr zeigt es, dass sich ihr Beruf verändern wird: weg von mehr Standardarbeit, hin zu mehr Prüfung, Verantwortung, Taktik und menschlicher Beratung. Die Zeit wird zeigen, inwieweit WISO hier Recht behält.

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Leegle erweitert Advisory Board und gewinnt Ex-Minister Christian Lindner als Investor

Legal Tech Verzeichnis - 29.04.2026

Das Münchner Legaltech Unternehmen Leegle erweitert sein Advisory Board um Christian Lindner. Parallel beteiligt sich Lindner als Investor an einer Pre Seed Finanzierungsrunde im sechsstelligen Bereich. Die genaue Höhe des Investments wurde nicht veröffentlicht. Neben Lindner gehören auch Peter Mertens und Leon Szeli dem Beratungsgremium an. Auch der CDTM Venture Fund ist investiert.

Ex-Finanzminister Lindner soll das Gründerteam künftig insbesondere bei Strategie, Geschäftsentwicklung und Vertrieb unterstützen. Seine Rolle geht damit über ein rein finanzielles Engagement hinaus. Gründerin Anne Greul betont den operativen Mehrwert seiner Beratung. Lindner selbst begründet sein Engagement mit der wachsenden regulatorischen Komplexität für Unternehmen und erklärt: „Unternehmen brauchen dringend bessere Tools, um mit der Komplexität umzugehen.“

Fokus auf regulatorische Risiken und operative Umsetzung

Leegle entwickelt eine KI basierte Plattform für Regulatory Compliance. Die Lösung analysiert nach Unternehmensangaben rund 200.000 Regularien, aktualisiert diese täglich und verknüpft regulatorische Anforderungen automatisiert mit konkreten Produktmerkmalen. Unternehmen können so bestehende Compliance Risiken bewerten, neue gesetzliche Anforderungen überwachen und länderspezifische Vorgaben bei Marktexpansion frühzeitig identifizieren.

Adressiert werden insbesondere Unternehmen mit komplexen Produktportfolios und hoher regulatorischer Exponierung. Zu den bereits genannten Kunden zählen Obi, Sennheiser und WMF. Das Geschäftsmodell basiert auf wiederkehrenden Lizenzumsätzen über ein Abonnementmodell, ergänzt um optionale Erweiterungsmodule.

Vom Web3 Pivot zum Compliance Anbieter

Das Unternehmen entstand 2024 aus einem strategischen Neustart des früheren Web3 Projekts Moonblock. Die Gründer Anne Greul, Patrick Tu und Sebastian Wagner hatten zuvor eine Plattform für NFT Kampagnen entwickelt und nach veränderten Marktbedingungen das Geschäftsmodell auf KI gestützte Compliance Lösungen ausgerichtet. Diese Transformation bildet heute die Basis für die Positionierung von Leegle im wachsenden Markt für regulatorische Technologie.

Signalwirkung für Governance und Wachstum

Mit Lindners Einstieg verbindet Leegle nicht nur Kapital, sondern zusätzliche Glaubwürdigkeit in Governance Fragen und strategische Unterstützung für weiteres Wachstum. Das Unternehmen positioniert sich damit stärker an der Schnittstelle von Künstlicher Intelligenz, Regulierung und Enterprise Software.

Für Lindner ist das Engagement Teil eines breiteren wirtschaftlichen Portfolios nach seinem Rückzug aus der Politik. Leegle zählt nach seinen Angaben zu seinen ersten Beteiligungen in der Start up Szene.

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StruKI: Justizministerium Baden-Württemberg entwickelt KI-Werkzeug zur Aktenstrukturierung

Legal Tech Verzeichnis - 27.04.2026

Das Ministerium der Justiz und für Migration Baden-Württemberg entwickelt ein KI-Werkzeug zur Aktenstrukturierung, genannt StruKI. Konkret handelt es sich um eine Assistenzanwendung, die mit Hilfe von Künstlicher Intelligenz Justizverfahrensakten zusammenfasst und strukturiert. Dazu heisst es in der Presseerklärung des Ministeriums:

Die Arbeit der Richter und Staatsanwälte wird maßgeblich durch das Lesen und Auswerten von Akten bestimmt, was einen sehr großen Anteil ihrer Arbeitszeit in Anspruch nimmt. StruKI wird Akteninhalte übersichtlich aufbereiten, um einen besseren und schnelleren Zugriff auf die wesentlichen Informationen zu ermöglichen. Dies soll nicht nur die Arbeit der Justizangehörigen erleichtern, sondern auch die Dauer vieler Verfahren verkürzen und somit letztendlich den Bürgern zugutekommen.

Dazu die Ministerin der Justiz und für Migration Marion Gentges: „Mit StruKI möchten wir den Justizangehörigen ein effektives Instrument zur Verfügung stellen, um ihre Arbeit zu optimieren und die Verfahrensführung zu beschleunigen. Dann können sie sich noch besser auf ihre Kernkompetenzen fokussieren: den persönlichen Kontakt mit den Rechtssuchenden, die Kommunikation mit den Verfahrensbeteiligten und die fundierte juristische Entscheidungsfindung.“

Das Projekt ist Teil der Digitalisierungsinitiative für die Justiz und wird mit Entwicklern der IBM Deutschland GmbH, der CODEFY GmbH sowie der Materna Information & Communications SE durchgeführt. Bund und Länder haben Baden-Württemberg mit der Projektdurchführung beauftragt; die Projektinitiative stammt ebenfalls aus Baden-Württemberg.

StruKI soll perspektivisch in allen Gerichtsbarkeiten eingesetzt werden, das heißt bei Zivil- und Strafgerichten, Verwaltungsgerichten, Sozialgerichten, Finanzgerichten und Arbeitsgerichten in Bund und Ländern. Auch die Staatsanwaltschaften werden StruKI nutzen können.

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FutureLaw 2026 – Effizienz, Compliance und die Zukunft der Rechtsberatung

Legal Tech Verzeichnis - 26.04.2026

Die Legal-Tech-Landschaft in der DACH-Region ist grundlegend gereift. Im Jahr 2026 hat sich die Diskussion eindeutig von dem spekulativen Hype rund um künstliche Intelligenz hin zu strikter regulatorischer Compliance, Datensouveränität und kompromissloser Prozessoptimierung verlagert. Kanzleien und Rechtsabteilungen von Unternehmen experimentieren nicht länger nur mit generativer KI, sondern integrieren sie aktiv in eine hochregulierte operative Realität, die durch die umfassenden digitalen Governance-Rahmenwerke der Europäischen Union geprägt ist. Legal Tech gilt nicht mehr als „Nice-to-have“-Luxus, sondern als grundlegende Infrastruktur moderner juristischer Praxis.

Die schrittweise Umsetzung des EU-KI-Gesetzes (European Union AI Act) hat ein neues Paradigma für den Einsatz von Legal Tech geschaffen. Nachdem die Verpflichtungen für General-Purpose-AI-Modelle (GPAI) im August 2025 in Kraft getreten sind, liegt der Fokus im Jahr 2026 klar auf dem umfassenden Hochrisiko-Regelwerk für Systeme, die in kritischer Infrastruktur und regulierten Produkten eingebettet sind. Für deutsche Rechtspraktiker erfordert dies einen äußerst sorgfältigen Ansatz bei der Beschaffung von Software. Legal-Tech-Lösungen müssen nicht nur Effizienzgewinne bieten, sondern auch transparente Datenherkunft, belastbare Dokumentation und nachweisbare Einhaltung strenger europäischer Datenschutzstandards gewährleisten. Infolgedessen hat der Markt eine massive Konsolidierung hin zu einheitlichen Cloud-Ökosystemen erlebt. Es wird prognostiziert, dass Fallmanagement-Lösungen im Jahr 2026 einen dominanten Anteil von 41 % am globalen Legal-Tech-Markt halten und als sicheres, regelkonformes zentrales Nervensystem digitalisierter Rechtsprozesse fungieren.

In dieser Ära erhöhter Rechenschaftspflicht hat sich das Management von KI-Halluzinationen von einer theoretischen Krise zu einer täglichen operativen Notwendigkeit entwickelt. Rechtsabteilungen verlangen Systeme, die überprüfbare Wahrheit und logische Konsistenz integrieren. Gleichzeitig erlebt die Branche einen Realitätscheck in Bezug auf „agentische KI“. Während die Marketingversprechen im Jahr 2025 weitreichend waren, differenziert der Markt 2026 strikt zwischen echten autonomen Agenten und bloßen Workflow-Hüllen und verlangt robuste Aufsichtsarchitekturen, um die Kommunikation dieser neuen digitalen Arbeitskräfte zu erfassen und dauerhaft nachzuverfolgen.

EU Regulatory Framework Compliance Imperative 2026 Legal Tech Adaptation EU-KI-Verordnung (GPAI-Bestimmungen) Verpflichtende Transparenz und Zusammenfassungen der Trainingsdaten für Basismodelle. Verlagerung hin zu Anbieter-Ökosystemen, die prüfbare Datenherkunft und erklärbare KI-Ergebnisse bereitstellen. DSGVO & Datensouveränität Strikte Verbote grenzüberschreitender Übertragung sensibler Rechtsdaten in ungesicherte Umgebungen. Einführung von On-Premises Small Language Models (SLMs) und souveränen Cloud-Bereitstellungen. Hochrisiko-KI-Kategorisierung Kontinuierliche Risikobewertungen für KI-Tools, die in gerichtlichen oder kritischen unternehmerischen Entscheidungsprozessen eingesetzt werden. Integration von „Human-in-the-Loop“-Kontrollpunkten (HITL) in automatisierte Workflows zur Dokumentenprüfung.

Um diese komplexe Schnittstelle zwischen Technologie und Regulierung zu beherrschen, müssen europäische Rechtspraktiker auf Jurisdiktionen blicken, die digitale Governance erfolgreich vorangetrieben haben. Die Veranstaltung FutureLaw 2026, die am 14.–15. Mai im Hafen von Tallinn stattfindet, dient als Zentrum dieser zentralen Diskussionen. Estonia, weltweit anerkannt als Vorreiter digitaler Governance und Heimat des x-Road-Interoperabilitätsframeworks, bietet den idealen Rahmen, um sichere und skalierbare Innovationen im Legal-Tech-Bereich zu beleuchten.

Die Konferenz wird mit Eröffnungsbeiträgen führender Legal-Tech-Persönlichkeiten eröffnet, darunter auch Deutschlands Stefan C. Schicker, was die unmittelbare Relevanz der Agenda für den DACH-Markt unterstreicht. FutureLaw 2026 adressiert die Compliance-Herausforderungen direkt mit Hauptbühnen-Panels wie „Regulating the Regulators“, in denen analysiert wird, wie Gesetzgeber und Aufsichtsbehörden sich an KI-gestützte Rechtsdienstleistungen anpassen. Teilnehmer profitieren zudem von den Einsichten von Paul Nemitz, einem „Godfather of GDPR“, sowie von Charles Paré, ehemaliger Chief Legal & Integrity Officer des World Economic Forum, die erörtern werden, wie Vertrauen im Zeitalter automatisierter Entscheidungen wiederhergestellt werden kann.

Für Praktiker mit Fokus auf Effizienz und Risikomanagement bietet die Konferenz hochgradig technische Workshops. „Contract Intelligence – Training AI on Your Own Clauses“ zeigt, wie Modelle sicher mit proprietären Daten feinjustiert werden können, während die Session „Federated Legal Intelligence“ untersucht, wie Rechtsteams grenzüberschreitend an KI-Trainings zusammenarbeiten können, ohne sensible Rohdaten jemals zu teilen. Durch den Austausch mit globalen Experten wie Pēteris Zilgalvis, Richter am Gericht der Europäischen Union, erhalten Teilnehmer ein fundiertes Verständnis dafür, wie Technologie und Rechtsprechung im Rahmen europäischen Rechts zusammengedacht werden müssen. FutureLaw 2026 ist damit ein strategisches Muss für jede Kanzlei, die sich einer sicheren, regelkonformen und effizienten juristischen Praxis in der DACH-Region und darüber hinaus verpflichtet sieht.

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Freshfields und Anthropic schließen globale KI-Allianz

Legal Tech Verzeichnis - 23.04.2026

Die internationale Wirtschaftskanzlei Freshfields und das KI-Unternehmen Anthropic haben eine mehrjährige strategische Partnerschaft angekündigt, die auf die gemeinsame Entwicklung KI-gestützter juristischer Arbeitsabläufe und den globalen Einsatz von Anthropics Claude-Modellen innerhalb der Kanzlei abzielt. Die Zusammenarbeit umfasst sowohl operative Nutzung als auch Co-Entwicklung neuer „agentic“ Legal Workflows und markiert einen der bislang weitreichendsten KI-Deployments im internationalen Kanzleimarkt.

Im Zentrum der Vereinbarung steht ein konzernweiter Rollout der Claude-Produktfamilie über sämtliche 33 Freshfields-Standorte hinweg. Die Modelle werden über Freshfields’ proprietäre generative KI-Plattform in einer gesicherten und verantwortungsvoll kontrollierten Umgebung bereitgestellt. Nach Angaben der beteiligten Unternehmen wurde der Zugang bereits 5.700 Mitarbeitenden eröffnet, über alle Praxisgruppen und Business-Services-Funktionen hinweg. Innerhalb der ersten sechs Wochen soll die tägliche Nutzung bereits breite interne Adoption gezeigt haben.

Co-Entwicklung agentischer Workflows im Fokus

Die Partnerschaft geht deutlich über ein klassisches Software-Beschaffungsmodell hinaus. Freshfields und Anthropic wollen gemeinsam neue KI-native juristische Prozesse entwerfen und produktisieren. Geplant ist, dass Teams beider Unternehmen zusammen Workflows entwickeln, die aktuelle und künftige Fähigkeiten von Claude nutzen, insbesondere für komplexe, wiederkehrende und wissensintensive juristische Aufgaben. Dazu gehören auch neuartige agentische Workflows, also KI-Systeme, die mehrstufige Aufgabenketten teilautonom unterstützen können.

Ein zentrales Element ist dabei auch die operative Zusammenarbeit mit Anthropics eigener Rechtsabteilung. Freshfields soll nicht nur intern Claude einsetzen, sondern gemeinsam mit dem Legal Team von Anthropic neue Prozesse definieren und diese zugleich in der Beratung von Anthropic selbst anwenden. Die Partnerschaft hat damit einen bidirektionalen Charakter: Freshfields wird Nutzer, Entwicklungspartner und zugleich externer Rechtsberater innerhalb desselben Innovationsmodells.

Nach Angaben aus der Veröffentlichung nutzt Freshfields Claude bereits täglich in der Mandatsarbeit. Einsatzfelder umfassen u.a. juristische Recherche und Wissensmanagement, Dokumentenanalyse und Prüfung, Unterstützung bei Due-Diligence-Prozessen, vertragsbezogene Arbeitsabläufe, Workflow-Automatisierung in Business Services sowie produktivitätssteigernde Assistenz in mandatsbezogenen Prozessen. Diese Nutzung soll nun im Rahmen der neuen Vereinbarung systematisch ausgebaut und um neue Workflow-Kategorien erweitert werden.

Globaler Rollout unter Sicherheits- und Governance-Rahmen

Die Unternehmen betonen dabei ausdrücklich einen verantwortungsvollen Implementierungsansatz. Der Einsatz erfolge in einem sicheren und verantwortungsvollen Rahmen. Das deutet auf Governance-, Sicherheits- und Kontrollmechanismen hin, die insbesondere im regulierten juristischen Umfeld zentral sind. Auch dies wird als Bestandteil des globalen Deployments hervorgehoben.

Bemerkenswert ist auch der Umfang des Deployments: 33 Büros global und 5.700 Mitarbeitende machen das Projekt zu einer ungewöhnlich großen Einführung von Frontier-Modellen in einer Kanzleiumgebung. Die Vereinbarung wird ausdrücklich als mehrjährig beschrieben, was auf einen langfristigen Ausbau statt eines Pilotprojekts hinweist.

Signalwirkung für den Legal Tech Markt

Strategisch ist die Partnerschaft für beide Seiten bedeutsam. Für Freshfields bedeutet sie eine beschleunigte Transformation hin zu KI-native Legal Services. Anders als punktuelle Tool-Nutzung zielt das Modell auf tief integrierte Prozessveränderungen.

Für Anthropic stellt die Kooperation einen hochkarätigen Enterprise- und Legal-Sektor-Anwendungsfall dar, in dem Claude nicht nur als Assistenzsystem, sondern als Infrastruktur für professionelle Workflows positioniert wird.

Für den Legal Tech Markt signalisiert die Kooperation einen Übergang von experimenteller KI-Nutzung zu großskaliger institutioneller Implementierung in internationalen Kanzleistrukturen. Die Ankündigung reiht sich damit in einen breiteren Trend ein, bei dem führende Kanzleien über reine Nutzung generativer KI hinaus beginnen, gemeinsam mit Modellanbietern domänenspezifische Systeme zu entwickeln. Neu an diesem Fall ist jedoch die explizite Co-Build-Komponente, also nicht nur Deployment, sondern gemeinsame Produkt- und Workflow-Innovation zu entwickeln.

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Hogan Lovells tritt Global Legal Tech Alliance bei

Legal Tech Verzeichnis - 23.04.2026

Die globale Wirtschaftskanzlei Hogan Lovells ist einem Netzwerk von mehr als fünfzehn internationaler Kanzleien beigetreten, um die Global Legal Tech Alliance zu gründen – eine länderübergreifende Initiative, die Kanzleien stärker in die Entwicklung und den Einsatz neuer Technologien in der juristischen Praxis einbindet.

Die Allianz schließt eine Marktlücke: Obwohl Kanzleien in verschiedenen Rechtsordnungen vor ähnlichen Herausforderungen bei der Einführung von KI und Rechtstechnologie stehen, fehlte bislang eine strukturierte, von Kanzleien geführte Plattform, um diese gemeinsam anzugehen. Die Global Legal Tech Alliance will dies durch gemeinsame Standards, kollaborative Entwicklungen von Lösungen für komplexe juristische Workflows sowie durch gezielte Aus- und Weiterbildungsangebote über die Global Legal Tech Alliance Academy ändern.

Über die Global Legal Tech Alliance Academy erhalten die Mitgliedskanzleien Zugang zu gemeinsamen Trainingsressourcen und Entwicklungsprogrammen für Juristen aller Karrierestufen. Das Global Legal Tech Alliance Forum bietet eine Plattform für den regelmäßigen fachlichen Austausch zu neuen Technologien und Legal Operations, während das Global Legal Tech Alliance Strategic Forum Führungskräfte zusammenbringt, um einen langfristigen Dialog über die Entwicklung von Legal Tech und deren Auswirkungen auf die Branche zu führen.

Die Allianz basiert auf der Grundidee, dass Kanzleien Innovationen in diesem Sektor maßgeblich vorantreiben können – sie verfügen über hochwertige Daten, ein tiefes Verständnis rechtlicher Fragestellungen und verpflichten sich zu hohen ethischen Standards. Ziel ist es, Mandanten die bestmögliche, technologiegestützte Rechtsberatung zu bieten.

Sebastian Lach, Partner bei Hogan Lovells und Co-CEO von ELTEMATE, ergänzt: „Unsere Mandanten erwarten mehr als exzellente Rechtsberatung – sie erwarten auch intelligente, skalierbare Technologien. Die Global Legal Tech Alliance ermöglicht es uns, Innovationen schneller denn je in die Praxis umzusetzen und zugleich ein einzigartiges Lernökosystem zu schaffen, in dem sich Juristen weiterentwickeln können. Mit dem Beitritt zur Global Legal Tech Alliance wird Hogan Lovells Teil eines globalen Netzwerks führender Kanzleien, die die Zukunft juristischer Dienstleistungen durch Technologie, Zusammenarbeit, Innovation und geteilte Expertise aktiv mitgestalten.“

Mark W. Brennan, Global Managing Partner für Digitalisierung, kommentiert: „Legal Tech steht im Zentrum unserer Leistungserbringung für Mandanten. Kanzleien verfügen über die Expertise, die Daten und die professionellen Standards, um hier eine führende Rolle einzunehmen. Wir sollten diese Werkzeuge und Best Practices aktiv gestalten, um Mandantenservice und Effizienz zu optimieren.“

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Anthropic greift mit „Claude for Word“ den Legal Tech Markt an

Legal Tech Verzeichnis - 22.04.2026

Der nächste relevante Vorstoß in den Legal Tech Markt kommt nicht von einem klassischen Spezialanbieter, sondern von einem Modellentwickler. Anthropic hat mit „Claude for Word“ ein Word-Add-in in die Beta gebracht, das gezielt auf dokumentenintensive Arbeitsprozesse ausgerichtet ist. Der entscheidende Unterschied zu bisherigen KI-Anwendungen liegt im Einsatzort: Die Assistenz findet nicht mehr außerhalb des Dokuments statt, sondern direkt innerhalb der Arbeitsumgebung, in der Juristen täglich Verträge, Schriftsätze und Stellungnahmen bearbeiten.

Damit adressiert Anthropic einen zentralen Schwachpunkt vieler bisheriger KI-Anwendungen im Rechtsbereich: den Medienbruch zwischen Textverarbeitung und KI-gestützter Analyse. Statt Inhalte zu exportieren und in externe Tools zu überführen, bleibt der gesamte Prozess im Dokument verankert.

Redlining als strategischer Hebel

Besonders relevant für juristische Praxis ist die Integration in bestehende Word-Workflows. „Claude for Word“ ist darauf ausgelegt, Änderungen direkt im Modus „Track Changes“ vorzunehmen. Anpassungen erscheinen somit als nachvollziehbare Redlines, die wie gewohnt geprüft, akzeptiert oder verworfen werden können.

Diese Funktionalität ist nicht trivial. Während viele generative KI-Systeme Textvorschläge liefern, scheitert ihre praktische Nutzbarkeit häufig an der fehlenden Integration in etablierte Review-Prozesse. Ein System, das Änderungen unmittelbar als redaktionell nachvollziehbare Eingriffe im Dokument abbildet, fügt sich hingegen nahtlos in bestehende Arbeitsabläufe ein.

Ergänzend kann die Anwendung Kommentare analysieren, mehrteilige Dokumente kontextübergreifend bearbeiten und strukturelle Elemente wie Formatierungen oder Nummerierungen erhalten. Gerade bei umfangreichen Vertragswerken ist dies ein wesentlicher Faktor für die Praxistauglichkeit.

Angriff auf zwei Märkte gleichzeitig

Mit diesem Ansatz positioniert sich Anthropic strategisch gleich gegen zwei etablierte Marktsegmente:

Zum einen tritt das Unternehmen in direkte Konkurrenz zu den KI-Angeboten innerhalb der Microsoft-Produktwelt. Da Microsoft Word im juristischen Umfeld de facto Standard ist, wird jede tief integrierte KI-Erweiterung automatisch zu einem relevanten Wettbewerbsfaktor.

Zum anderen geraten spezialisierte Legal-Tech-Anbieter unter Druck. Viele dieser Lösungen differenzieren sich über Funktionen wie Vertragsanalyse, Redlining oder Kommentarmanagement. Wenn ein generalistisches KI-System diese Kernfunktionen zunehmend direkt im Standardarbeitswerkzeug abbildet, verschiebt sich die Wettbewerbslogik.

Allerdings bedeutet das nicht automatisch eine Verdrängung spezialisierter Anbieter. Vielmehr entsteht ein Spannungsfeld zwischen breiter integrierten, generischen Lösungen und hochspezialisierten Tools mit tiefer juristischer Funktionalität.

Produktivitätsgewinn mit klaren Grenzen

Die bislang bekannten Funktionen sprechen vor allem für eine deutliche Effizienzsteigerung bei standardisierten Aufgaben: Zusammenfassungen, erste Vertragsanalysen, sprachliche Optimierungen oder das Abarbeiten von Kommentaren lassen sich erheblich beschleunigen. Gleichzeitig bleiben strukturelle Grenzen bestehen. Komplexe juristische Bewertungen, strategische Verhandlungsentscheidungen oder die Anwendung spezifischer Kanzlei-Playbooks lassen sich nicht ohne Weiteres automatisieren. Auch Fragen der inhaltlichen Verlässlichkeit und der rechtlichen Einordnung bleiben kritisch.

Anthropic selbst weist darauf hin, dass alle Änderungen überprüft werden sollten und menschliche Aufsicht erforderlich bleibt. In der Praxis positioniert sich das System damit eher als Assistenzwerkzeug denn als autonome Entscheidungsinstanz.

Integration als Plattformstrategie

„Claude for Word“ ist zudem Teil einer größeren Entwicklung. Anthropic arbeitet daran, seine Modelle in zentrale Arbeitsumgebungen zu integrieren, darunter auch Anwendungen wie Excel oder PowerPoint sowie unternehmensweite Datenquellen. Für den Rechtsmarkt ist diese Entwicklung besonders relevant, da juristische Arbeit selten isoliert erfolgt. Verträge stehen im Kontext von E-Mail-Kommunikation, internen Abstimmungen, Präsentationen und strukturierten Daten. Eine KI, die diese Informationsquellen miteinander verknüpfen kann, gewinnt erheblich an praktischer Relevanz. Die strategische Stoßrichtung ist damit klar: Nicht einzelne Funktionen sollen dominieren, sondern die Position innerhalb des gesamten Arbeitsprozesses.

Neue Anforderungen an Governance und Compliance

Mit der tieferen Integration in juristische Workflows steigen zugleich die Anforderungen an Datenschutz, Vertraulichkeit und Compliance. Der Einsatz von KI im Dokument selbst wirft unmittelbare Fragen zur Verarbeitung sensibler Mandatsinformationen auf. Hinzu kommen haftungsrechtliche und prozessuale Aspekte. In verschiedenen Rechtsordnungen wird bereits diskutiert, inwieweit Interaktionen mit KI-Systemen dokumentations- und potenziell verwertbar sind. Für Kanzleien bedeutet das, dass der Einsatz solcher Tools nicht nur technisch, sondern auch organisatorisch und rechtlich abgesichert werden muss. Entsprechend gewinnt die Implementierung klarer Richtlinien, Prüfprozesse und Zugriffskontrollen an Bedeutung.

Fazit: Der Wettbewerb verschiebt sich ins Dokument

Mit „Claude for Word“ greift Anthropic nicht einfach ein weiteres Segment des Legal Tech Markts an, sondern positioniert sich an einem zentralen Punkt juristischer Wertschöpfung: der Bearbeitung des Dokuments selbst. Die eigentliche Innovation liegt weniger in einzelnen Funktionen als in der Integration in bestehende Arbeitsabläufe. Genau darin könnte sich langfristig ein entscheidender Wettbewerbsvorteil entwickeln.

Für Kanzleien stellt sich damit eine strategische Frage: Welche Rolle sollen generalistische, tief integrierte KI-Systeme künftig im eigenen Workflow spielen und wie lassen sie sich mit spezialisierten Legal Tech Lösungen sinnvoll kombinieren?

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Kommentar: Zwei Wochen Beck-Noxtua im Praxisvergleich mit Libra

Legal Tech Verzeichnis - 21.04.2026

Vor etwa zwei Jahren habe ich angefangen, mit ChatGPT zu arbeiten. Erst sporadisch, dann regelmäßig. Die Ergebnisse waren oft überraschend brauchbar, aber schnell wurde klar, dass ein amerikanischer Chatbot und der anwaltliche Berufsalltag mit seinen Vertraulichkeitsanforderungen nicht ohne Weiteres zusammenpassen. Ich habe das Thema eine Weile auf Abstand gehalten, bis nach und nach Tools auf den Markt kamen, die genau dieses Problem lösen wollten.

Seit etwa sechs Monaten arbeite ich täglich mit Libra, und was mich dabei am meisten beschäftigt, ist weniger das einzelne Tool als die Richtung, in die sich das alles bewegt. Die rechtliche Prüfung, die solche Werkzeuge heute liefern, ist in vielen Fällen schon erstaunlich präzise. Wenn man das weiterdenkt, verschiebt sich möglicherweise, was die eigentliche anwaltliche Leistung ausmacht. Vielleicht weniger das theoretische Wissen, das abrufbar wird, und mehr das, was sich nicht automatisieren lässt: der Umgang mit Mandanten, die Einschätzung einer Situation, die Organisation der eigenen Kanzlei.

Aber das ist die große Perspektive. Konkret wollte ich wissen, wie sich Beck-Noxtua im Kanzleialltag schlägt, und habe es zwei Wochen lang parallel zu Libra getestet. Mein Fazit fällt eindeutiger aus als erwartet.

Diktierfunktion: Im Anwaltsalltag kein Nice-to-have

Eine im Tool integrierte Diktierfunktion hat aktuell nur Libra. Ich spreche Sachverhalte ein, lasse direkt daraus umfassende Drafts generieren, arbeite die nach. Das spart enorm viel Zeit. Wer viel diktiert, und das tun die meisten Anwälte, merkt schnell, wie sehr dieses Feature den Workflow verändert. Bei Beck-Noxtua fehlt das.

Dokumentenanalyse: Wo es wirklich drauf ankommt

Bei Libra werden profilbezogen alle Chatverläufe und darin hochgeladene Dokumente gespeichert, man hat also von jedem Browser aus jederzeit Zugriff. Beck-Noxtua speichert leider nur browserbezogen.

Gravierender ist aber ein anderer Punkt: In Beck-Noxtua fehlt bei der Analyse eingespeister Dokumente, also etwa Testamenten, Schriftsätzen oder gerichtlichen Verfügungen, die Markierung der analysierten Stellen im angehängten Dokument. Libra hingegen markiert die relevante Passage direkt.

Das klingt nach einem Detailunterschied, ist aber in der Praxis erheblich. Bei einem Erbrechtsfall hatte Noxtua eine Passage in den eingereichten Dokumenten überhaupt nicht erfasst und lieferte entsprechend eine eklatante Fehleinschätzung. Libra hatte sie gefunden. Umgekehrt war Noxtua bei der Analyse eines komplexen Scheidungsfolgenvertrags inhaltlich durchaus brauchbar. Die Zuverlässigkeit schwankt also, und genau das macht es schwierig, dem Tool in zeitkritischen Situationen zu vertrauen.

Sprachliche Qualität

Libra hat beim sprachlichen Output aktuell klar die Nase vorn. Es lässt mich das Sprachmodell für den Output wählen, ich kann also je nach Aufgabe zwischen aktuellen Versionen von ChatGPT und Claude wechseln, wobei ich hier Claude mittlerweile am häufigsten nutze. Noxtua arbeitet mit einem eigenen Modell, man hat also keine Auswahl. Die Texte klingen für mich zuweilen etwas hölzern. Das war bei Libra vor einigen Monaten auch noch so, ist aber seit der Implementierung von ChatGPT und Claude dort viel besser. Für Anwälte, die KI-generierte Entwürfe nur noch nacharbeiten statt komplett umschreiben wollen, ist das ein relevanter Unterschied.

Der klare Vorteil von Noxtua: Die Beck-Datenbank

Natürlich muss man fair bleiben. Die Verknüpfung mit der Beck-Datenbank, die an Qualität und Quantität sicherlich ihresgleichen sucht, ist ein echter Pluspunkt. Wer in seinem Arbeitsalltag auf tiefgehende Datenbankrecherche großen Wert legt, findet bei Noxtua hier vielleicht die bessere Anbindung. Libra arbeitet aktuell mit Otto Schmidt und Wolters Kluwer, was für meine Praxis ausreicht, aber je nach Rechtsgebiet anders aussehen kann.

Fazit

Libra ist für meinen Arbeitsalltag aktuell klar das bessere Werkzeug. Mich überzeugt die Diktierfunktion, der sprachliche Output, der sich weniger sperrig anfühlt und weniger Nacharbeit braucht, und die Dokumentenverknüpfung, die mir zeigt, worauf eine Einschätzung beruht. Die Otto-Schmidt-Anbindung reicht für das, was ich brauche.

Das heißt nicht, dass Beck-Noxtua schlecht ist. Die Datenbankanbindung ist ein starkes Argument, und es ist gut, dass es Wettbewerb auf diesem Markt gibt. Aber für den täglichen Einsatz in einer Kanzlei, die viel mit Schriftsätzen, Dokumentenanalyse und Mandantenkommunikation arbeitet, hat Libra aktuell die Nase vorn.

Ich bin gespannt, wie sich beide Tools weiterentwickeln. Der Markt bewegt sich schnell, und was heute gilt, kann in sechs Monaten anders aussehen.

Kommentator: Florian Branitzki ist Fachanwalt für Familienrecht und Erbrecht sowie Partner einer Kanzlei in Karlsruhe. Er setzt KI-Tools seit über einem Jahr in der täglichen Mandatsarbeit ein und ist Vorstand im Anwaltsverein Karlsruhe.

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Online-Verfahren für Zivilklagen startet: Digitalisierung der Amtsgerichte in der Erprobung

Legal Tech Verzeichnis - 20.04.2026

In Deutschland wird seit April 2026 ein neues Online-Verfahren für Zivilklagen vor Amtsgerichten praktisch erprobt. Ziel ist es, den Zugang zur Justiz einfacher, schneller und kostengünstiger zu gestalten.

Das Verfahren startet zunächst an acht ausgewählten Amtsgerichten (unter anderem in Nürnberg, Hamburg-Mitte, Frankfurt am Main und Leipzig); weitere Standorte sollen folgen.

Inhaltlich ist das Verfahren vorerst auf Geldforderungen bis zu 10.000 Euro beschränkt. Es handelt sich nicht nur um eine Digitalisierung bestehender Abläufe, sondern um eine eigenständige Verfahrensart mit speziellen Regeln und reduzierten Gerichtsgebühren.

Klagen werden über ein digitales Eingabesystem vollständig online eingereicht und bearbeitet. Das Verfahren ist sowohl für Bürger als auch für Rechtsanwälte zugänglich.

Ein zentrales Merkmal ist die stärker strukturierte und digital gesteuerte Verfahrensführung. In vielen Fällen soll keine mündliche Verhandlung stattfinden; falls erforderlich, kann diese per Video durchgeführt werden.

Die Erprobung dient dazu, praktische Erfahrungen zu sammeln und das Verfahren technisch sowie rechtlich weiterzuentwickeln. Grundlage ist eine gesetzliche Regelung aus dem Jahr 2025, die ausdrücklich Testphasen ermöglicht.

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Openlaw sammelt 3,3 Millionen USD ein: Angriff auf Europas Bürokratie

Legal Tech Verzeichnis - 17.04.2026

Das Münchner Legal Tech Start-up Openlaw hat in einer Seed-Finanzierungsrunde 3,3 Millionen US-Dollar eingesammelt. Ziel des jungen Unternehmens ist es, die bislang oft langwierigen und komplexen Prozesse rund um Firmengründungen und notarielle Dienstleistungen in Europa grundlegend zu digitalisieren und deutlich zu beschleunigen.

Gegründet wurde Openlaw im Jahr 2024. Das Unternehmen tritt im deutschen Markt vor allem unter der Marke beglaubigt.de auf und positioniert sich als Plattform für digitale Rechts- und Notarinfrastruktur. Mit seinem Ansatz will das Start-up bürokratische Abläufe radikal vereinfachen und damit insbesondere Unternehmensgründungen effizienter gestalten.

Nach eigenen Angaben soll sich die Dauer von Gründungsprozessen durch die Digitalisierung von bislang mehreren Wochen auf nur noch wenige Tage verkürzen lassen.

Die Finanzierung wird von verschiedenen Investoren getragen, darunter auch prominente Geldgeber wie YouTube-Mitgründer Jawed Karim. Insgesamt entspricht die eingesammelte Summe knapp drei Millionen Euro.

Mit dem frischen Kapital plant Openlaw, seine Technologie weiter auszubauen und die Expansion voranzutreiben. Im Fokus steht dabei die Entwicklung einer europaweit skalierbaren Infrastruktur, die rechtliche und notarielle Prozesse digital abbildet und standardisiert.

Foto oben: Felix Gerlach (links) und Alexander Sporenberg (rechts), die Gründer von Openlaw.

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Die Transformation von Rechtsabteilungen im KI-Zeitalter – Interview mit Dr. Alexander Steinbrecher

Legal Tech Verzeichnis - 17.04.2026

Interview mit Dr. Alexander Steinbrecher (Chefsyndikus der BVG in Berlin und Mitherausgeber des „Handbuch Digitale Rechtsabteilung“ und des Buchs „Die Zukunft der Rechtsberatung“) zum Thema „Die Transformation von Rechtsabteilungen im KI-Zeitalter“.

Hier auch als Audio-Podcast:
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Hat die KI Rechte? Was das IT-Recht von Star Trek lernen kann

Legal Tech Verzeichnis - 16.04.2026

Raumschiff Enterprise als Gegenstand einer rechtswissenschaftlichen Darstellung – ein neues Buch dringt dahin vor, wo noch nie ein juristisches Werk gewesen ist. Quasi als Lehrbuch des Rechts der Vereinigten Föderation der Planeten kommt „Das Recht der unendlichen Weiten“ daher. Wie es sich für ein Rechtshandbuch gehört, sind seine Thesen dicht garniert mit Fußnoten, die jedoch nicht auf BGH-Urteile verweisen, sondern Serien, Staffeln und Episoden. Sein Autor Dr. Jens Ambrock hat sich durch die Fernsehserie der Sechzigerjahre, ihre elf Ableger-Formate, dreizehn Kinofilme und zahlreiche Romane gearbeitet, um die Essenz der interstellaren Rechtsordnung systematisch und anekdotisch darzustellen. Die Regelungen sind fiktiv, die Sachverhalte Zukunftsmusik. Und doch lassen sich aus dem TV- und Kino-Geschichten Lösungen für teilweise gar nicht so ferne Konfliktlagen ableiten.

So erlebt Künstliche Intelligenz unserer Tage Einzug in praktisch alle Lebenslagen. Mit der rasanten technischen Entwicklung können die Rechtsordnungen kaum mithalten. Die Europäische Union ist mit ihrer KI-Verordnung Vorreiterin. Doch auch ihr Gesetzgeber ändert schon vor dem Geltungsbeginn aller Regelungen der KI-VO hektisch Inhalte der künftigen Verpflichtungen in einem Reformgesetz, dem sogenannten KI-Omnibus. Star Trek hat demgegenüber eine weitaus längere Tradition, den rechtlichen Umgang mit KI zu skizzieren. Vom Roboter M5 in der Originalserie über den Androiden Data aus der Next Generation bis zum holographischen Doktor der Voyager in der neuesten Streaming-Serie Starfleet Academy treten immer wieder Inkarnationen Künstlicher Intelligenz auf. Ihr rechtlicher Status ist dabei wiederholt Gegenstand ethischer Debatten und auch juristischer Verhandlungen. Nun hat die KI der heutigen Gegenwart noch nicht den technischen Entwicklungsstand erreicht, dass ihr eine eigenständige Rechtspersönlichkeit zugewiesen werden könnte. Dass wir zu Lebzeiten diesen Punkt noch erreichen, erscheint jedoch nicht fernliegend. Die Fiktion der utopischen Geschichten in Star Trek hält für den Moment bereits Lösungsvorschläge parat. Im Kern unterscheidet das Föderationsrecht nicht zwischen der Art von Leben. Erfüllt eine KI dieselben Kriterien wie organisches Leben – seien es Mikroorganismen, Energiewesen oder kristalline Lebensformen – so kommt eine Rechtspersönlichkeit in Betracht. Gestuft nach mehreren Kategorien wie einfachem Leben, empfindungsfähigem Leben und höherem Leben hat auch KI in der fiktiven Zukunft ein Recht auf Leben, auf Urheberschaft an Holo-Romanen sowie auf Heirat und Familiengründung.

Doch KI hat nicht nur Rechte, sie wird auch reguliert. Den radikalsten Ansatz stellt die Serie „Star Trek: Picard“ vor. Der Bau und der Betrieb von Androiden wird dort sehr pauschal untersagt. Anlass ist der Amoklauf eines Roboters, der zur Zerstörung des Mars geführt hat. Anstatt die Hintergründe zu ergründen, verbietet die Föderation – gar nicht Star-Trek-typisch – das, was sie nicht versteht und wovor sie sich fürchtet. Das Verbotsgesetz ist der eigentliche Antagonist der ersten Staffel und wird den Idealen Star Treks folgend schließlich auch wieder gekippt. Differenziertere Ansätze der KI-Regulierung zeigen die vorangegangenen Serien. Deutlich wird darin der Einfluss des Science-Fiction-Autors Isaac Asimov. Zwar war dieser nie direkt für das Star-Trek-Franchise tätig. Seine tiefe Freundschaft zum Serienschöpfer Gene Roddenberry führte jedoch zu weitreichendem Einfluss auf die Handlungsstränge auf der Entreprise. Die von Asimov 1942 in Kurzgeschichten erdachten Gesetze der Robotik bilden ohne direkte Erwähnung das Fundament aller KI-Anwendungen von Star Trek, die über so etwas wie ein Gewissen verfügen.

Das über die Jahrzehnte ausdifferenzierte Star-Trek-Universum kennt noch weitere Rechtsprobleme, die auf uns in nicht allzu ferner Zukunft zukommen dürften. Dürfen Menschen geklont werden? Nicht ohne Zustimmung des Originals, sagt Commander Riker. Sind Klone Rechtsnachfolger der Ausgangsperson? Wohl nicht, aber das für Star Trek konzipierte Erbrecht greift gegebenenfalls. Dürfen Kinder durch genetische Eingriffe „verbessert“ werden im Hinblick auf Intelligenz, körperliche Fitness und andere Merkmale? Dazu wird ein striktes Verbot eingeführt und in zahlreichen Episoden konturiert. Solange der Eingriff nicht der Behandlung eines schweren Gendefekts dient, soll er untersagt und mit drakonischen Strafen belegt sein. Begründet wird die klare Haltung der Rechtsordnung mit der Chancengleichheit auf dem Arbeitsmarkt und der Vermeidung eines gesellschaftlichen Drucks auf alle Eltern, ihre Kinder „aufwerten“ lassen zu müssen. Die Handlung selbst hinterfragt die Regel jedoch jedes Mal, wenn sie erwähnt wird, als für Betroffene unzumutbare Diskriminierung.

Zunächst irrelevant für unsere Gegenwart klingt die juristische Debatte über Telepathie-Regulierung. Vulkanier, Betazoide und Ullianer sind beispielsweise in der Lage, in einen fremden Geist einzudringen. Das Recht in Star Trek kennt selbst dafür konkrete Anforderungen. Kurz gesagt, erfordert das Auslesen von Gedanken Fremder eine Einwilligung. Auch wenn kurzfristig nicht anzunehmen ist, dass die Menschheit auf telepathisch begabte Außerirdische trifft, werden wir schon bald konkrete Regelungen für ähnliche Sachverhalte brauchen. Elon Musk und andere Forschende haben bereits beachtliche Fortschritte damit gemacht, Hirnwellen über Sensoren und Computerchips auszulesen. Die reale Rechtswissenschaft reagiert und tastet sich mit ersten Aufsätzen an das Thema heran.

Letztlich ist Telepathierecht eine sehr spezielle Unterkategorie des Datenschutzrechts. Denn, ja, die utopische Zukunft kennt weiterhin Datenschutz. Als Korrektiv gegen die allgegenwärtige Totalüberwachung ist es auch notwendig. Lieutenant Commander Tuvok und Fähnrich Kim diskutieren über die Reichweite der Privacy Protocols der Sternenflotte, als Kim in den Fokus strafrechtlicher Ermittlungen gerät. Der Schutz seiner persönlichen Dateien auf dem Raumschiff Voyager wird in dem Fall als nachrangig eingestuft. Auch persönliche Computerlogbücher und private Subraumnachrichten unterliegen einem gelegentlich erwähnten rudimentären Datenschutz – der jedoch insbesondere gegen Sicherheitsinteressen abwägbar ist. Diese Fallgruppen erinnern mehr an das US-amerikanische Verständnis von privacy als an die europäische Datenschutz-Grundverordnung. Ihre Verankerung in der utopischen Vision deutet jedoch an, dass das Rechtsgebiet, dessen Sinnhaftigkeit heute mitunter kontrovers diskutiert wird, auch in der Zukunft nicht überholt sein dürfte.

Ob die Analyse des fiktiven Zukunftsrechts unterhaltsamer Humbug ist oder doch ein wissenschaftlicher Gehalt dahintersteckt, mag jeder Leser für sich entscheiden. Das Buch soll keine Parodie auf Jura sein, sondern legislative Lösungen aufzeigen für künftige Herausforderungen. Wenn diese Spielerei dabei nerdigen Juristen Inspiration und ein Lächeln bereitet, hat es seinen Zweck erfüllt. Wenn sie juristischen Laien die Rechtswissenschaft näherbringt, indem es sie mit einem Handlungsuniversum abholt, das sie kennen, dann erst recht.

Autor: Dr. Jens Ambrock ist Leitender Regierungsdirektor beim Hamburgischen Beauftragten für Datenschutz und Informationsfreiheit. Auch in seiner Freizeit lässt ihn die Schnittstelle aus Recht und technischen Entwicklungen nicht los. Nach zahlreichen Veröffentlichungen zu DSGVO, Data Act und KI-Verordnung wagt er sich nun neue literarische Gefilde. Sein Werk „Das Recht der unendlichen Weiten: Gesetze und Direktiven im Star Trek Universum“ ist im April 2026 beim Verlag dfv erschienen.

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Wenn die Legal- & Compliance-Abteilung brennt

Legal Tech Verzeichnis - 12.04.2026

Ein Legal Counsel fällt kurzfristig aus. Ein Großkonzern steht mitten in einer regulatorischen Prüfung. Die interne Rechtsabteilung ist am Anschlag – und jede Stunde zählt. Für viele General Counsel und Head of Compliance ist das kein Horrorszenario, sondern gelebter Alltag. Wer in solchen Momenten auf herkömmliche Stellenausschreibungen setzt, wartet Monate – viel zu lange. Alpinum Solutions macht es anders: innerhalb von 48 Stunden stehen erstklassige Interim-Spezialisten bereit – geprüft, gebrieft und einsatzfähig.

Der führende Spezialist für Interim Legal & Compliance – im DACH-Raum

Alpinum Solutions hat sich als führender Anbieter für temporäre Legal Counsel, Projektjuristen und Compliance Officer im deutschsprachigen Raum etabliert. Mit Standorten in Zürich, Frankfurt am Main, Vaduz und Wien ist das Unternehmen in vier der wirtschaftlich bedeutendsten Märkte Europas präsent und versteht die lokalen regulatorischen Anforderungen aus erster Hand.

Das Angebot richtet sich an Rechts- und Compliance-Abteilungen jeder Größe: von der gezielten Überbrückung kurzfristiger Personalausfälle – durch Mutterschaft, Krankheit oder unerwartete Vakanzen – bis hin zum Aufbau projektbezogener Juristen-Teams für komplexe Vorhaben wie AML/KYC-Backlogs, interne Untersuchungen oder regulatorische Massenverfahren. Die platzierten Spezialisten arbeiten wahlweise im Modell der Arbeitnehmerüberlassung oder als Freelancer, je nach Anforderung und Jurisdiktion.

Das Alleinstellungsmerkmal ist die Geschwindigkeit und Expertise. Während klassische Personalvermittlung Wochen braucht, präsentiert Alpinum Solutions qualifizierte Profile binnen 48 Stunden. Der Prozess ist klar: Bedarfsanalyse, Profil-Matching, Kandidatenvorstellung – schlank, schnell, treffsicher.

„Unsere Kunden brauchen keine Lebensläufe – sie brauchen Lösungen. Wir liefern die richtigen Spezialisten zur richtigen Zeit.“
Christian Steinmetz, Managing Director Alpinum Solutions

Die Geschichte von Alpinum Solutions – Projektjuristen auf Knopfdruck

Der Name von Alpinum Solutions ist Programm: standhaft wie die Alpen, lösungsorientiert wie der Firmenname suggeriert. Was als fokussierte Boutique begann, wuchs rasch zu einem spezialisierten Team aus erfahrenen Beratern sowie einem tiefen Talentpool an Interim-Juristen und Compliance-Experten in der DACH-Region.

Heute operiert Alpinum Solutions von Zürich aus mit aktiven Einheiten in Deutschland, Österreich und Liechtenstein – und ist als führender ALSP in der DACH-Region eng mit der Legal-&-Compliance-Community vernetzt. Die Wachstumsstory ist eindrücklich. Und sie ist noch nicht abgeschlossen.

„Es braucht einen Partner, der nicht erst reagiert, wenn der Brand gelöscht werden muss – sondern einen, der proaktiv und mit dem richtigen Netzwerk an Interim-Legal-Spezialisten zur Seite steht.“
Christian Steinmetz, Managing Director Alpinum Solutions

Human Interaction – Enhanced by AI

In einer Branche, die zunehmend von Automatisierung geprägt wird, setzt Alpinum Solutions auf einen klaren Grundsatz: Technologie unterstützt – der Mensch entscheidet.

Das Unternehmen setzt KI-gestützte Tools gezielt in operativen Prozessen ein: von der automatisierten Dokumentenverarbeitung bis zur KI-unterstützten Workflow-Steuerung und Vertragsverwaltung. Die Entlastung auf der administrativen Seite ist spürbar – und das ist der eigentliche Gewinn: Wer weniger Zeit mit Verwaltungsaufwand verbringt, hat mehr Zeit für das, was wirklich zählt.

Denn das Herzstück des Geschäftsmodells ist der persönliche Match von Projektjuristen mit Unternehmen. Die Stärke von Alpinum Solutions liegt nicht im Algorithmus, sondern in der Fähigkeit seiner Berater, Kunden und Kandidaten wirklich zu verstehen. Welche Unternehmenskultur passt? Welche Branchenkenntnisse sind entscheidend? Braucht das Team jemanden, der sofort loslegen kann – oder jemanden, der in einer sensiblen internen Situation Diskretion und Urteilsvermögen mitbringt?

Diese Tiefe im Matching ist nur möglich, weil die Berater echte Beziehungen pflegen – zu Kunden, die ihre Herausforderungen offen teilen, und zu Kandidaten, die ihre Ziele und Stärken kennen.

„KI nimmt uns administrative Last ab – das ist gut so. Aber den entscheidenden Unterschied macht der Mensch: das Gespräch, das Vertrauen, das Verständnis für den Kontext. Das kann keine KI ersetzen.“
Christian Steinmetz, Managing Director Alpinum Solutions

Vertrauen als Fundament

Kunden beschreiben die Zusammenarbeit mit Alpinum Solutions als professionell, effizient und zuverlässig. Die platzierten Experten integrieren sich nahtlos in bestehende Teams – und werden nicht selten zu echten internen Partnern. Kandidaten loben die persönliche Betreuung, die Transparenz und die Verlässlichkeit in der Kommunikation. Was dieses Feedback gemeinsam hat: Es geht nie nur um die Vermittlung an sich. Es geht um das Gefühl, in guten Händen zu sein – bei einem Anbieter, der die Branche von innen heraus kennt.

Alpinum Solutions ist dieser Partner – für Konzerne, Mittelständler, Finanzinstitute und internationale Kanzleien gleichermassen. Mit klarem Fokus auf den DACH-Raum, tiefer Marktvernetzung und einem Versprechen, das zählt: qualifizierte Spezialisten in 48 Stunden.

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Autor: Christian Steinmetz ist Founder & Managing Director von Alpinum Solutions, dem führenden Anbieter für Interim Legal & Compliance Spezialisten im DACH-Raum. Mit Standorten in Frankfurt am Main, Zürich, Wien und Vaduz unterstützt Alpinum Solutions Unternehmen – vom Mittelstand bis zum DAX-Konzern – dabei, Arbeitsspitzen im Legal- und Compliance-Bereich schnell und zielgerichtet zu lösen: mit erfahrenen Projektjuristen und Compliance-Experten, die innerhalb von 48 Stunden einsatzbereit sind.

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Gerichte verhängen zunehmend Sanktionen für KI-Fehler von Anwälten

Legal Tech Verzeichnis - 10.04.2026

Gerichte gehen verstärkt gegen Anwältinnen und Anwälte vor, die fehlerhafte Schriftsätze unter Einsatz von Künstlicher Intelligenz einreichen. Hintergrund ist eine wachsende Zahl dokumentierter Fälle, in denen KI-generierte Inhalte, etwa erfundene Urteile oder falsche Zitate, ungeprüft übernommen wurden.

Nach aktuellen Erhebungen eines Forschers sind weltweit bereits über 1.200 gerichtliche Entscheidungen zu solchen Vorfällen erfasst, ein Großteil davon in den USA. Die Entwicklung zeigt, dass der Einsatz von KI im juristischen Alltag zwar zunimmt, zugleich aber erhebliche Risiken birgt.

Teils hohe Strafen auf KI-Fehler

Auch die Höhe der Sanktionen steigt. In einem besonders gravierenden Fall im US-Bundesstaat Oregon wurde ein Anwalt zu Zahlungen von rund 110.000 US-Dollar verurteilt, nachdem ein Schriftsatz zahlreiche KI-bedingte Fehler enthielt. Gerichte werten solche Versäumnisse zunehmend als Verletzung anwaltlicher Sorgfaltspflichten.

Die Problematik reicht inzwischen bis in höhere Instanzen. Einige Gerichte verlangen bereits, dass offengelegt wird, ob und in welchem Umfang KI bei der Erstellung von Schriftsätzen eingesetzt wurde. Gleichzeitig wächst die Kritik an solchen Vorgaben, da KI-Funktionen mittlerweile in viele Standardprogramme integriert sind und sich ihr Einsatz kaum vollständig vermeiden lässt.

KI ist grundlegende Herausforderung

Fachleute sehen darin eine grundlegende Herausforderung für den Rechtsberuf: Während KI die juristische Arbeit effizienter machen kann, steigt zugleich das Risiko, dass fehlerhafte Inhalte unbemerkt in offizielle Dokumente gelangen. Die aktuelle Entwicklung deutet darauf hin, dass Gerichte hier künftig noch konsequenter durchgreifen werden.

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KI übernimmt die langweiligsten Aufgaben im Büroalltag

Legal Tech Verzeichnis - 07.04.2026

Wenn künstliche Intelligenz Einzug in die Arbeitswelt hält, wird sie oft als Bedrohung für Arbeitsplätze oder als futuristisches Produktivitätswunder dargestellt. In der Praxis sind ihre ersten konkreten Auswirkungen jedoch weitaus bescheidener und nützlicher. Sie wird für Aufgaben eingesetzt, die die meisten Menschen insgeheim fürchten: sich wiederholende Verwaltungsaufgaben, Routinetätigkeiten und administrative Arbeiten, die den Arbeitsalltag verlangsamen.

Bei einem globalen Technologieunternehmen hat ein kleines Rechtsteam mit nur drei Mitarbeitern kürzlich beschlossen, eines dieser Probleme direkt anzugehen.

Das Team von Palo Alto Networks unter der Leitung von Hayden Creque, Director und Senior Corporate Counsel, verbrachte immer mehr Zeit damit, einfache, aber ständige Anfragen aus dem gesamten Unternehmen zu bearbeiten. Die Beschaffungsabteilung benötigte Kündigungsschreiben. Die Personalabteilung benötigte Vertragszusätze. Die Vertriebsteams benötigten kleine Änderungen an bestehenden Vereinbarungen. Keine dieser Aufgaben war komplex, aber jede einzelne erforderte eine sorgfältige Bearbeitung, und zusammen nahmen sie Stunden in Anspruch, die für risikoreichere oder strategische Arbeiten hätten genutzt werden können.

„Es kam zu einem Punkt, an dem wir uns eher wie eine Dokumentenfabrik als wie ein Rechtsteam verhielten“, sagt Creque.

Anstatt eine große neue Plattform anzuschaffen oder zusätzliches Personal einzustellen, experimentierte das Team mit einer Reihe von eng fokussierten KI-Tools, die in ihre bestehenden Systeme integriert wurden. Jedes Tool war für die Ausführung einer einzigen Aufgabe konzipiert: ein Generator für Kündigungsschreiben, ein Assistent für Vertragsänderungen, ein Tool für Änderungsaufträge.

Die Mitarbeiter, die die Tools verwenden, werden durch eine kurze Reihe von Fragen geführt, wie z. B. die Namen der Parteien, relevante Daten und der Grund für die Änderung. Das System erstellt dann einen ersten Entwurf, der vollständig auf genehmigten Vorlagen und internen Richtlinien basiert. Es erfindet keine neuen Formulierungen und lehnt Anfragen ab, die außerhalb seines definierten Umfangs liegen.

Die Wirkung war sofort spürbar. Was früher drei bis fünf Werktage gedauert hatte, konnte nun an einem einzigen Tag erledigt werden. Das Team schätzt, dass es dadurch jeden Monat zwischen 20 und 40 Arbeitsstunden einspart, was etwa fünf bis fünfzehn Prozent seiner Gesamtkapazität entspricht. Diese Zeit wird nun für Verhandlungen, Risikobewertungen und strategische Projekte genutzt, die menschliches Urteilsvermögen und Erfahrung erfordern.

Ebenso wichtig war die Veränderung in der Art und Weise, wie das Unternehmen mit der Rechtsabteilung interagierte.

Früher musste jede kleine Anfrage denselben engen Kanal durchlaufen, was zu Engpässen und Frustration führte. Jetzt können Teams in den Bereichen Beschaffung, Personalwesen und Vertrieb ihre eigenen ersten Entwürfe erstellen und dabei sicher sein, dass das Ergebnis den Unternehmensstandards entspricht. Die Rechtsabteilung prüft die Dokumente weiterhin, wo dies erforderlich ist, aber die Dynamik hat sich von einer Kontrollfunktion hin zu einer Zusammenarbeit verschoben.

Das interne Feedback war ausgesprochen positiv. Die Mitarbeiter berichten, dass sie sich unabhängiger fühlen und weniger durch administrative Schritte aufgehalten werden. Auch die Konsistenz hat sich verbessert, da alle mit denselben aktualisierten Vorlagen arbeiten, anstatt sich auf alte Dateien zu verlassen, die auf einzelnen Computern gespeichert waren.

Sicherheit und Genauigkeit waren frühzeitig zentrale Anliegen. Das Team hat diese durch die Nutzung einer privaten Umgebung ohne Datenspeicherung und durch die Grundlage jeder Antwort auf bestehenden Vorlagen und Playbooks gelöst. Die Überprüfung durch Menschen bleibt Teil des Prozesses, und die Tools werden bei jeder Änderung der internen Richtlinien aktualisiert.

Es dauerte einige Zeit, bis die Nutzer überzeugt waren. Viele Mitarbeiter zogen es zunächst vor, eine E-Mail zu versenden, anstatt einem System zu vertrauen. Schulungen und kurze Anleitungen halfen, aber die Akzeptanz stieg erst wirklich, als die Mitarbeiter erkannten, wie viel schneller Routinearbeiten erledigt werden konnten.

Dieses kleine Experiment zeigt einen umfassenderen Wandel, der in vielen Unternehmen bereits im Gange ist. KI wird nicht in erster Linie eingesetzt, um berufliche Funktionen zu ersetzen, sondern um Störfaktoren bei der Arbeit zu beseitigen. Die vielen sich wiederholenden Aufgaben, die den Arbeitstag still und leise beeinträchtigen, werden Stück für Stück automatisiert.

Der Ansatz des Teams bietet auch eine Lektion in Sachen Skalierbarkeit. Anstatt zu versuchen, ein einziges, allmächtiges System aufzubauen, konzentrierten sie sich auf ein eng gefasstes Problem und expandierten erst, nachdem sich dessen Nützlichkeit bewiesen hatte. Die Tools sind einfach, aber ihre Wirkung ist spürbar.

Für Creque und seine Kollegen war es nie das Ziel, einen künstlichen Anwalt zu entwickeln. Es ging darum, den Menschen Zeit zurückzugeben.

„Die Technologie übernimmt die langweiligen Aufgaben“, sagt er. „So können wir uns auf die Arbeit konzentrieren, für die wir tatsächlich gebraucht werden.“

In Büros könnte sich dies als der wichtigste Beitrag der KI erweisen: nicht die Arbeitnehmer zu ersetzen, sondern still und leise die Aufgaben zu übernehmen, die ohnehin niemand gerne erledigt hat.

Zitatgeber und Interviewte: Hayden Creque, AI Kolumnist der Association of Corporate Counsel (ACC), Director, Senior Corporate Counsel, Palo Alto Networks. Hayden Creque verfügt über mehr als 20 Jahre Erfahrung, die von Patent- und Handelsrechtsstreitigkeiten in so unterschiedlichen Bereichen wie SaaS, Gesundheitssysteme und Technologieunternehmen reicht. Er ist Experte für die Bearbeitung von Patentstreitigkeiten und die Umsetzung bundesstaatlicher Regulierungsvorschriften. Hayden ist ein Technologie-Enthusiast und steht an vorderster Front bei der praktischen Umsetzung von KI-Tools in der internen Rechtsabteilung, vom Experiment bis zur Ausführung.

Der Beitrag KI übernimmt die langweiligsten Aufgaben im Büroalltag erschien zuerst auf .

Webinar: Die Kanzlei mit KI verbessern – Für Einsteiger und Interessierte

Legal Tech Verzeichnis - 02.04.2026

Künstliche Intelligenz hält zunehmend Einzug in den Kanzleialltag – und trifft oft auf Anwender:innen ohne technisches Vorwissen. Doch auch hier lassen sich mit wenigen gezielten Eingaben (Prompts) viele Aufgaben schneller und effizienter erledigen. Das zeigt Ihnen Referent Tom Braegelmann in seinem Webinar am 14. April 2026.

Im Mittelpunkt steht der konkrete Nutzen der KI Tools für den Kanzleialltag mit seinen bestehenden Arbeitsabläufen. Von der Erstellung erster Entwürfe für Schriftsätze, über die Zusammenfassung juristischer Texte bis hin zur Vorbereitung von Mandantengesprächen. Praktische Beispiele zeigen, wie KI als unterstützendes Werkzeug eingesetzt werden kann. Sie erfahren umsetzungsnah und konkret, wie KI zur Entlastung bei Routineaufgaben und zur Optimierung der täglichen Arbeit­sab­läufe eingesetzt werden kann.

Entdecken Sie mit diesem Webinar, wie Sie und Ihre Mitarbeitenden mit einfachen Mitteln den Einstieg in die Arbeit mit KI-Tools finden und Ihre Kanzlei fit für die Zukunft machen.

Der Referent Rechtsanwalt und KI-Experte Tom Braegelmann ist bestens vertraut mit den neuesten technologischen juristischen Entwicklungen, insbesondere mit der Digitalisierung des Wirtschafts-, Restrukturierungs- und Insolvenzrechts. Darüber hinaus berät er schwerpunktmäßig zu modernen digitalen Geschäftsmodellen.

-> Melden Sie sich jetzt an: Die Kanzlei mit KI verbessern

Der Beitrag Webinar: Die Kanzlei mit KI verbessern – Für Einsteiger und Interessierte <img style="float: right; margin-top: 8px;" src="https://legal-tech-verzeichnis.de/wp-content/uploads/2019/12/Werbeintrag.png" alt="Werbeintrag" width="88" height="24" /> erschien zuerst auf .

Neue Studie zeigt: Fast die Hälfte der Anwaltskanzleien gewinnt bereits neue Mandate durch KI

Legal Tech Verzeichnis - 01.04.2026

Derzeit vollzieht sich ein struktureller Wandel in der Arbeitsweise der weltweit führenden Anwaltskanzleien. Eine neue Studie, die auf erfassten Betriebsdaten von 31 Kanzleien basiert, welche die Plattform der Legal KI Legora in 14 Märkten nutzen, zeigt, dass KI mittlerweile mehr ist als nur ein Effizienzwerkzeug.

Kanzleien nutzen sie nun, um neue Mandate zu gewinnen, ihren Umsatz zu steigern, Festpreisvereinbarungen anzubieten, die sie zuvor nicht anbieten konnten, und im Wettbewerb durch die Qualität und Zuverlässigkeit ihrer Leistungen zu punkten – was sich allmählich in den Ergebnissen für die Mandanten niederschlägt.

KI entscheidet über den Erfolg bei der Akquise

Die Untersuchung zeigt, dass sich KI schnell als deutlicher Wettbewerbsvorteil etabliert hat und eine direkte Rolle bei Wachstum und Geschäftsentwicklung spielt. 42 % der teilnehmenden Unternehmen gaben an, dass der Hinweis auf ihren KI-Einsatz ihnen dabei geholfen hat, neue Aufträge zu gewinnen, und 45 % berichten, dass dies ihnen dabei geholfen hat, bestehende Kundenbeziehungen auszubauen.

Ein entscheidender Faktor ist die gesteigerte Kapazität, die KI den Unternehmen bietet, um Aufträge anzunehmen, die sie früher hätten ablehnen müssen. 55 % der Befragten geben an, dass KI es ihnen ermöglicht hat, Aufträge anzunehmen, deren Umfang und Ressourcenbedarf sie zuvor nur schwer hätten bewältigen können – wodurch sich die Erschließbaren Möglichkeiten erweitert haben, ohne die Mitarbeiterzahl zu erhöhen.

Insgesamt haben 77 % ihre KI-Fähigkeiten angeführt, wenn sie potenziellen Kunden oder bestehenden Kunden Preise, Mehrwert und Bearbeitungszeiten erklärten – eine Zahl, die widerspiegelt, wie schnell sich KI von einem internen Betriebswerkzeug zu einem sichtbaren Bestandteil der Selbstvermarktung von Unternehmen gewandelt hat.

Sicherheit und Zuverlässigkeit als Wettbewerbsvorteil

Über die Akquise neuer Mandate hinaus deutet die Untersuchung auf einen tiefgreifenden wirtschaftlichen Wandel hin: KI beseitigt die Unvorhersehbarkeit, die die Preisgestaltung und die Erbringung von Dienstleistungen durch Anwaltskanzleien lange Zeit eingeschränkt hat, und diese Verringerung der Unsicherheit wirkt sich unmittelbar auf die Rentabilität aus.

39 % der teilnehmenden Kanzleien geben an, dass KI es erleichtert, Festpreisvereinbarungen zu kalkulieren und umzusetzen. Partner berichten von größerem Vertrauen, Preise zuzusagen, die sie zuvor nur zögerlich angeboten hätten. Für eine Branche, in der die Abrechnung nach Stunden historisch der Standard war – gerade weil sich Bearbeitungszeiten schwer vorhersagen lassen –, stellt dies eine bedeutsame Veränderung dar, wie sich Kanzleien gegenüber Mandanten positionieren können.

Ein wesentlicher Teil dieses Vertrauens ergibt sich daraus, dass KI Probleme erkennt, bevor sie entstehen. 71 % der teilnehmenden Kanzleien sagen, dass KI ihnen geholfen hat, Probleme in Mandaten zu identifizieren, die sie sonst übersehen hätten. Das wirkt sich direkt in der Bilanz aus: 52 % berichten von einer Reduktion von Abschreibungen, Nacharbeit oder nicht abrechenbarem Aufwand, und 35 % verzeichnen weniger Wertminderungen, die darauf zurückzuführen sind, dass Arbeiten länger als erwartet dauern.

Insgesamt legen die Ergebnisse nahe, dass der größte wirtschaftliche Effekt von KI in der juristischen Praxis nicht unbedingt in den eingesparten Stunden zu Beginn liegt – sondern in der Reduktion von Unvorhersehbarkeit über den gesamten Prozess hinweg.

KI ermöglicht es Anwälten, sich stärker auf höherwertige Tätigkeiten zu konzentrieren – und Mandanten spüren dies.

68 % der teilnehmenden Kanzleien berichten von einem Rückgang nicht abrechenbarer Stunden, und 74 % geben an, dass sie in derselben Zeit mehr Arbeit bewältigen können. Entscheidend ist, dass diese freigewordene Kapazität produktiv genutzt wird: Kanzleien berichten im Durchschnitt von 4,3 eingesparten nicht abrechenbaren Stunden pro Anwalt und Woche, was für ein Team von 100 Anwälten einem zusätzlichen Jahresumsatz von 6,9 Millionen US-Dollar entsprechen kann. Über die Hälfte (52 %) der Kanzleien berichtet zudem, dass Kapazitäten verstärkt für Mandantenkontakt und Reaktionsfähigkeit eingesetzt werden.

Es entsteht das Bild einer Branche, die sich durch zwei klar unterscheidbare Phasen der KI-Adoption bewegt. Die schnellere Ausführung bestehender Arbeit – also die Produktivitätsgewinne, die ursprünglich als Hauptargument für Investitionen in KI dienten – wird zunehmend zur Grundvoraussetzung statt zum Wettbewerbsvorteil. Die Daten weisen nun auf die nächste Phase hin: eine grundlegende Veränderung darin, wie Anwälte ihre Zeit einsetzen. Stunden, die zuvor durch weniger wertschöpfende oder nicht abrechenbare Tätigkeiten gebunden waren, werden nun auf analytische, strategische und mandantennahe Arbeit verlagert, die sowohl Umsatz als auch Beziehungen stärkt.

Über die Studie: Die Studie wurde von Ari Kaplan Advisors im Auftrag von Legora durchgeführt. Zu den Teilnehmern gehörten Partner, Verantwortliche für Innovation und KI sowie weitere Funktionen aus 31 Kanzleien in Australien, Kanada, der Tschechischen Republik, Dänemark, Deutschland, Indien, Irland, den Niederlanden, Neuseeland, Norwegen, Südafrika, Schweden, dem Vereinigten Königreich und den Vereinigten Staaten.

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