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Three Norton Rose Fulbright partners named to 2026 Texas Super Lawyers Top Lists
Federal government announces tax measures to boost investment
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OVG NRW: Futternapf mit Sonderfunktionen ist kein getarntes Abhörgerät
Ein "Smart Pet Feeder" mit Kamera und Mikrofon ist keine verbotene Telekommunikationsanlage, so das OVG NRW. Der Futterautomat tarne sich nämlich nicht als gewöhnlicher Futternapf, sondern sei erkennbar auf Vierbeiner-Überwachung ausgelegt.
Mehr Spezialisierung, mehr Karrierewege
Anklage fordert längere Haft
OpenAI bringt Astra for Law: Spezial-KI für Kanzlei und Rechtsabteilung
OpenAI (ChatGPT) hat gestern mit „Astra for Law“ eine speziell auf professionelle juristische Arbeit zugeschnittene Variante seines KI-Systems vorgestellt. Grundlage ist GPT-6 Astra, das derzeit leistungsfähigste breit eingesetzte Modell des Unternehmens. Astra for Law kombiniert dieses Modell mit besonderen Anweisungen für juristische Analyse und Schriftsatzarbeit, einem eigenen juristischen Suchindex sowie Schnittstellen zu Fachanwendungen. Zunächst erhalten ausgewählte Kanzleien im Rahmen eines „Trusted Access“-Programms Zugriff über ChatGPT und Codex; eine Bereitstellung über die API unter der Bezeichnung „gpt-6-astra-law“ soll folgen.
Im Mittelpunkt steht vor allem die juristische Recherche. Astra for Law soll nicht nur Rechtsfragen beantworten, sondern einschlägige Entscheidungen und Normen auffinden, relevante Passagen identifizieren, die Bedeutung einer Fundstelle einordnen und Gegenargumente oder für die eigene Position ungünstige Rechtsprechung berücksichtigen. Hinzu kommen Funktionen für Vertragsprüfung, Due Diligence, die Entwicklung von Argumentationslinien und Vertragsklauseln sowie das Erstellen von Entwürfen für Mandantenberatung und Redlines. In einem von OpenAI veröffentlichten Test mit 200 US-amerikanischen Rechtsfragen bestand Astra for Law 54 Prozent der untersuchten Aufgaben, während GPT-6 Astra mit normaler Websuche auf 38,7 Prozent kam. Die Zahlen stammen allerdings von OpenAI selbst und beziehen sich auf US-Recht; sie lassen deshalb keine unmittelbaren Rückschlüsse auf die Qualität bei deutschem Recht zu.
Astra for Law in Deutschland
Gerade dieser Punkt ist für deutsche Anwältinnen und Anwälte wesentlich: Der derzeit ausdrücklich beschriebene spezielle Rechtsindex umfasst US-Recht, darunter Gerichtsentscheidungen, Gesetze, Verordnungen, Verfahrensregeln und Verwaltungsentscheidungen aus mehr als 230 Millionen Webadressen. Eine vergleichbare speziell kuratierte Datenbasis für deutsches oder europäisches Recht hat OpenAI bislang nicht angekündigt und ist in Deutschland auch zum großen Teil hinter Paywalls von Verlagen oder erst gar nicht online veröffentlicht, wie z.B. eine große Zahl von Gerichtsurteilen. Astra for Law ist daher nicht als Ersatz für deutsche juristische Datenbanken zu verstehen sondern als technische Plattform, auf der Kanzleien eigene Wissensbestände, Arbeitsabläufe und Fachprodukte anbinden können. Dafür hat OpenAI gleichzeitig 26 von Partnern entwickelte Plugins angekündigt, unter anderem für Relativity, Clio, iManage, Intapp und DeepJudge. Thomson Reuters bindet HighQ an und arbeitet zudem an einer CoCounsel-Verbindung.
Besondere Aufmerksamkeit dürfte in Deutschland der Umgang mit Mandatsdaten erhalten. OpenAI wirbt für berechtigte Kanzleien unter anderem mit „Zero Data Retention“ bei der API. Bei ChatGPT Enterprise soll die Nutzung im Rahmen dieses Angebots standardmäßig von menschlicher Überprüfung ausgeschlossen sein. Zudem entwickelt OpenAI gemeinsam mit Latham & Watkins Funktionen für Berechtigungskonzepte, Ethical Walls, Mandantenvorgaben und kanzleiinterne Aufsicht. Für seine Business-Produkte erklärt OpenAI generell, Unternehmensdaten standardmäßig nicht zum Training der Modelle zu verwenden und Kontrollmöglichkeiten für Datenaufbewahrung und interne Datenquellen anzubieten.
Rechtsgemäße Verwendung von Astra for Law
Für deutsche Kanzleien beseitigt das allerdings nicht die eigenen rechtlichen Prüfpflichten. Beim Einsatz mit Mandatsinformationen sind insbesondere die anwaltliche Verschwiegenheit nach § 43a Abs. 2 BRAO und der strafrechtliche Geheimnisschutz nach § 203 StGB zu beachten. Daneben müssen unter anderem die datenschutzrechtliche Rollenverteilung, Auftragsverarbeitung, Übermittlungen und technisch-organisatorische Schutzmaßnahmen geprüft werden. Die Zusage eines Anbieters, die DSGVO zu unterstützen, ersetzt diese Prüfung nicht.
Hinzu kommt inzwischen der EU AI Act. Seit dem 2. Februar 2025 gilt unter anderem die Pflicht, bei Beschäftigten und anderen mit KI-Systemen befassten Personen für ein angemessenes Maß an KI-Kompetenz zu sorgen. Seit dem 2. August 2026 gelten beziehungsweise werden weitere zentrale Teile der Verordnung durchgesetzt, darunter Vorgaben für Anbieter von General-Purpose-AI-Modellen und bestimmte Transparenzpflichten. Kanzleien, die Systeme wie Astra for Law produktiv einsetzen oder darauf eigene Anwendungen aufbauen, sollten deshalb neben Berufsrecht und Datenschutz auch ihre Rolle und Pflichten nach der KI-Verordnung prüfen.
Fazit
Astra for Law markiert für OpenAI damit vor allem einen Wechsel von allgemeinen Chatbots hin zu spezialisierten KI-Infrastrukturen für Kanzleien. Für den deutschen Markt dürfte entscheidend sein, ob OpenAI künftig auch belastbare deutsche und europäische Rechtsquellen integriert und ob Kanzleien die neuen Funktionen so einsetzen können, dass Quellenkontrolle, menschliche Letztentscheidung, Mandatsgeheimnis und regulatorische Anforderungen gewahrt bleiben. Gerade weil OpenAI das System ausdrücklich für anspruchsvolle juristische Arbeit positioniert, bleibt die Überprüfung von Fundstellen und Ergebnissen durch Juristen zentral.
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