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Eunjee Kim of Dentons Lee appointed as Public Interest Commissioner for the Seoul Regional Labor Relations Commission
Dentons Lee is pleased to announce that Eunjee Kim has been appointed as a Public Interest Commissioner (Adjudication) of the Seoul Regional Labor Relations Commission (SRLRC).
Neue Berufsbilder an der Schnittstelle von Jura und Technologie
Unternehmen investieren verstärkt in Legal Tech, generative KI-Modelle halten Einzug in den juristischen Arbeitsalltag, und der regulatorische Rahmen erhöht den Bedarf an Fachleuten, die technische Entwicklungen rechtlich einordnen und verantwortungsvoll steuern können. Neben klassischen Juristinnen- und Juristenstellen entstehen somit neue spezialisierte Rollen.
Legal Engineer und Legal Tech Engineer
Als Legal Engineer bezeichnet man Fachleute, die juristische Anforderungen in technische Lösungen übersetzen. Zu den typischen Tätigkeitsfeldern gehören die Konzeption und Implementierung von Contract-Lifecycle-Management-Systemen, die Automatisierung dokumentenbasierter Prozesse, die Konfiguration von No-Code- und Low-Code-Werkzeugen sowie die Evaluation und das Training von KI-Modellen für juristische Anwendungen. Eine Anwaltszulassung ist für diese Rolle nicht erforderlich, wohl aber ein belastbares Verständnis juristischer Logiken, Vertragsstrukturen und Compliance-Anforderungen.
Der Begriff Legal Tech Engineer wird häufig synonym verwendet, betont jedoch stärker den technischen Umsetzungsaspekt. Typische Qualifikationsanforderungen umfassen unter anderem ein Verständnis für API-Schnittstellen und Erfahrung mit Low-Code-Plattformen wie zum Beispiel Microsoft Power Automate oder Zapier.
Legal Operations Manager und Legal Technologist
Der Legal Operations Manager ist eine Rolle, die aus dem US-amerikanischen Rechtsmarkt in den deutschsprachigen Raum übertragen wurde. Der Tätigkeitsschwerpunkt liegt in der Steuerung und Optimierung des operativen Betriebs einer Rechtsabteilung. Dazu gehören die Auswahl und Verwaltung von Legal Tech Lösungen, das Controlling externer Rechtskosten, die Einführung von KPI-Systemen für juristische Leistungen sowie das Projektmanagement bei Digitalisierungsvorhaben. In Großunternehmen ist die Position häufig direkt dem General Counsel unterstellt und arbeitet eng mit IT- und Finanzabteilung zusammen.
Davon zu unterscheiden ist der Legal Technologist, dessen Rolle stärker auf die Einführung und Begleitung konkreter Softwarelösungen ausgerichtet ist. Legal Technologists evaluieren neue Tools, koordinieren Rollouts, schulen Nutzerinnen und Nutzer und pflegen den technischen Tool-Stack einer Rechtsabteilung. Das Profil ist besonders in mittelgroßen Rechtsabteilungen gefragt, die ihren Digitalisierungsgrad erhöhen wollen, ohne eigene Softwareentwicklung zu betreiben.
KI Spezialist und Legal AI Engineer
Mit der zunehmenden Verbreitung generativer KI-Modelle hat sich eine weitere Spezialisierungsrichtung herausgebildet. Legal AI Spezialistinnen und -Spezialisten verantworten den Aufbau und die Pflege KI-gestützter juristischer Workflows, die Entwicklung von Prompting-Strategien für Anwendungsfälle wie Vertragsanalyse oder Due Diligence, die systematische Evaluation von Modelloutputs sowie die Erstellung von Governance-Dokumentation.
Der EU AI Act macht diese Funktion in vielen Organisationen zur regulatorischen Notwendigkeit. Für Systeme, die juristische Entscheidungen vorbereiten oder unterstützen, gelten verbindliche Anforderungen an Transparenz, Nachvollziehbarkeit und menschliche Aufsicht. Legal AI Spezialistinnen und -Spezialisten stellen sicher, dass KI-gestützte Prozesse diesen Anforderungen entsprechen, und fungieren als Schnittstelle zwischen technischer Umsetzung, rechtlicher Bewertung und Compliance.
Legal Engineering als externe Leistung
Nicht jede Organisation verfügt über die Kapazität, spezialisierte Legal Engineering Stellen dauerhaft zu besetzen. Für diesen Bedarf hat sich das Modell des Legal Engineering on Demand etabliert. Es beschreibt die projektbasierte Bereitstellung von Legal Engineering-Expertise durch externe Dienstleister. Diese stellen Kanzleien und Rechtsabteilungen auf Projektbasis Legal Engineers zur Verfügung, die einen konkreten Automatisierungsbedarf analysieren, eine Lösung konzipieren, implementieren und schließlich an das interne Team übergeben.
Das Modell folgt dem etablierten Muster spezialisierter IT-Beratung und überträgt es auf den juristischen Bereich. Für mittlere und kleinere Organisationen, die Digitalisierungsbedarf haben, aber keine dauerhafte Fachstelle einrichten wollen, bietet es einen niedrigschwelligen Einstieg in Legal Engineering.
In welchen Unternehmen diese Rollen vorkommen
Die Nachfrage nach den beschriebenen Profilen konzentriert sich im Wesentlichen auf drei Organisationstypen. Große Wirtschaftskanzleien haben eigene Legal Engineering Teams aufgebaut, um mandatsbezogene Automatisierungen abzuwickeln und Legal Tech Produkte für Mandanten zu entwickeln. Konzerne und international tätige Mittelständler besetzen Legal Operations- und Legal Technologist-Stellen in ihren Inhouse-Rechtsabteilungen. Legal Tech Softwareanbieter schließlich beschäftigen Legal Engineers in der Produktentwicklung, um sicherzustellen, dass ihre Lösungen juristische Anforderungen korrekt abbilden.
Wie man den Einstieg in diese Berufsfelder findet
Spezialisierte Studiengänge und Weiterbildungsformate reagieren auf diesen Bedarf, schließen die Lücke jedoch bislang nur teilweise. Viele finden den Berufseinstieg als Quereinsteiger mit juristischem oder technischem Ausbildungshintergrund. Wichtig sind vor allem eine Affinität für Technologien, ein Verständnis für effiziente Prozesse, Projektmanagement-Skills und eine Aufgeschlossenheit für innovative und disruptive Ideen.
Wer den Einstieg in diese oder ähnliche Berufe finden möchte, kann sich zunächst gezielt mit aktuellen Stellenausschreibungen auseinandersetzen. Häufig fokussieren diese auf Soft Skills, die sich in unterschiedlichen Kontexten aneignen lassen. Nur selten wird erwartet, dass Bewerberinnen und Bewerber programmieren können. Auch die möglicherweise noch unbekannten, technischeren Aspekte sollten Interessierte nicht von einer Bewerbung abschrecken. In einigen Unternehmen werden sie in der Onboarding-Phase vermittelt. In viele Themenbereiche können sich Interessierte zudem eigenständig einarbeiten.
Viele dieser neuen Berufsbilder sind noch im Entstehen. Darin liegt eine Chance. Perfekte Lebensläufe und lückenlose Anforderungs-Checks gibt es hier selten. Viel wichtiger als jede einzelne Qualifikation ist die Bereitschaft, dazuzulernen, Verantwortung zu übernehmen und sich in unbekannte Themen vorzutasten. Wer wartet, bis er jedes Stichwort einer Stellenanzeige abhaken kann, verpasst oft den richtigen Moment. Wer sich grundsätzlich für Technologie begeistert, juristische Zusammenhänge versteht und Lust auf Veränderung hat, bringt bereits eine starke Basis mit. Den Rest lernt man Schritt für Schritt im Alltag. Statt also lange zu zögern, kann der entscheidende Unterschied darin liegen, es einfach auszuprobieren.
Autorin Noha Klose ist Legal Engineer bei der KREMER LEGAL TECH & OPERATIONS GmbH (KLTO). KLTO unterstützt Rechts-, Compliance- und Datenschutzabteilungen sowie Kanzleien dabei, juristische Prozesse durch den gezielten Einsatz von Technologie effizienter und zukunftssicher zu gestalten. Noha Klose ist zudem Head of People im Legal Tech Lab Cologne.
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