LTO Nachrichten
Berufungsgericht in Ungarn reduziert Haftstrafe: Maja T. zu sieben Jahren Haft verurteilt
Das Berufungsgericht in Ungarn hat die Haftstrafe gegen die non-binäre Person Maja T. von acht auf sieben Jahre verringert. Ihre Auslieferung nach Ungarn hatte das Bundesverfassungsgericht für rechtswidrig erklärt. Die Rücküberstellung ist eingeleitet.
Nach Anzeige gegen Dobrindt wegen Antisemitismusäußerung: Berliner Linke geht auch gegen Ministerin Reiche vor
Die Berliner Linke um Spitzenkandidatin Elif Eralp sieht sich Antisemitismusvorwürfen ausgesetzt. Nach der Anzeige gegen den Bundesinnenminister unternimmt die Partei nun auch rechtliche Schritte gegen zwei weitere CDU-Politikerinnen.
OVG korrigiert VG Düsseldorf, lässt aber Revision zu: Mitführverbot für Messer und gefährliche Gegenstände rechtmäßig
Lässt sich ein individuelles Mitführverbot für Messer auf das Landespolizeirecht stützen? Oder steht dem die ausschließliche Gesetzgebungskompetenz des Bundes für das Waffenrecht entgegen? Damit musste sich das OVG in Münster befassen.
Länderfinanzausgleich und Hauptstadtfinanzierungsvertrag: Rechtsexperten halten Geldentzug für Berlin wegen Linksregierung für abwegig
Nach dem Wahlsieg der Linkspartei in Berlin könnte diese bald die Regierung anführen. Die unionsgeführten Bundesländer wollen der Hauptstadt daher den Geldhahn abdrehen. Wäre dies rechtlich belastbar? Juristen haben erhebliche Zweifel.
Gegenstand muss nicht im Vermögen vorhanden gewesen sein: BGH klärt Voraussetzungen der erweiterten Einziehung
Wie weit gehen die Möglichkeiten der Vermögensabschöpfung im Strafverfahren? Das hatte der Große Senat für Strafsachen beim BGH zu klären – mit erheblichen Folgen für die Praxis.
Untreuevorwürfe gegen frühere RBB-Intendantin: LG Berlin lässt Anklage gegen Patricia Schlesinger zu
Zehn Monate nach Anklageerhebung hat das Landgericht Berlin die Anklage wegen Untreue zu Lasten des ehemaligen Arbeitgebers zugelassen. Schlesinger weist die Vorwürfe zurück. Der Prozess soll am 10. November beginnen.
AG zum Nachbarschaftsstreit: Notwehr in der Garageneinfahrt
Nachdem ein Streit eskaliert, verklagt eine Frau ihren Nachbarn vor dem AG München. Die Beweiswürdigung fällt jedoch anders aus, als sie sich erhofft. Da der Nachbar in Notwehr handelte, bleibt sie auf den Arztkosten sitzen, so das AG.
OVG NRW zur gesundheitlichen Eignung: Wegen Harnsteins platzt der Traum vom Polizeiberuf nicht
Ein Polizeibewerber hatte einen Harnstein und wurde deshalb aus dem Bewerbungsverfahren geworfen. Grund: Er könne die medizinisch empfohlene Vorsorge im Polizeialltag nicht immer einhalten. Das war aber nicht rechtens, so das OVG.
Hessisches LSG zur nicht bezahlten Ersatzpflege: Erbin geht bei Pflegekasse leer aus
Wenn Angehörige die Pflege zeitweise nicht übernehmen, springt eine Ersatzpflegeperson ein. Die Kosten dafür erstattet die Pflegekasse. Doch was passiert, wenn die pflegebedürftige Person stirbt, bevor sie für die Ersatzpflege bezahlt hat?
KI-Schriftsätze belasten die Sozialgerichte: Eine "extreme neue Welle" in Schleswig-Holstein
Mit Künstlicher Intelligenz lassen sich in wenigen Minuten seitenlange Anträge formulieren. Für Schleswig-Holsteins Sozialgerichte wird das zum Problem: Die Zahl der Eilverfahren hat sich in der ersten Instanz mehr als verdoppelt.
VG Augsburg stoppt Wolfsjagd im Oberallgäu: 22 Weiden, ein Wolf und zu wenig Gründe für den Abschuss
Zum Schutz von Weidetieren wollte das Landratsamt Oberallgäu die Jagd auf einen Wolf erlauben. Doch die Behörde konnte nach Auffassung des VG Augsburg nicht ausreichend begründen, warum das notwendig ist. Die Jagdfreigabe ist damit gestoppt.
VG Berlin zu gefährlichem Streich eines Fünftklässlers: Schüler, der Pfefferspray versprüht, vom Unterricht ausgeschlossen
Ein Zwölfjähriger versprühte in einer Schultoilette Pfefferspray. Er sagt, er habe es für "Furzspray" gehalten. Das überzeugte das VG Berlin nicht. Der Schüler darf für zehn Tage vom Unterricht ausgeschlossen werden, bestätigte das Gericht.
Nach Wechsel der Zuständigkeit: Nur eine Staatsanwältin für großes Cum-Ex-Verfahren
Die Staatsanwaltschaft Hamburg übernimmt ein Cum-Ex-Verfahren mit 26 Beschuldigten, einer 14 Umzugskartons umfassenden Akte und 600 Millionen Dateien aus Köln. Für die Bearbeitung vorgesehen: 1 Staatsanwältin.
Nach Angriff des US-Präsidenten auf den IStGH: EU stellt sich hinter Internationalen Strafgerichtshof
Trumps Angriff auf die internationale Justiz bleibt nicht unwidersprochen. Nach Bundesaußenminister Johann Wadephul reagierte nun auch EU-Ratspräsident António Costa mit einer klaren Botschaft.
Bundesgerichtshof zum Einzelrichter: Über die grundsätzliche Bedeutung einer Sache entscheidet die Kammer
Ein Einzelrichter traf eine Entscheidung, ließ aber Beschwerde wegen grundsätzlicher Bedeutung der Sache zu. Das hält der Bundesgerichtshof für einen Widerspruch und kassierte die Zulassung der Rechtsbeschwerde.
Bundestag und Bundesrat stimmen zu: So sieht der neue Tankrabatt aus
Mit etwas Trickserei im Gesetzgebungsverfahren hat die Regierungskoalition ihren neuen Tankrabatt kurzfristig an den Start gebracht: Ab dem 1. Oktober sinken die Preise wieder. Kritik kommt sowohl von der Opposition als auch von CSU-Chef Söder.
BGH zur Street Art in Wuppertal: WEG durfte Anbringung eines Fassadengemäldes beschließen
Von einem Kunstprojekt mit großflächigen Street-Art-Bildern wollte ein Eigentümer mit der Fassade seines Hauses kein Teil sein. Er kämpfte gegen den Beschluss seiner WEG, blieb aber vorm BGH erfolglos, der sich zum Wesen der Kunst äußerte.
KG urteilt anders als OLG Frankfurt am Main: "Bestellen"-Knopf begründet keine Zahlungsverpflichtung
Erst kürzlich hat das OLG Frankfurt entschieden, dass durch Drücken eines "Bestellen"-Knopfes ein wirksamer Kaufvertrag zustande kommen kann, obwohl das Verbraucherschutzrecht etwas anderes sagt. Strenger beurteilt das nun das Kammergericht.
Einstweilige Anordnung des BVerfG: Lina E. muss vorerst aus der Beugehaft entlassen werden
Weil sie sich nicht selbst belasten wollte, verweigerte die Linksextremistin vor dem OLG Dresden die Aussage – und kam dafür in Beugehaft. Das BVerfG hat deren Vollzug nun vorläufig gestoppt. Ob sie schweigen durfte, ist noch nicht geklärt.
Korrektur aus Luxemburg: EuGH beendet deutsche "Dreijahreslösung" für unwirksame Preisklauseln
Jahrelang mussten Energieversorger unzulässige Preiserhöhungen teilweise nicht zurückzahlen, wenn der Kunde sie nicht schnell genug moniert hatte. Das ist zu verbraucherunfreundlich, findet der EuGH. Deshalb ist damit jetzt Schluss.
