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Nachrichten der Bundesorgane

Experten: Verzicht und Nachteile für pflegende Kinder und Jugendliche

Bundestag | Aktuelle Themen - Mi, 14.01.2026 - 17:00
Kinder und Jugendliche, die einem pflegebedürftigen Familienmitglied beistehen, brauchen mehr Hilfe. Darin waren sich die Sachverständigen und die Mitglieder der Kinderkommission (Kiko) einig, die am Mittwoch, 14. Januar 2026, im Fachgespräch zum Thema: „Blinde Flecken (2. Teil) – Young Carers in Deutschland: Wenn Kinder Eltern unterstützen“ den Blick auf diesen Personenkreis lenkten. Das Fachgespräch zum 1. Teil fand am 3. Dezember 2025 statt. Ob persönliche Scham, Angst vor Stigmatisierung und Nachteilen, mangelnde Informationen, fehlende Fachkenntnisse bei Bezugspersonen, klamme Finanzen oder Säulen-Mentalität der Verwaltung: Daraus türmen sich allzu oft schwer zu überwindende Hürden auf, die verhindern, dass Betroffene Unterstützung finden, erläuterten die Experten. Knapp 480.000 Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren betrifft dies laut Bundesregierung in Deutschland - eine überraschend hohe Zahl, fand Michael Hose (CDU/CSU), Vorsitzender der Kinderkommission. Die Kiko werde sich des Themas annehmen, es in die Öffentlichkeit tragen und in die politische Arbeit im Bundestag einbringen. "Eine Frage des Kinderschutzes" Was deren Einsatz für pflegende Kinder bedeutet, skizzierte Prof. Dr. Silke Wiegand-Grefe von der Forschungsgruppe Familienambulanz des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf. So übernähmen sie oft sowohl Aufgaben der körperlichen Pflege, der Haushaltsführung und Organisation und leisteten darüber hinaus emotionale Unterstützung für die suchtkranke Mutter oder den pflegebedürftigen Bruder. In der Folge bekämen Kinder und Jugendliche oft selbst nicht nur Nachteile in ihrem sozialen Umfeld sowie gesundheitliche Probleme, sondern gerieten auch bei ihren schulischen Leistungen in Rückstand. Lehrkräfte allerdings würden Young Carers oft nicht erkennen. Schließlich sei es eine Frage des Kinderschutzes, wenn die Grenzen zwischen familiärer Mithilfe und entwicklungsgefährdender Überforderung verschwimmen würden. Studien zeigten, dass regelmäßige, zeitaufwändige und emotional belastende Care-Arbeit langfristige Auswirkungen auf die psychosoziale Entwicklung der Betroffenen haben könne. Von der Politik forderte die Medizinerin, daran zu arbeiten, die fragmentierten Zuständigkeiten zwischen Jugendhilfe, Gesundheits- und Bildungssystem zu überwinden und Fachkräfte fortzubilden, um betroffene Kinder aufzuspüren. Leistungen für Betroffene gelte es besser zugänglich zu machen und an der Familie als ganzer statt nur auf den individuellen Krankheitsfall auszurichten, um betroffene Kinder zu erreichen. Neben Jugendamt und Psychiatrie komme der Schule eine entscheidende Bedeutung zu, wo Kinder sich an einen Vertrauenslehrer wenden können müssten. Anti-Stigma-Arbeit Stefan Schneider vom Verein „Seelenerbe“ erläuterte aus der Perspektive betroffener Kinder, die heute erwachsen sind, was es bedeutet, psychisch erkrankte Eltern zu haben. Der Umgang mit dem Thema sei für Betroffene mit großer Scham verbunden, als Kinder ebenso wie als Erwachsene. Im Verein bestärkten Betroffene sich gegenseitig, berichteten einander, was sie erlebt haben und wie sie damit umgegangen sind, in Vorträgen und Workshops werde Fachkräften Erfahrungswissen zur Verfügung gestellt. Dabei stelle man das Kind und seine Familie und nicht die Krankheit der Eltern in den Vordergrund. Die wirksamste Anti-Stigma-Arbeit sei, wenn Betroffene von anderen Betroffenen erführen, dass es sich bei pflegebedürftigen Angehörigen um ein gesellschaftliches Phänomen handelt, mit dem man nicht allein ist und für das man sich nicht schämen muss. Vor allem Kinder müssten erfahren, dass sie mit ihren Problemen nicht allein gelassen werden. Es gebe mittlerweile zahlreiche gute Ansätze und Angebote, um zu helfen. Aber diese müssten nun in die Umsetzung kommen und flächendeckend bundesweit zugänglich gemacht werden. Freizeitausgleich für pflegende Kinder Ob die 14-jährige Lina, die ihren schwer beeinträchtigten Bruder betreut, der 12-jährige Minou, der mit seiner alleinerziehenden Mutter die demenzerkrankte Oma versorgt oder Leon, der seit seinem achten Lebensjahr mit seiner nach einer Geburt schwererkrankten Mutter zusammenlebt: Sie haben Zugang zu dem Familienzentrum vom Projekt „Windschatten“ in Berlin, erklärte Benjamin Salzmann vom Projekt „Windschatten“ der Ernst Freiberger-Stiftung, einem Familienzentrum für Kinder und Familien, die von Behinderung oder Krankheit betroffen sind. Sein Haus biete Freizeitausgleich für pflegende Kinder, damit diese mit ihresgleichen in Kontakt kommen, gewähre finanzielle Hilfe, damit Betroffene eine normale Kindheit erleben können und nehme auch die Eltern mit an Bord. Young Carer seien meist sehr selbständig und organisiert, da sie allein eine immense Verantwortung zu tragen hätten. Komme es zu andauernden Situationen, die nicht mehr alltagsangemessen seien, drohe jedoch eine Überforderung. Die sorgenden Kinder verzichteten auf viel Freizeit, wie sie ihren Altersgenossen zur Verfügung stehe, verfügten über keinen Rückzugsraum und hätten häufig Schulprobleme. Eine Abhilfe stelle es bereits dar, wenn es gelinge, die Aufgaben auf mehrere Schultern zu verteilen. 20 Prozent der Kinder in Deutschland, also jedes fünfte Kind, lebe mit einem chronisch erkrankten oder behinderten Familienmitglied, 13 Prozent aller Kinder seien Young Carer, sagte Salzmann. Die Politik solle die Schwellen für Hilfen an die Kinder senken. Ebenso wie Anlaufstellen vor Ort brauche es Fachkräfte, die Hausbesuche machten. Keinesfalls sollten die Jugendämter einem weiteren Spardruck ausgesetzt werden. Analog zur existierenden Demenz-Strategie könne man über ein nationale Young Carer-Strategie nachdenken. (ll/15.01.2026)

Sachverständige uneins bei Terrorismusstrafrecht

Bundestag | hib-Meldungen - Mi, 14.01.2026 - 16:38
Recht und Verbraucherschutz/Anhörung Die Umsetzung von EU-Vorgaben zum Terrorismusstrafrecht war am Mittwoch Gegenstand einer Anhörung im Rechtsausschuss.

Hitzige Debatte zum Anschlag auf die Stromversorgung in Berlin

Bundestag | Aktuelle Themen - Mi, 14.01.2026 - 16:30
Nach dem mutmaßlich linksextremistischen Anschlag vom 3. Januar auf die Stromversorgung im Berliner Südwesten ist es am Mittwoch, 14. Januar 2026, im Bundestag zu einem heftigen Schlagabtausch über das Krisenmanagement gekommen. In einer von der AfD-Fraktion beantragten Aktuellen Stunde nannte ihr Abgeordneter Dr. Gottfried Curio es einen "nationalen Notstand", dass 100.000 Berliner infolge des Terroranschlags "bei eisigen Temperaturen ohne Heizung und Warmwasser, ohne Licht oder Kommunikationsmöglichkeit" gewesen seien. Dabei wäre es "aus der Fürsorgepflicht des Staates gegenüber seinen Bürgern dringend geboten" gewesen, die Menschen auf Staatskosten auf Hotels zu verteilen und zu versorgen. Geschehen sei jedoch nichts. Erst nach einigen Tagen hätten CDU und SPD mitgeteilt, dass Hotelkosten übernommen würden. "Die Bürger bleiben allein", beklagte Curio und sprach von einem "eklatanten Staatsversagen". Die Antwort der Regierung sei ein "einziges Kommunikations- und Organisationsdesaster" gewesen. Wer seinen Schutzauftrag "so eklatant vernachlässigt", sei unfähig, das Amt zu führen. CDU/CSU: Berlin-Bashing undankbar Dr. Jan-Marco Luczak (CDU/CSU) sagte, wer den linksterroristischen Anschlag wie in dem Bekennerschreiben als "gemeinwohlorientierte Aktion" verbräme, sei ein Krimineller und Terrorist und müsse mit der vollen Härte des Rechtsstaats verfolgt und bestraft werden. Er wies zugleich Kritik am Krisenmanagement zurück. 22 Stunden nach dem an einem Samstag erfolgten Anschlag seien die ersten 7.000 Haushalte wieder am Netz gewesen und am darauffolgenden Montagabend rund die Hälfte der betroffenen Haushalte. Am Mittwochvormittag seien der Strom anderthalb Tage früher als eigentlich prognostiziert insgesamt wieder hochgefahren worden. Daher finde er das "Berlin-Bashing" der letzten Tage "undankbar". Mit Blick auf die Unterstützung von Bundespolizei und Bundeswehr fügte Luczak hinzu, dass Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner (CDU) sich gekümmert und persönlich nachgesucht habe, "dass diese Hilfe schnell kommt". Grüne pochen Auf Kritis-Dachgesetz Marcel Emmerich (Bündnis 90/Die Grünen) bezeichnete den Linksextremismus als ein "reales Sicherheitsproblem in diesem Land". Seit 15 Jahren seien die sogenannten Vulkan-Gruppen in Deutschland aktiv, doch seien die Ermittlungsergebnisse "sehr mager". Dabei hätten in diesem 15 Jahren vor allem Unions-Politiker die Verantwortung im Bundesinnenministerium getragen, fügte Emmerich hinzu und warf dem amtierenden Ressortchef Dobrindt vor, er beginne "an dem Versagen seiner Vorgänger aus den Reihen der Union" anzuknüpfen. Im Gegensatz zur Union hätten die Grünen "schon vor sehr vielen Jahren erkannt, dass die Frage des Schutzes kritischer Infrastruktur ein sehr großes Sicherheitsthema ist", und viele Anträge dazu gestellt. Notwendig sei "endlich ein Kritis-Dachgesetz, das seinen Namen auch verdient". Es brauche eine "Verzahnung zwischen der digitalen und der analogen Welt", klare Mindeststandards und verbindliche Zuständigkeiten. SPD: Zu viel öffentlich verfügbaren Daten Helge Lindh (SPD) befand, die Debatte sei nicht dazu geeignet, sich "in Schuldzuweisungen zu aalen". Angesichts des "schrecklichen terroristischen Ereignisses" müssten sich vielmehr alle fragen, wo man sich verbessern könne und wo "strukturelle Elemente" seien, "die unter Umständen dazu beigetragen haben, dass so etwas möglich wurde". Dies sei eine "gemeinsame Verantwortung jenseits der wechselseitigen Instrumentalisierung des Ganzen". Auch müsse man "Tat und Täter beim Namen" nennen, dass es sich um "mutmaßlich linksextremistischen Terrorismus" handele. Ferner sei zu fragen, ob das "Transparenzdenken" mit dem "gut gemeinten Ansatz, Open Data zu pflegen", womöglich Terroristen nutze. Es gebe hier einen Interessenkonflikt, und es wäre fahrlässig, nicht zu überlegen, ob es nicht auch ein "Problem mit zu viel öffentlich verfügbaren Daten" gebe. Linke: Totalausfall des Berliner Krisenmanagements Ferat Koçak (Die Linke) kritisierte, dass die Politik bei dem Anschlag nicht vorbereitet gewesen sei und "die Menschen im Stich" gelassen habe. Während Menschen frierend in ihren Wohnungen ausgeharrt hätten, habe Berlins Regierender Bürgermeister auf dem Tennisplatz gestanden. Dies sei "abgehobene Politik", die den Bezug zu den Menschen verloren habe, fügte Koçak hinzu und sprach von einem "Totalausfall des Berliner Senats beim Krisenmanagement". Er warnte zugleich, es könne sich jederzeit überall in der Bundesrepublik wiederholen, was die Menschen in Berlin erleben mussten. Vielerorts fehlten Katastrophenschutzpläne für Stromausfälle ebenso wie für Extremwetterereignisse. Zuständigkeiten seien nicht klar geregelt, Technik sei veraltet, Personal fehle an allen Ecken. Über Jahre hinweg sei der Zivil- und Katastrophenschutz "kaputtgespart" worden. (sto/14.01.2026)

SED-Opferbeauftragte: Bessere Unterstützung für Dopingopfer

Bundestag | hib-Meldungen - Mi, 14.01.2026 - 16:16
Recht und Verbraucherschutz/Unterrichtung Die SED-Opferbeauftragte beim Deutschen Bundestag, Evelyn Zupke, schlägt gesetzliche Neuregelungen zur besseren Unterstützung der Opfer des systematischen Zwangsdopings in der ehemaligen DDR vor.

Zahlen zur Begabtenförderung vorgelegt

Bundestag | hib-Meldungen - Mi, 14.01.2026 - 16:16
Forschung, Technologie, Raumfahrt und Technikfolgenabschätzung/Antwort Der Anteil an Studierenden, die durch Begabtenförderungswerke unterstützt werden, ist in den vergangenen zehn Jahren leicht gestiegen. Dies antwortet die Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage der Grünen.

Mehr Sozialwohnungen gefördert

Bundestag | hib-Meldungen - Mi, 14.01.2026 - 16:16
Wohnen, Stadtentwicklung, Bauwesen und Kommunen/Antwort Die Zahl der staatlich geförderten Sozialwohnungen hat sich deutlich erhöht, geht aus einer Antwort der Regierung auf eine Linken-Anfrage hervor.

Bundesaufnahmeprogramm für Afghanistan

Bundestag | hib-Meldungen - Mi, 14.01.2026 - 16:16
Inneres/Antwort Um Personen aus dem Bundesaufnahmeprogramm für Afghanistan geht es in der Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage der AfD-Fraktion.

Linke gegen "Militarisierung des Gesundheitswesens"

Bundestag | hib-Meldungen - Mi, 14.01.2026 - 16:16
Gesundheit/Antrag Die Linksfraktion wendet sich in einem Antrag gegen eine Militarisierung des Gesundheitswesens.

Experten für Nachbesserungen am Medizinal-Cannabisgesetzentwurf

Bundestag | Aktuelle Themen - Mi, 14.01.2026 - 16:00
Der Gesundheitsausschuss hat sich in einer öffentlichen Anhörung am Mittwoch, 14. Januar 2026, mit dem Entwurf der Bundesregierung für ein erstes Gesetz zur Änderung des Medizinal-Cannabisgesetzes (21/3061) und dem Antrag der AfD-Fraktion mit dem Titel "Keine Sonderrolle für Medizinalcannabis" (21/773) befasst. Fachverbände befürworten grundsätzlich die geplante Änderung des Medizinal-Cannabisgesetzes. Allerdings sehen sie die Notwendigkeit, den Gesetzentwurf an einigen Stellen nachzubessern, um eine effektivere Steuerungswirkung zu erzielen. Die Cannabisbranche warnte hingegen vor unverhältnismäßigen Neuregelungen. Keine Evidenz für Verordnungsfähigkeit von Cannabisblüten Die Bundesärztekammer (BÄK) unterstützte die Intention des Gesetzentwurfs, wies aber darauf hin, dass es für die Verordnung von Cannabisblüten zu medizinischen Zwecken keine wissenschaftliche Evidenz gebe. Daher rate die BÄK von einer Verordnungsfähigkeit von Cannabisblüten grundsätzlich ab. Stattdessen sollte auf Fertig- oder Rezepturarzneimittel zurückgegriffen werden. Ferner sollte Medizinalcannabis wieder dem Betäubungsmittelgesetz (BtMG) und den geltenden Vorgaben der Betäubungsmittel-Verschreibungsverordnung (BtMVV) unterstellt werden. Eine solche Rückführung würde die Therapiesicherheit erhöhen und potenziellem Missbrauch entgegenwirken. Die Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen (DHS) sprach sich dafür aus, für alle Medikamente mit Abhängigkeitspotenzial einen persönlichen Arztkontakt bei der Erstverschreibung verpflichtend zu machen. Dies sei bei Medizinalcannabis genauso erforderlich wie bei der Verschreibung von Schlaf- und Beruhigungsmitteln oder Schmerzmitteln mit einem Abhängigkeitspotenzial. Der DHS kritisierte außerdem, dass auf Internetseiten, in sozialen Medien oder auf Plakatwänden für Medizinalcannabis geworben werde. Der Verband forderte zudem eine Weiterentwicklung des Konsum-Cannabisgesetzes unter Gesundheits-, Verbraucher- und Jugendschutzaspekten. "Die Rauschgiftkriminalität boomt" Nach Einschätzung der Polizeigewerkschaft (GdP) schafft die Bundesregierung mit dem Gesetzentwurf wichtige Rahmenbedingungen, um Missbrauch einzudämmen und Kriminalität zu erschweren. Allerdings stünden die Regelungen im Spannungsfeld zur Legalisierung von Cannabis und könnten zu Unklarheiten führen. Durch die Verschärfung der medizinischen Zugangsbedingungen in der Praxis könne die Motivation, den formalisierten Weg über eine ärztliche Verschreibung zu gehen, sinken. Es sollte daher geprüft werden, wie eine stärkere Kohärenz zwischen medizinischer Regulierung und allgemeiner Cannabisgesetzgebung erreicht werden könne. Die GdP wies darauf hin, dass die Praxis des Cannabiskonsums derzeit schwer kontrollierbar sei. Ein Gewerkschaftsvertreter sprach in der Anhörung von einer ambivalenten Lage und betonte: „Die Rauschgiftkriminalität boomt.“ Die Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände (ABDA) warnte vor möglichen neuen Schlupflöchern und regte an, die vorgesehenen Regelungen nicht nur auf Cannabisblüten, sondern auch auf Extrakte zu erstrecken. Die vorgesehene verschärfte Regulierung für den Umgang mit Cannabisblüten führe bereits dazu, dass Umgehungsstrategien der Anbieter entwickelt werden. Eine unterschiedliche regulatorische Behandlung von Blüten und Extrakten erscheine nicht gerechtfertigt. "Verstoß gegen den Gleichheitssatz des Grundgesetzes" Ganz anders argumentierte der Branchenverband Cannabiswirtschaft (BvCW), der die Novelle ablehnt. Die geplanten Sonderregelungen verstießen gegen den allgemeinen Gleichheitssatz des Grundgesetzes, da eine Ungleichbehandlung von medizinischem Cannabis gegenüber anderen verschreibungspflichtigen Arzneimitteln ohne sachliche Rechtfertigung geplant sei. Konkrete Daten zum Missbrauch von medizinischem Cannabis im Rahmen der Telemedizin lägen nicht vor. Der Hinweis auf gestiegene Importe bei moderatem Anstieg der Verordnungen der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) sei mit erwartbaren Nachholeffekten nach der Entlassung aus dem Betäubungsmittelrecht erklärbar. Die Eingriffe seien unverhältnismäßig, erklärte der Verband. Auch die Arbeitsgemeinschaft Cannabis als Medizin (ACM) warnte vor einer Überregulierung. Zwar sei es grundsätzlich zu begrüßen, dass der Gesetzgeber weiter eine klare Trennung des Bezugs von Cannabisarzneimitteln und dem Erwerb von Cannabis zu Genusszwecken anstrebe. Die Neuregelung könne jedoch zu Einschränkungen in der Versorgung und unangemessenen Benachteiligungen von Cannabispatienten führen. Telemedizinische Angebote würden nicht nur von Freizeitkonsumenten, sondern auch von Patienten genutzt. Ähnlich argumentierte der Bundesverband pharmazeutischer Cannabinoidunternehmen (BPC), der sich für differenziertere Reglungen aussprach, um gezielt gegen unseriöse Anbieter und rechtswidrige Praktiken vorzugehen. Offensive Werbung für Cannabis im Internet In der Anhörung machten mehrere Sachverständige deutlich, dass die teils offensive Werbung für Cannabis auf Internetplattformen eines der aktuell größten Probleme ist. Ein Sprecher vom Bund Deutscher Cannabis-Patienten (BDCan) sprach sich dafür aus, die Werbevorschriften zu verschärfen. Er betonte: "Die Werbung ist das Hauptproblem." Er warnte zugleich davor, das Gesetz zulasten der Patienten abzuändern. Die Patienten, die auf Medizinalcannabis angewiesen seien, hätten von der Novelle stark profitiert, die Errungenschaften sollten bleiben. Ein persönlicher Arztkontakt sei in der Abwägung vertretbar, auch wenn dies für manche Patienten eine Zumutung sein könne. (pk/14.01.2026)

Linke wirbt für Unterstützung der Opposition im Iran

Bundestag | hib-Meldungen - Mi, 14.01.2026 - 15:42
Auswärtiges/Antrag Die Linke setzt sich für die Unterstützung von Oppositionellen, politischen Gefangenen und der Zivilgesellschaft im Iran ein. Über ihren Antrag berät der Bundestag am Freitag.

AfD fordert Ende des Lieferkettengesetzes

Bundestag | hib-Meldungen - Mi, 14.01.2026 - 15:42
Arbeit und Soziales/Antrag Die AfD-Fraktion verlangt in einem Antrag die Abschaffung des Lieferkettensorgfaltspflichtengesetzes.

Linke fordert Mietrechtsnovelle

Bundestag | hib-Meldungen - Mi, 14.01.2026 - 15:42
Recht und Verbraucherschutz/Antrag Die Fraktion Die Linke fordert in einem Antrag eine schnelle Umsetzung einer Mietrechtsnovelle. Konkret sollen etwa Indexmieten verboten und Kurzzeitmieten schärfer reguliert werden.

Linke fordert bessere finanzielle Absicherung für Sportler

Bundestag | hib-Meldungen - Mi, 14.01.2026 - 15:42
Sport und Ehrenamt/KleineAnfrage Die Fraktion der Linken fordert eine bessere finanzielle Absicherung für Sportler und Sportlerinnen.

Fragestunde am 14. Januar

Bundestag | Aktuelle Themen - Mi, 14.01.2026 - 15:30
Im Anschluss an die Regierungsbefragung folgte am Mittwoch, 14. Januar 2026, die Fragestunde. Getrennt nach Ressorts beantworteten Vertreter der Bundesregierung 45 Minuten lang Fragen (21/3521), die von den Abgeordneten vorab schriftlich eingereicht worden waren. Grüne mit den meisten Fragen 23 der insgesamt 57 Fragen wurden von Abgeordneten der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen gestellt, dicht gefolgt von Abgeordneten der AfD-Fraktion mit 22 Fragen. Zwölf Fragen stellten Abgeordnete der Fraktion Die Linke. Von Abgeordneten der CDU/CSU- und der SPD-Fraktion sowie von fraktionslosen Abgeordneten wurden keine Fragen gestellt. Mit 19 Fragen richtete sich jede dritte Frage an das Bundesministerium für Arbeit und Soziales. 13 Fragen gingen an das Bundesministerium des Innern. Je fünf Fragen sollten das Bundesministerium für Digitales und Staatsmodernisierung und das Bundesministerium für Verkehr beantworten. Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie und das Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend sollten sich zu jeweils vier Fragen äußern. Mit je zwei Fragen mussten sich das Bundesministerium der Finanzen, das Auswärtige Amt und das Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz auseinandersetzen. An das Bundeskanzleramt richtete sich eine Frage. Was die Abgeordneten wissen wollen Beispielsweise erkundigte sich der rheinland-pfälzische Abgeordnete Prof. Dr. Armin Grau (Bündnis 90/Die Grünen) beim Bundesministerium für Arbeit und Soziales, ob die Bundesregierung der Auffassung ist, dass sie mit ihrer geplanten Grundsicherungsreform auch im Einzelfall und nicht nur im Grundsatz sicherstellen muss, dass Menschen im Bezug von Grundsicherung nach dem Zweiten Buch Sozialgesetzbuch (SGB II), die aufgrund von psychischen Beeinträchtigungen Termine versäumen, nicht sanktioniert werden. Würden sie sanktioniert, so der Abgeordnete, würden die Vorgaben des Bundesverfassungsgerichts hinsichtlich des Schutzes der Menschenwürde und des Gebots der Wirksamkeit von Sanktionen nicht erfüllt. Sollte die Bundesregierung nicht dieser Auffassung sein, forderte Grau dafür eine Begründung. Der nordrhein-westfälische AfD-Abgeordnete Knuth Meyer-Soltau wollte vom Bundeswirtschaftsministerium wissen, welche konkreten Maßnahmen die Bundesregierung in den kommenden sechs Monaten plant, um die „nach wie vor hohen und gegebenenfalls steigenden Energiekosten“ für private Haushalte nachhaltig zu senken. Der nordrhein-westfälische Abgeordnete Jan Köstering (Die Linke) fragte das Bundesinnenministerium, in welchem Umfang das Sirenennetz in Deutschland nach Kenntnis der Bundesregierung derzeit einsetzbar ist, um Sprachdurchsagen vorzunehmen, wenn die Katwarn- und die Nina-App nicht verfügbar sind und das Mobilfunknetz ausfällt. Das Ministerium sollte sagen, in welchem Umfang das Mobilfunknetz derzeit bundesweit in der Lage ist, bei Stromausfällen den Betrieb mindestens für eine Erstinformation der Bevölkerung via Katwarn, Nina und Cellbroadcast innerhalb der ersten drei Stunden aufrechtzuerhalten. Zusatzfragen sind möglich Jeder Abgeordnete kann vorab bis zu zwei Fragen an die Bundesregierung einreichen. Nach der regelmäßig durch einen Parlamentarischen Staatssekretär oder einen Bundesminister erfolgenden Beantwortung können der Fragesteller, aber auch andere Abgeordnete des Deutschen Bundestages Zusatzfragen stellen und so die Bundesregierung zu weiteren Stellungnahmen zwingen. Reicht die Zeit nicht aus, werden noch nicht aufgerufene Fragen von der Regierung schriftlich beantwortet. Ebenso kann vorab bereits um schriftliche Beantwortung gebeten werden. (vom/14.01.2026)

Europäisches Baupaket wichtiges Signal

Bundestag | hib-Meldungen - Mi, 14.01.2026 - 14:34
Wohnen, Stadtentwicklung, Bauwesen und Kommunen/Ausschuss Die Bundesregierung hat am Mittwoch im Bauausschuss das EU-Paket für erschwinglichen Wohnraum vorgestellt und als wichtiges Signal bezeichnet.

Agrar-Ausschuss lehnt AfD-Anträge ab

Bundestag | hib-Meldungen - Mi, 14.01.2026 - 14:34
Landwirtschaft, Ernährung und Heimat/Ausschuss Der Ausschuss für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat hat am Mittwoch zwei Anträge der AfD-Fraktion mehrheitlich abgelehnt.