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Bundestag verabschiedet das Tariftreuegesetz

Bundestag | Aktuelle Themen - Do, 26.02.2026 - 09:00
Der Deutsche Bundestag hat am Donnerstag, 26. Februar 2026, den Weg für das erste Bundes-Tariftreuegesetz (21/1941) frei gemacht. Damit müssen Unternehmen, die Aufträge des Bundes ausführen, ihren Arbeitnehmern tarifvertragliche Arbeitsbedingungen gewähren. Das Parlament stimmte auf Beschlussempfehlung des Ausschusses für Arbeit und Soziales mit den Stimmen der Koalitionsfraktionen CDU/CSU und SPD sowie der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen dem von der Bundesregierung eingebrachten Gesetzentwurf „zur Stärkung der Tarifautonomie durch die Sicherung von Tariftreue bei der Vergabe öffentlicher Aufträge des Bundes“ zu. Der Ausschuss hatte zuvor noch Änderungen an dem Entwurf vorgenommen (21/4325). Die AfD-Fraktion stimmte dagegen, die Fraktion Die Linke enthielt sich. Abgelehnt wurde ein Entschließungsantrag der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen (21/4327), in dem die Fraktion eine Reduzierung der Ausnahmen verlangte. Außerdem gab es zum Gesetzentwurf einen Bericht des Haushaltsausschusses gemäß Paragraf 96 der Geschäftsordnung des Bundestages zur Finanzierbarkeit (21/4344). SPD: Wer das Land am Leben hält, muss profitieren In der Debatte erklärte Dagmar Schmidt (SPD), es würden 500 Milliarden Euro in die Modernisierung des Landes investiert. Das gebe es nicht ohne die Menschen, die die Vorhaben in die Tat umsetzen würden. „Mit dem Tariftreuegesetz verbinden wir unsere Investitionen in die Zukunft mit anständigen Löhnen und guten Arbeitsbedingungen“, sagte Schmidt. Diejenigen, die das Land am Laufen halten würden, müssten auch direkt von den Investitionen profitieren. Das Gesetz sei auch gut für die Betriebe, die nach Tarif bezahlen, und deshalb „oft die Dummen sind, wenn andere Dumpinglöhne zahlen“. Diese Betriebe würden jetzt durch das Tariftreuegesetz geschützt. Schmidt wies darauf hin, dass ohne Tarifverträge elf Prozent weniger verdient, aber mehr gearbeitet werde. AfD: Tarifautonomie ohne Staatszwang Peter Bohnhof (AfD) sagte, es sei kein Tariftreue-, sondern ein Tarifanwendungszwangsgesetz. Daher lehne die AfD das Vorhaben ab. Sie stehe für Freiheit der Arbeitnehmer und Gewerkschaften und gegen staatlichen Zwang. Das Gesetz sei ein Angriff auf die Tarifautonomie und schaffe neue Bürokratie. Kleine und mittlere Unternehmen würden noch mehr Bürokratie zu bewältigen haben. Kleinunternehmer und Start-ups würden so von staatlichen Aufgaben ausgeschlossen. Die AfD wolle Tarifverträge und Wohlstandslöhne, aber verhandelte Tarifverträge und echte Tarifautonomie ohne Staatszwang. CDU/CSU: Unternehmen müssen nicht tarifgebunden sein Ein Unternehmen müssen nicht unbedingt tarifgebunden sein, um einen Auftrag des Bundes zu erhalten, stellte Wilfried Oellers (CDU/CSU) klar. Es müsse die Arbeitsbedingungen erfüllen, die das Bundesarbeitsministerium festgeschrieben habe. Das sei wichtig, denn nicht tarifgebundene Unternehmen seien nicht als die schlechteren Arbeitgeber anzusehen. Das Gesetz könne rechtssicher und unbürokratisch umgesetzt werden. Sollte dies nicht gelingen, müssten Korrekturen vorgenommen werden. Darauf werde man achten. Grüne: Kein Steuergeld für Lohndumping Ricarda Lang (Bündnis 90/Die Grünen) fand, es sei gut, dass dieses Gesetz beschlossen werde. Der Grundsatz sei: „Kein Steuergeld für Lohndumping“. Sie kritisierte jedoch die zahlreichen Ausnahmebestimmungen. So werde die Koalition dem Ziel von 80 Prozent Tarifbindung nicht näher komme. Die Tarifbindung sei aber Voraussetzung, dass die Tarifautonomie funktioniere. So lasse die Koalition viele Menschen im Regen stehen. Auch für die Ausnahmen für die Rüstungsindustrie habe sie kein Verständnis. Linke: Gesetz löchrig wie ein Schweizer Käse Anständige Löhne habe man Tarifverträgen zu verdanken, erklärte Pascal Meiser (Die Linke). Es müssten jedoch die Alarmglocken läuten, dass nicht einmal mehr die Hälfte der Beschäftigten unter Tarifverträge falle. Das Gesetz sei in vielen Fällen löchrig wie ein Schweizer Käse. Er kritisierte die Untergrenze von 50.000 Euro, sodass bei kleinen Aufträgen Lohndumping möglich bleibe. Allein durch den Ausschluss von Lieferleistungen werde ein Drittel des Auftragsvolumens des Bundes außer Acht gelassen. Ein Skandal seien auch die Ausnahmen für die Bundeswehr. „Bei der Aufrüstung ist Lohndumping kein Problem“, kritisierte Meiser. Gesetzentwurf der Bundesregierung Mit dem Gesetz sollen die Nachteile tarifgebundener Unternehmen im Wettbewerb um öffentliche Aufträge und Konzessionen des Bundes beseitigt und der Verdrängungswettbewerb über die Lohn- und Personalkosten eingeschränkt werden. Unternehmen sollen ihren Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern künftig, wenn sie öffentliche Aufträge und Konzessionen des Bundes ausführen, tarifvertragliche Arbeitsbedingungen gewähren müssen. „Wer keine tarifvertraglichen Arbeitsbedingungen gewährt, kann aufgrund geringerer Personalkosten Angebote zu günstigeren Konditionen erstellen“, heißt es in dem Gesetzentwurf. Das Tariftreuegesetz sieht Ausnahmen und Schwellenwerte vor, die den Kreis der Firmen reduzieren, die unter das Gesetz fallen. So soll das Gesetz erst ab einem Auftragsvolumen von 50.000 Euro (ohne Umsatzsteuer) und nicht für Lieferdienste und Aufträge der Bundeswehr gelten. Vom federführenden Ausschuss für Arbeit und Soziales waren zuvor die Berücksichtigung der Lieferdienste gestrichen und Einzelheiten zum Zertifizierungsverfahren, in dem sich die Firmen bescheinigen lassen können, die nötigen tariflichen Bedingungen zu erfüllen, eingefügt worden. Neu geregelt wurde etwa, dass Unternehmen ihre Unterlagen über das System der Rentenversicherung einreichen. (hle/26.02.2026)

BGBl. 2025 I Nr. 197

Verordnung zur Konkretisierung von Mitteilungspflichten zur Offenlegung von Insiderinformationen nach § 36 des Kryptomärkteaufsichtsgesetzes vom 25. August 2025

BVerwG 10 C 5.24 - Urteil - Informationszugangsanspruch des Bieters im Vergabeverfahren

BVerwG Nachrichten - Do, 26.02.2026 - 07:24
(Diese Entscheidung wird nur zur nicht gewerblichen Nutzung kostenfrei bereitgestellt (§11 Abs. 2 S.2 JVKostG))

BVerwG 6 AV 1.26 - Beschluss - Keine Verhinderung infolge angeblicher institutioneller Befangenheit von Richtern

BVerwG Nachrichten - Do, 26.02.2026 - 07:24
(Diese Entscheidung wird nur zur nicht gewerblichen Nutzung kostenfrei bereitgestellt (§11 Abs. 2 S.2 JVKostG))

Außergerichtliche Schlichtungsstellen im Tourismus

Recht und Verbraucherschutz/KleineAnfrage "Außergerichtliche Schlichtungsstellen im Tourismus" thematisiert die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen in einer Kleinen Anfrage.

Grüne thematisieren "behördlichen Verbraucherschutz"

Recht und Verbraucherschutz/KleineAnfrage "Behördlichen Verbraucherschutz in Deutschland" thematisiert die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen in einer Kleinen Anfrage.

Artificial intelligence in healthcare services: is Indonesia regulatory framework ready?

Dentons Insights - Do, 26.02.2026 - 01:00

Indonesia: The article provides a structured overview of the key legal risks and practical steps businesses should take now.

Building safety – the latest from the courts

Dentons Insights - Do, 26.02.2026 - 01:00

United Kingdom: It is time for another of our building safety case round-ups, looking to give readers a high-level overview of a selection of the most noteworthy cases coming out of the courts over the last six months.

How is the construction industry responding to AI (and some issues to consider in its implementation)

Dentons Insights - Do, 26.02.2026 - 01:00

United Kingdom: Most then thought that the integration of transformative AI technology such as generative AI (GenAI) into construction processes was still far off. Dentons' 2024 survey, Laws of AI Traction, found that construction companies were using AI for IT, cybersecurity, customer service and accounting use cases but also highlighted fears about AI skills gaps and investment costs. A year on, the examples we share in or latest article point to the emergence of a more positive attitude within construction about the potential benefits of using AI – but not necessarily a wider take up.

Indonesia’s PPP framework reinforced: what Bappenas regulation 9/2025 means for project structuring and financing

Dentons Insights - Do, 26.02.2026 - 01:00

Indonesia: This article examines the key updates under Bappenas Regulation No. 9 of 2025 and their implications for PPP structuring, financing, and bankability in Indonesia.

Shared Future: Regulation and Contracting for Community Batteries

Dentons Insights - Do, 26.02.2026 - 01:00

Australia: Community batteries are emerging as an important enabler of distributed energy resources in Australia, supporting increased utilisation of rooftop solar, local network optimisation and broader consumer participation in the energy transition. Although typically modest in scale, community batteries sit at the intersection of the National Electricity Market (NEM) regulatory framework and state and territory planning, building and electrical safety regimes.

This article provides a practical legal overview of community battery projects, explaining what community batteries are, why they are being introduced and how they are being deployed in practice through Australian case studies. It examines the treatment of community batteries under the National Electricity Law and Rules, including registration exemptions, ring-fencing constraints on Distribution Network Service Providers (DNSPs) and retail law considerations. The article also outlines key state-based approval pathways, using Victoria as an example, and identifies the principal contractual arrangements and risk allocation issues relevant to project proponents, councils, DNSPs and aggregators.

UK People, Reward and Mobility Newsletter – February 2026

Dentons Insights - Do, 26.02.2026 - 01:00

United Kingdom: Each month, we look at some of the key employment, pension and immigration issues affecting our clients' workforces. In this edition, we explore: redundancy dismissals and collective consultation triggers; employment status of volunteers; the expansion of right to work checks; and the line between positive action and unlawful positive discrimination.

1 StR 104/25, Entscheidung vom 27.11.2025

BGH Nachrichten - Do, 26.02.2026 - 01:00
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3 StR 203/25, Entscheidung vom 08.01.2026

BGH Nachrichten - Do, 26.02.2026 - 01:00
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5 StR 358/25, Entscheidung vom 17.12.2025

BGH Nachrichten - Do, 26.02.2026 - 01:00
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5 StR 432/25, Entscheidung vom 10.02.2026

BGH Nachrichten - Do, 26.02.2026 - 01:00
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