Aktuelle Nachrichten

Das Examen aus Prüfersicht: So schreiben Jurastudierende bessere Noten

beck-aktuell - 04.02.2026

Wie denken Prüferinnen und Prüfer im Staatsexamen? Bei einem Blick hinter die Kulissen zeigt Wolf Reinhard Wrege, was wirklich zählt: Klare Sprache, saubere Methode und solide Grundlagen schlagen Detailwissen.



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Bundestagspräsidentin Julia Klöckner: Staatsakt zu Ehren von Prof. Dr. Rita Süssmuth am 24. Februar 2026

Bundestagspräsidentin Julia Klöckner teilt mit, dass der Staatsakt zu Ehren von Rita Süssmuth am Dienstag, 24. Februar 2026 vom Deutschen Bundestag durchgeführt wird. Die ehemalige Bundesministerin und Bundestagspräsidentin war am vergangenen Sonntag, 1. Februar 2026, verstorben. Julia Klöckner: „Rita Süssmuth war eine der prägendsten Politikerinnen und Persönlichkeiten der deutschen Nachkriegsgeschichte. Sie hat Debatten geöffnet und Verantwortung auch zu unbequemen Themen eingefordert, lange bevor sie mehrheitsfähig wurden. Mit ihrem politischen Wirken steht sie dafür, dass Führung nicht Lautstärke braucht, sondern Konsequenz. In ihrer Zeit als Bundestagspräsidentin hat sie mit dieser Art den Bundestag als selbstbewusstes Verfassungsorgan gestärkt. Mit dem Staatsakt wollen wir nun ihre herausragende politische und gesellschaftliche Lebensleistung würdigen und ihr ein bleibendes Andenken setzen." Neben Bundestagspräsidentin Julia Klöckner werden bei dem Staatsakt auch Bundeskanzler Friedrich Merz und - auf Wunsch der Verstorbenen - der Autor und Journalist Prof. Dr. Heribert Prantl im Deutschen Bundestag sprechen. Der Staatsakt wird im Beisein der Familie, aller Verfassungsorgane sowie von Weggefährtinnen und Weggefährten und weiteren geladenen Gästen stattfinden. Folgender Ablauf ist vorgesehen: - 10 Uhr: ökumenischer Gottesdienst in der St. Hedwigs-Kathedrale, Berlin-Mitte - 12 bis 13.30 Uhr: Trauerstaatsakt im Plenarsaal des Deutschen Bundestages

BGH-Leitsatz zum Eigenbedarf: Münchner Familien-GbR darf erst in zehn Jahren kündigen

LTO Nachrichten - 04.02.2026

Eine Münchner Familie teilte ein Wohnhaus in Wohnungseigentumseinheiten auf und übertrug diese auf eine Familien-GbR. Trotz Eigenbedarfs der Tochter greift eine zehnjährige Kündigungssperre, so der BGH in einer grundsätzlichen Entscheidung.

Luana Energieversorgung Deutschland GmbH: Drohender Zahlungsausfall gegenüber den Anlegern der Vermögensanlagen  

Die Finanzaufsicht BaFin macht aufgrund einer gesetzlichen Verpflichtung eine Veröffentlichung der Luana Energieversorgung Deutschland GmbH gemäß § 11a Absatz 1 Vermögensanlagengesetz bekannt.
Kategorien: Finanzen

Luana Energieversorgung Deutschland GmbH: Drohender Zahlungsausfall gegenüber den Anlegern der Vermögensanlagen  

Die Finanzaufsicht BaFin macht aufgrund einer gesetzlichen Verpflichtung eine Veröffentlichung der Luana Energieversorgung Deutschland GmbH gemäß § 11a Absatz 1 Vermögensanlagengesetz bekannt.
Kategorien: Finanzen

BVerwG 2 B 35.25 - Beschluss

BVerwG Nachrichten - 04.02.2026
(Diese Entscheidung wird nur zur nicht gewerblichen Nutzung kostenfrei bereitgestellt (§11 Abs. 2 S.2 JVKostG))

BVerwG 3 C 17.23 - Urteil - Erteilung der Approbation bei Sehbehinderung

BVerwG Nachrichten - 04.02.2026
(Diese Entscheidung wird nur zur nicht gewerblichen Nutzung kostenfrei bereitgestellt (§11 Abs. 2 S.2 JVKostG))

BVerwG 4 BN 19.25 - Beschluss

BVerwG Nachrichten - 04.02.2026
(Diese Entscheidung wird nur zur nicht gewerblichen Nutzung kostenfrei bereitgestellt (§11 Abs. 2 S.2 JVKostG))

Alxing-Brucker Genossenschaftsbank eG: BaFin setzt Bußgeld fest

Die Finanzaufsicht BaFin hat gegen die Alxing-Brucker Genossenschaftsbank eG ein Bußgeld in Höhe von 12.500 Euro festgesetzt. Grund für das Bußgeld sind fehlerhafte und unterlassene Meldungen an den BaFin-Kontenvergleich. Das Kreditinstitut hatte seine Aufsichtspflicht hinsichtlich der Meldeprozesse an den BaFin-Kontenvergleich schuldhaft verletzt. Aufgrund dieser Prozessschwächen wurden im Verlauf des Jahres 2025 mehrere unzutreffende Informationen zu Kontenmodellen des Kreditinstituts auf der Vergleichswebsite veröffentlicht und über einen längeren Zeitraum nicht korrigiert.
Kategorien: Finanzen

Alxing-Brucker Genossenschaftsbank eG: BaFin setzt Bußgeld fest

Die Finanzaufsicht BaFin hat gegen die Alxing-Brucker Genossenschaftsbank eG ein Bußgeld in Höhe von 12.500 Euro festgesetzt. Grund für das Bußgeld sind fehlerhafte und unterlassene Meldungen an den BaFin-Kontenvergleich. Das Kreditinstitut hatte seine Aufsichtspflicht hinsichtlich der Meldeprozesse an den BaFin-Kontenvergleich schuldhaft verletzt. Aufgrund dieser Prozessschwächen wurden im Verlauf des Jahres 2025 mehrere unzutreffende Informationen zu Kontenmodellen des Kreditinstituts auf der Vergleichswebsite veröffentlicht und über einen längeren Zeitraum nicht korrigiert.
Kategorien: Finanzen

Raiffeisenbank Lechrain eG: BaFin setzt Bußgeld fest

Die Finanzaufsicht BaFin hat gegen die Raiffeisenbank Lechrain eG ein Bußgeld in Höhe von 20.000 Euro festgesetzt. Grund für das Bußgeld sind fehlerhafte und unterlassene Meldungen an den BaFin-Kontenvergleich. Das Kreditinstitut hatte seine Aufsichtspflicht hinsichtlich der Meldeprozesse schuldhaft verletzt. Aufgrund dieser Prozessschwächen wurden im Verlauf des Jahres 2025 mehrere unzutreffende Informationen zu Kontenmodellen des Kreditinstituts auf der Vergleichswebsite veröffentlicht und über einen längeren Zeitraum nicht korrigiert.
Kategorien: Finanzen

Raiffeisenbank Lechrain eG: BaFin setzt Bußgeld fest

Die Finanzaufsicht BaFin hat gegen die Raiffeisenbank Lechrain eG ein Bußgeld in Höhe von 20.000 Euro festgesetzt. Grund für das Bußgeld sind fehlerhafte und unterlassene Meldungen an den BaFin-Kontenvergleich. Das Kreditinstitut hatte seine Aufsichtspflicht hinsichtlich der Meldeprozesse schuldhaft verletzt. Aufgrund dieser Prozessschwächen wurden im Verlauf des Jahres 2025 mehrere unzutreffende Informationen zu Kontenmodellen des Kreditinstituts auf der Vergleichswebsite veröffentlicht und über einen längeren Zeitraum nicht korrigiert.
Kategorien: Finanzen

Deutsch-Pazifische Parlamentariergruppe reist nach Australien und in die Republik Fidschi

Vom 8. bis 18. Februar 2026 reist eine Delegation der Deutsch-Pazifischen Parlamentariergruppe zu Gesprächen über Wirtschafts-, Energie-, Sicherheits-, Digital-, Bildungs- und Forschungspolitik nach Australien und in die Republik Fidschi. Dazu sind in Australien Treffen mit dem Parlamentspräsidenten, Regierungsvertretern und, auf nationaler und bundesstaatlicher Ebene, mit Parlamentariern, die enge Kontakte zu Deutschland pflegen, geplant. Weitere Gespräche finden mit politischen Stiftungen, Ministerien und nichtstaatlichen Institutionen statt. Dazu zählen auch Vertreter der „Aboriginal and Torres Strait Islander“. In Canberra werden die Abgeordneten im Rahmen der sogenannten Last Post Zeremonie einen Kranz am War Memorial niederlegen. Während des zweitägigen Aufenthalts in der Republik Fidschi wird die Delegation an der Parlamentseröffnung teilnehmen und mit dem Parlamentspräsidenten, dem Premierminister und weiteren Regierungsvertretern, dem Generalsekretär des Pacific Islands Forums, dem Erzbischof von Suva, der Vizekanzlerin der Fiji National University und mit den Hochkommissaren der pazifischen Inselstaaten zusammentreffen. Dabei wird es unter anderem um Sicherheitsstrategien für den Indopazifik gehen, um die Auswirkungen des Klimawandels auf die kleinen Inselstaaten der Region, um den Schutz der Minderheitenrechte und um Möglichkeiten der entwicklungspolitischen Zusammenarbeit. Die Delegation besteht aus den Abgeordneten Ulrich Thoden (Die Linke, Ltg.) Carsten Müller, Kerstin Radomski (beide CDU/CSU), Jürgen Coße (SPD), Marc Bernhard (AfD) und Filiz Polat (Bündnis 90/Die Grünen).

BGBl. 2025 I Nr. 182

Fünfundzwanzigste Verordnung zur Änderung von Anlagen des Betäubungsmittelgesetzes vom 04. August 2025

Die Amerikas: Trumps Einfluss befeuert Übergriffe

Click to expand Image Ein venezolanischer Migrant, der angeblich Verbindungen zu kriminellen Organisationen hat, sitzt am 16. März 2025 in einer Zelle des Gefängnisses CECOT in Tecoluca, El Salvador. © 2025 Salvadorianische Regierung via Getty Images

(Mexiko-Stadt) – Einige Regierungen in Lateinamerika und der Karibik verletzen auf Geheiß der Trump-Regierung die Rechte von Nichtstaatsangehörigen, während andere Trumps Politik und Rhetorik als Deckmantel für Übergriffe gegen ihre eigenen Staatsbürger*innen instrumentalisieren, so Human Rights Watch heute im World Report 2026.

Im 529-seitigen World Report 2026, der in seiner 36. Auflage erscheint, analysiert Human Rights Watch die Menschenrechtslage in über 100 Ländern. In seinem einleitenden Essay beschreibt Exekutivdirektor Philippe Bolopion die Eindämmung der weltweit erstarkenden autoritären Strömungen als generationenprägende Herausforderung. Angesichts der beispiellosen Gefährdung des internationalen Menschenrechtssystems durch die US-Regierung unter Donald Trump und andere einflussreiche Weltmächte ruft Bolopion demokratische Staaten, die sich zu den Menschenrechten bekennen, und die Zivilgesellschaft dazu auf, eine strategische Allianz zur Verteidigung der Grundfreiheiten zu bilden.

Der unverhohlene militärische Angriff der Trump-Regierung auf Venezuela Anfang 2026 könnte dazu führen, dass sich die repressive Regierung des Landes konsolidiert, solange sie den politischen und wirtschaftlichen Interessen der USA dient. Im Jahr 2025 haben mehrere Regierungen den Zugang zu Asyl eingeschränkt und Migrant*innen, die aus den USA abgeschoben wurden, misshandelt. Einige lateinamerikanische Regierungen setzen zunehmend auf Sicherheitsstrategien, die auf Massenverhaftungen, dem Einsatz des Militärs zur Bekämpfung von „Terrorismus“ und unverhältnismäßiger Gewalt beruhen. Während die US-Regierung systematische Menschenrechtsverletzungen in Venezuela, Kuba und Nicaragua kritisiert, ignoriert sie gravierende Übergriffe in El Salvador, Ecuador und Peru, die Journalist*innen und Menschenrechtsorganisationen massiv einschränken.

„Während ihres ersten Amtsjahres hat die Trump-Regierung zweifellos einen negativen Einfluss auf Lateinamerika und die Karibik ausgeübt“, sagte Juanita Goebertus, Direktorin für die Amerikas bei Human Rights Watch. „Die lateinamerikanischen Regierungen haben die Verantwortung, die Demokratie zu verteidigen und sicherzustellen, dass sie den Menschen dienen – unabhängig davon, wer im Weißen Haus sitzt.“

Venezuela, Kuba und Nicaragua unterdrücken praktisch alle Formen von Dissens, verhaften Kritiker*innen, Oppositionelle und zwingen viele ins Exil. In Venezuela haben die Behörden Anfang 2026 eine Reihe von Gefangenen freigelassen, doch viele Menschen sitzen weiterhin aus politischen Gründen im Gefängnis. Die lateinamerikanischen Regierungen sollten sich für die Freilassung politischer Gefangener in diesen Ländern einsetzen und einen friedlichen Übergang zur Demokratie fördern, so Human Rights Watch. Sie sollten sich auch gegen die anhaltenden US-Luftangriffe in der Karibik und im Pazifik stellen, bei denen bereits mehr als 120 Menschen getötet wurden und die gemäß Völkerrecht als außergerichtliche Hinrichtungen gelten.Organisierte kriminelle Gruppierungen stellen eine Bedrohung für die Menschenrechte dar. Der extremste Fall ist Haiti, wo kriminelle Gruppierungen 90 Prozent von Port-au-Prince kontrollieren, ihr Einflussgebiet auf andere Teile des Landes ausgeweitet haben und Tausende Morde begangen haben.Regierungen, darunter die von El Salvador und Ecuador, haben bei der Bekämpfung der organisierten Kriminalität schwere Menschenrechtsverletzungen begangen. In Brasilien führte eine Polizeirazzia in Rio de Janeiro zu 122 Todesfällen, was Teil eines größeren Musters von exzessiver Gewaltanwendung ist. In Mexiko hat die Regierung ihre Geheimdienstaktivitäten ausgeweitet und Maßnahmen ergriffen, die Massenverhaftungen ermöglichen, wie beispielsweise die obligatorische Untersuchungshaft. Im Rahmen der „Total Peace”-Strategie von Präsident Gustavo Petro in Kolumbien haben bewaffnete Gruppen und das organisierte Verbrechen ihre Kontrolle ausgeweitet. Regierungen, darunter die von Honduras, Peru, El Salvador und Ecuador, haben im Kampf gegen Kriminalität die Grundrechte für lange Zeiträume ungerechtfertigt ausgesetzt.Panama und Costa Rica haben Drittstaatsangehörige, die aus den Vereinigten Staaten abgeschoben worden waren, willkürlich inhaftiert. El Salvador hat Venezolaner*innen, die von der Trump-Regierung dorthin abgeschoben worden waren, verschwinden lassen, willkürlich inhaftiert und systematisch gefoltert. Die Dominikanische Republik hat die Abschiebung von Haitianer*innen eskaliert und sie unter Verstoß gegen das Völkerrecht in Gefahr gebracht.Während die Vereinigten Staaten ihre Auslandshilfen für Menschenrechtsgruppen und unabhängige Medien gekürzt haben, haben El Salvador, Peru und Ecuador Gesetze verabschiedet, die willkürliche Schließungen von Menschenrechtsgruppen und Medien ermöglichen. Argentinien hat ein zunehmend feindseliges Umfeld für unabhängige Medien geschaffen. Der Generalstaatsanwalt von Guatemala hat willkürlich Regierungsbeamte, Menschenrechtsverteidiger*innen und Kritiker*innen festgenommen. El Salvador hat prominente Menschenrechtskritiker*innen festgenommen, darunter die Anti-Korruptions-Anwältin Ruth Lopez.

„Menschenrechtsorganisationen und unabhängige Journalist*innen sind ein Bollwerk für die Demokratie in den Amerikas“, sagte Goebertus. „Regierungen müssen ihnen den Rücken stärken, denn sie riskieren viel, um Menschenrechte zu verteidigen und Korruption sowie Missbräuche aufzudecken.“

Kategorien: Menschenrechte

EU: Missachtung der Menschenrechte gefährdet Demokratie und Rechtsstaatlichkeit

Click to expand Image Während einer Demonstration in Budapest am 18. Mai 2025 gegen einen Gesetzentwurf, der der Regierung die Befugnis gibt, zivilgesellschaftliche Organisationen und Medien zu sanktionieren, die sie als Bedrohung für die Souveränität des Landes ansieht, hält ein Demonstrant eine EU-Flagge mit der Aufschrift „Hilfe“ hoch. © 2025 FERENC ISZA/AFP via Getty Images

(Brüssel, 4. Februar 2026) – Das Versäumnis der EU-Institutionen und Mitgliedstaaten, den Menschenrechten Vorrang einzuräumen, untergräbt Rechtsstaatlichkeit, Demokratie und den Schutz der Menschenrechte – sowohl innerhalb als auch außerhalb der EU, erklärte Human Rights Watch heute im World Report 2026.

Der Fokus auf die Eindämmung von Migration, die gleichzeitige Normalisierung von gender-, migrations- und demokratiefeindlichen Narrativen, die inkonsequente Durchsetzung rechtsstaatlicher Prinzipien, der schrumpfende Handlungsspielraum für die Zivilgesellschaft sowie Vorwürfe der Doppelmoral in der Außenpolitik haben die Grundwerte der EU erheblich untergraben.

„Von der Migrationspolitik über die Rechtsstaatlichkeit bis hin zur Außenpolitik vernachlässigt die EU Menschenrechte und Rechenschaftspflicht – mit Folgen, die die Demokratie schwächen und Menschen gefährden,“ sagte Benjamin Ward, stellvertretender Direktor für Europa und Zentralasien bei Human Rights Watch. „Angesichts der instabilen Weltlage und Bedrohungen in Europa ist es von entscheidender Bedeutung, dass die EU konsequent für die zentralen Werte der Menschenrechte eintritt.“

Im 529-seitigen World Report 2026, der in seiner 36. Auflage erscheint, analysiert Human Rights Watch die Menschenrechtslage in über 100 Ländern. In seinem einleitenden Essay beschreibt Exekutivdirektor Philippe Bolopion die Eindämmung der weltweit erstarkenden autoritären Strömungen als generationenprägende Herausforderung. Angesichts der beispiellosen Gefährdung des internationalen Menschenrechtssystems durch die US-Regierung unter Donald Trump und andere einflussreiche Weltmächte ruft Bolopion demokratische Staaten, die sich zu den Menschenrechten bekennen, und die Zivilgesellschaft dazu auf, eine strategische Allianz zur Verteidigung der Grundfreiheiten zu bilden.

Die Europäische Kommission hat eine Rückführungsverordnung vorgeschlagen, welche die Inhaftierung von Asylsuchenden und Migrant*innen ausweiten, Schutzmaßnahmen gegen unsichere Abschiebungen aufheben und den Weg für sogenannte Rückführungszentren in Ländern außerhalb der EU ebnen würde. Mehrere Mitgliedstaaten haben den Zugang zu Asylverfahren eingeschränkt oder ganz ausgesetzt, ohne dass die EU-Institutionen substanziell reagiert hätten. Gleichzeitig arbeitete die Europäische Kommission daran, den Mitgliedstaaten zu erleichtern, Asylanträge ohne gründliche Prüfung rasch abzulehnen.Die Mitgliedstaaten haben ihre Verpflichtungen zur Wahrung der Rechtsstaatlichkeit weiter vernachlässigt. Trotz jahrelanger Verstöße der ungarischen Regierung gegen rechtsstaatliche Prinzipien hat der EU-Rat keine entschiedenen Schritte unternommen, um Ungarn zur Rechenschaft zu ziehen. Im Jahr 2025 trat Ungarn aus dem Internationalen Strafgerichtshof (IStGH) aus und empfang den israelischen Premierminister Benjamin Netanjahu, ohne ihn festzunehmen. Der IStGH hatte zuvor einen Haftbefehl gegen Netanjahu wegen Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit in Gaza erlassen. Der Einfluss rechtsextremer Parteien und die Übernahme ihrer gegen die Menschenrechte gerichteten Politik durch die etablierten Parteien der Mitte schürten die Diskriminierung marginalisierter Gruppen, darunter Migrant*innen, Muslim*innen und Lesben, Schwule, Bisexuelle und transgender Personen (LGBT). Die Kommission verabschiedete bzw. überarbeitete Strategien zum Schutz diskriminierter Gruppen, darunter Frauen, LGBT-Personen und rassistisch diskriminierte Gemeinschaften. Vorschläge wie die horizontale Gleichbehandlungsrichtlinie, die darauf abzielt, erhebliche Rechtslücken beim Schutz vor Diskriminierung aufgrund von Religion, Behinderung, Alter und sexueller Orientierung zu schließen, werden jedoch weiterhin blockiert.Trotz einiger Fortschritte bei der Verbesserung des Schutzes wirtschaftlicher, sozialer und kultureller Rechte hinkt die Umsetzung in den Mitgliedstaaten hinterher, sodass 2024 insgesamt 93,3 Millionen Menschen (21 Prozent der Bevölkerung) von Armut oder sozialer Ausgrenzung bedroht waren. Die Arbeitslosigkeit war hierbei ein entscheidender Faktor.Die EU verhängte weitere Sanktionen gegen Russland und russische Amtsträger*innen wegen Menschenrechtsverletzungen und Verbrechen, die im Rahmen der groß angelegten Invasion der Ukraine begangen wurden. Die EU-Staaten bekräftigten ihre Verpflichtung zur Rechenschaftspflicht für in der Ukraine begangene Kriegsverbrechen, aber anders als in den Vorjahren versäumte es der Europäische Rat, seine Unterstützung für das Verfahren des Internationalen Strafgerichtshofs (IStGH) zur Ukraine zum Ausdruck zu bringen. Die Reaktion auf die Gräueltaten der israelischen Behörden in Palästina blieb das umstrittenste Thema für die EU-Regierungen, und ihre Zurückhaltung angesichts der Gräueltaten Israels wuchs nach der Ankündigung des Waffenstillstands im Oktober noch weiter.Die umfangreiche Zusammenarbeit der EU mit repressiven Staatsoberhäuptern in der Türkei, Tunesien, Ägypten, den Golfstaaten, China und Indien in den Bereichen Sicherheit, Handel und Migration geschah auf Kosten der Menschenrechte in diesen Ländern. 

Neben einem Kapitel zu den Entwicklungen in der EU insgesamt enthält der World Report 2026 einzelne Kapitel zu Frankreich, Deutschland, Griechenland, Ungarn, Italien, Polen und Spanien.

„Die EU kann und sollte eine treibende Kraft für das Gute in der Welt sein – und für die Menschen innerhalb der Union,“ sagte Ward. „Das kann sie aber nur sein, wenn ihre Institutionen und Mitgliedsstaaten ihre vertraglichen Verpflichtungen zum Schutz und zur Förderung der Menschenrechte ernst nehmen und konsequent umsetzen.“

Kategorien: Menschenrechte

Russland: Massive Unterdrückung von Regierungskritiker*innen

Click to expand Image Die Journalist*innen Sergei Karelin, Konstantin Gabov, Antonina Favorskaya und Artem Kriger, denen vorgeworfen wird, sich an den Aktivitäten einer „extremistischen” Organisation beteiligt zu haben, gegründet vom verstorbenen Oppositionspolitiker Alexei Navalny, bei einer Gerichtsverhandlung in Moskau, Russland, am 15. April 2025. © 2025 REUTERS/Yulia Morozova

(Brüssel, 4. Februar 2026) – Im vierten Jahr seines umfassenden Krieges gegen die Ukraine hat der Kreml die Unterdrückung der russischen Zivilgesellschaft weiter verschärft. Diese richtet sich gegen Kritiker*innen in Russland selbst und jene im Exil, so Human Rights Watch heute im World Report 2026. Mit dem Ziel, jegliche Form von Dissens zu unterdrücken, weiteten die Behörden die Zensur und Überwachung aus, klagten zahlreiche Menschen wegen „Untergrabung der Staatssicherheit“ an und intensivierten die Strafverfolgung von Kritiker*innen, die als „ausländische Agenten“ eingestuft wurden.

„Die russischen Behörden haben die Repressionen gegen Aktivist*innen der Zivilgesellschaft und andere Kritiker*innen verschärft. Zugleich intensivieren sie ihren verheerenden Kreuzzug für ‚traditionelle Werte‘, der sich gegen Migrant*innen sowie lesbische, schwule, bisexuelle und trans Personen richtet und die reproduktiven Rechte von Frauen massiv einschränkt,“ sagte Benjamin Ward, stellvertretender Direktor für Europa und Zentralasien bei Human Rights Watch.

Im 529-seitigen World Report 2026, der in seiner 36. Auflage erscheint, analysiert Human Rights Watch die Menschenrechtslage in über 100 Ländern. In seinem einleitenden Essay beschreibt Exekutivdirektor Philippe Bolopion die Eindämmung der weltweit erstarkenden autoritären Strömungen als generationenprägende Herausforderung. Angesichts der beispiellosen Gefährdung des internationalen Menschenrechtssystems durch die US-Regierung unter Donald Trump und andere einflussreiche Weltmächte ruft Bolopion demokratische Staaten, die sich zu den Menschenrechten bekennen, und die Zivilgesellschaft dazu auf, eine strategische Allianz zur Verteidigung der Grundfreiheiten zu bilden.

Russland griff weiterhin dicht besiedelte Gebiete der Ukraine mit Sprengwaffen an, tötete und verletzte Zivilist*innen und beschädigte wichtige Infrastruktur. Russische Kurzstreckendrohnen forderten in der Ukraine mehr zivile Opfer als jede andere Waffe. Die russischen Behörden begingen Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit, indem sie Tausende ukrainischer Kriegsgefangener und Zivilist*innen systematisch folterten und misshandelten. In den besetzten Gebieten der Ukraine zwangen russische Behörden die Bewohner*innen weiterhin zur Annahme der russischen Staatsbürgerschaft und zum Militärdienst, beschlagnahmten Privateigentum und führten russische Lehrpläne und die russische Sprache in Schulen ein.Die Zahl der politischen Gefangenen stieg auf 1.217 (darunter 108 Frauen), verglichen mit 805 Ende 2024. Im Jahr 2025 sprachen Gerichte die ersten Strafurteile wegen angeblicher Beteiligung an der sogenannten Internationalen LGBT-Bewegung, einer als „extremistisch“ eingestuften Organisation. Die Staatsanwaltschaft erhob außerdem neue Anklagen wegen „LGBT-Extremismus“, u.a. auch gegen Buchverlage.Die Behörden verschärften die strafrechtliche Verfolgung wegen angeblicher Nichteinhaltung der Gesetze zu „ausländischen Agenten” erheblich und leiteten in der ersten Hälfte des Jahres 2025 insgesamt 72 Strafverfahren ein. Die Staatsanwaltschaft verbot zudem 78 „unerwünschte“ Organisationen, darunter prominente Menschenrechtsgruppen. Im November wurde auch Human Rights Watch als „unerwünscht“ eingestuft. Im Mai verurteilte ein Moskauer Gericht den führenden russischen Wahlbeobachtungsaktivisten Grigory Melkonyants wegen seiner angeblichen Zugehörigkeit zu einer „unerwünschten Organisation“ zu fünf Jahren Haft.Die Behörden setzten ihre Angriffe auf die Rechte von Migrant*innen fort. Die Strafverfolgungsbehörden führten Razzien durch, bei denen sie Migrant*innen misshandelten. Im Jahr 2025 traten Überwachungsgesetze zum „Register kontrollierter Personen” und ein „Experiment” zur Überwachung von Arbeitsmigrant*innen in Moskau und der umliegenden Region in Kraft. Seit April gilt ein Einschulungsverbot für ausländische Kinder an staatlichen Schulen, sofern sie keinen Nachweis über ihren rechtlichen Status und ihre Russischkenntnisse erbringen. Damit wurde ein systematisches, diskriminierendes Hindernis für das Recht von Kindern auf Bildung geschaffen. Insgesamt wurde 87 % der angemeldeten Kinder mit Migrationshintergrund die Einschulung verweigert.

Russland sollte alle politischen Gefangenen freilassen und alle Gesetze abschaffen, die mit den grundlegenden Menschenrechten unvereinbar sind, darunter Gesetze, die Kritik am Krieg zensieren, sowie Gesetze gegen sogenannte „ausländische Agenten”, „unerwünschte” Organisationen und „Homosexuellenpropaganda”. Russland sollte zudem Gesetze aufheben, die Migrant*innen und ihre Kinder diskriminieren, so Human Rights Watch.

Kategorien: Menschenrechte

China: Wachsende Repression – auch über Grenzen hinweg

Click to expand Image Jimmy Lai is transported by prisoner transport vehicles outside the court in Hong Kong, December 15, 2025.  © 2025 Photo by Keith Tsuji/Getty Images

(Bangkok) – Die chinesische Regierung hat ihre Repression im Jahr 2025 landesweit verschärft, erklärte Human Rights Watch heute im World Report 2026.

Präsident Xi Jinping mobilisierte die Regierung, um strikte ideologische Gleichschaltung und Loyalität gegenüber ihm und der Kommunistischen Partei Chinas durchzusetzen. Tibeter*innen, Uigur*innen und andere weitere Bevölkerungsgruppen mit eigener kultureller Prägung, darunter Mitglieder inoffizieller Kirchen, sind von der massivsten Entrechtung betroffen. Auch die staatliche Repression in Hongkong hat sich weiter verschärft.

„Die chinesische Regierung unter Xi Jinping häuft immer mehr Menschenrechtsverletzungen an und verschärft ihre Unterdrückung der Grundfreiheiten,” sagte Maya Wang, stellvertretende Asien Direktorin bei Human Rights Watch. „Andere Regierungen haben sich bislang weitgehend geweigert, gegen die Gefahren vorzugehen, die die chinesische Regierung für das internationale Menschenrechtssystem darstellt, ganz zu schweigen von denen innerhalb Chinas.”

Im 529-seitigen World Report 2026, der in seiner 36. Auflage erscheint, analysiert Human Rights Watch die Menschenrechtslage in über 100 Ländern. In seinem einleitenden Essay beschreibt Exekutivdirektor Philippe Bolopion die Eindämmung der weltweit erstarkenden autoritären Strömungen als generationenprägende Herausforderung. Angesichts der beispiellosen Gefährdung des internationalen Menschenrechtssystems durch die US-Regierung unter Donald Trump und andere einflussreiche Weltmächte ruft Bolopion demokratische Staaten, die sich zu den Menschenrechten bekennen, und die Zivilgesellschaft dazu auf, eine strategische Allianz zur Verteidigung der Grundfreiheiten zu bilden.

Xi Jinping reiste im August nach Tibet und im September nach Xinjiang, wo viele Uigur*innen leben und wollte damit vor allem die starke Kontrollmacht seiner Regierung demonstrieren. Es wird erwartet, dass die Regierung einen Gesetzentwurf verabschiedet, der die Unterdrückung von Minderheiten rechtfertigt, eine verstärkte ideologische Kontrolle ermöglicht und die Überwachung im Ausland fördert. Tausende Uigur*innen sind weiterhin zu Unrecht inhaftiert. Die Regierung hat die Feierlichkeiten zum 90. Geburtstag des tibetischen Religionsführers Dalai Lama in Tibet verboten.Seit die Behörden vor fünf Jahren das drakonische Nationale Sicherheitsgesetz über Hongkong verhängt haben, hat die Unterdrückung rapide zugenommen. Hongkongs letzte aktive prodemokratische Partei, die Liga der Sozialdemokraten, hat sich aufgelöst. Zum ersten Mal haben die Behörden das Nationale Sicherheitsgesetz genutzt, um ein in Hongkong lebendes Familienmitglied einer im Ausland lebenden Kritikerin, der prodemokratischen Führerin Anna Kwok, strafrechtlich zu verfolgen. Zahlreiche Demokratieaktivist*innen sitzen weiterhin im Gefängnis, darunter Jimmy Lai, Gründer der mittlerweile geschlossenen Zeitung Apple Daily.Die Kampagne der chinesischen Regierung zur „Sinisierung“ von Religionen – deren Umgestaltung, damit sie die Ideologie der Partei verbreiten – hat zu einer verschärften Unterdrückung von protestantischen Hauskirchen geführt, die sich weigern, der offiziellen Kirche beizutreten. Im April verurteilte ein Gericht in der Provinz Shanxi Berichten zufolge mehr als ein Dutzend Personen, die der Linfen Golden Lampstand Church angehörten, wegen „Betrugs“. Im Oktober verhafteten die Behörden außerdem fast 30 Mitglieder der Zion Church, darunter auch deren Pastor.Die Behörden haben willkürlich Menschen für die Ausübung ihrer Grundrechte festgenommen und inhaftiert.Da die Diaspora-Gemeinschaften immer lautstarker gegen Missbräuche der Regierung protestieren, hat Peking seine Bemühungen verstärkt, sie zum Schweigen zu bringen, indem Familienangehörige und Freund*innen in China schikaniert und Rückkehrer*innen inhaftiert werden – Maßnahmen, die als transnationale Repression bezeichnet werden. Jüngste Beispiele sind die Verhaftung der in Frankreich lebenden studentischen Aktivistin Tara Zhang Yadi und die Drohung gegenüber Filmemacher*innen, das IndieChina-Filmfestival in New York zu schließen.

Die chinesische Regierung sollte ihre Verbrechen gegen die Menschlichkeit und andere Rechtsverletzungen in Xinjiang unverzüglich beenden, das nationale Sicherheitsgesetz in Hongkong aufheben, unabhängigen Menschenrechtsbeobachter*innen Zugang zu Tibet und Xinjiang gewähren und inhaftierte Menschenrechtsverteidiger*innen in ganz China freilassen, so Human Rights Watch.

Kategorien: Menschenrechte