Alle wichtigen juristischen Nachrichten – fortlaufend aktualisiert und zeitsparend im großen Überblick.
Juristische Nachrichten
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Wall Street Banken fordern niedrigere Kanzleihonorare wegen KI
Goldman Sachs, Morgan Stanley und Citigroup erhöhen den Kostendruck auf führende Wirtschaftskanzleien. Nach einem Bericht der Financial Times verlangen die Banken, dass Effizienzgewinne durch künstliche Intelligenz auch bei den Rechtsberatungskosten berücksichtigt werden. KI beschleunigt insbesondere juristische Recherchen, Dokumentenprüfungen und Vertragsanalysen und reduziert damit den bislang abrechenbaren Zeitaufwand.
Adam Meshel, Global Head of Legal bei Citigroup, erklärte, wenn die Zahl der für ein Mandat aufgewendeten Stunden aufgrund von KI sinke, erwarte die Bank auch deutlich niedrigere Kosten je Transaktion. Citigroup verlangt von Kanzleien, die sich um Mandate bewerben, bereits Angaben zu den durch KI erzielten Einsparungen. Meshel rechnet innerhalb eines Jahres mit einem veränderten Vergütungsmodell.
Auch Morgan Stanley stellt die klassische Abrechnung nach Stunden infrage. General Counsel Eric Grossman bezeichnete das bisherige Vergütungsmodell, das wesentlich auf einer hohen Zahl abrechenbarer Associate Stunden beruht, als „extraordinarily unstable“. Die Bank will bis Ende 2026 den Großteil ihrer externen Rechtsberatung wettbewerblich ausschreiben und verstärkt alternative Modelle wie Pauschalhonorare einsetzen. Für besondere Expertise und anwaltliches Urteilsvermögen will Morgan Stanley weiterhin hohe Honorare zahlen.
Goldman Sachs fordert ebenfalls Informationen darüber, in welchem Umfang Kanzleien durch KI effizienter arbeiten, und erwartet, an den daraus entstehenden wirtschaftlichen Vorteilen beteiligt zu werden.
Der Vorstoß trifft auf zuletzt deutlich gestiegene Honorare. Nach von der Financial Times zitierten Daten von Persuit sind die durchschnittlichen Stundensätze von Associates großer US Kanzleien seit 2023 um 33 Prozent auf 798 US Dollar gestiegen. Die Partnerhonorare erhöhten sich im gleichen Zeitraum um 29 Prozent.
Zugleich gab nahezu die Hälfte der von Citigroups Law Firms Group befragten Großkanzleien an, dass KI ihre Preisgestaltung bereits beeinflusst habe. Bislang sind die Auswirkungen auf die Vergütungsmodelle allerdings begrenzt.
Der Konflikt betrifft damit unmittelbar das Geschäftsmodell großer Wirtschaftskanzleien. Wenn KI bislang zeitintensive Tätigkeiten erheblich beschleunigt, geraten insbesondere hohe abrechenbare Stundenvolumina unter Druck. Banken mit erheblicher Nachfragemacht verlangen zunehmend, dass die daraus entstehenden Produktivitätsgewinne nicht ausschließlich bei den Kanzleien verbleiben, sondern sich auch in niedrigeren Rechtsberatungskosten niederschlagen.
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